Den Nachmittag hatte ich mit Gartenarbeit verbracht. Ein Teil der Zeit galt der Bahndammpest, auch Kanadische Goldrute genannt. Dieser aggressive Neophyt steht kurz vor der Blüte. Die lässt sich kurzfristig eindämmen, wenn man mit der Heckenschere die noch grünen Blütenstände abschneidet. Der Rest der Pflanzen lebt weiter und kann noch Kohlendioxid abbauen.
Ein verhergesagter Regen mit vorübergehendem Temperatursturz auf 22°C fiel aus. So blieb das eine schweißtreibende Angelegenheit, selbst bei Arbeiten, die eher an Mäuse melken erinnern, wie Gras aus dem Erdbeerbeet zupfen.
Als ich kurz vor 19 Uhr zu Hause ankam, hatte ich trotzdem noch Lust, mich aufs Einrad zu setzen.
Ungefähr 19:10 fuhr ich los. Es war mit 26°C immer noch etwas warm. Im August 2022 hatte ich damit herumexperimentiert, mit kurzer Hose zu fahren, ohne auf Stiefel zu verzichten. Das Problem dabei war, dass die Haut in langen, engen Schäften zu kleben beginnt, sobald etwas Schweiß austritt. Damals hatte ich das mit Kniestrümpfen gelöst. Das hatte leidlich funktioniert. Heute probierte ich, ob es mit den luftigeren Kunstlederstiefeln auch mit Socken bequem ist.
Beim Start war noch ein schmaler Randstreifen des Parkplatzes am Spatzennest von der Sonne beschienen. Ich nahm ein 4K-Video mit 15fps und feststehender Kamera auf, um ein paar Einzelbilder zu gewinnen. Wenn ich auf der Schattengrenze fuhr, füllte ich das Bildformat in der Höhe ungefähr zur Hälfte aus. Etwas Pixelverschwendung, aber seitlicher Spielraum.
Das 4K-Format lässt Bildausschnitte zu, die dabei nicht allzu sehr verpixelt sind.
Am Bildrand bin ich schon wieder in der Kurve, um die nächste Runde anzufangen.
Die nächste Runde
Um einen größeren Bildausschnitt zu bekommen, fahre ich in den Schatten hinein. Die Stiefelschäfte bekommen noch Sonne ab.
In etwas höherer Pedalstellung wird auch die linke Ferse von der Sonne beschienen.
Die Einleitung des Abstiegs muss mangels Platz aus der Kurve heraus passieren.
Ich lasse mich etwas schräg nach vorn aus dem Sattel kippen.
Gleich ist der Boden erreicht.
Landung
Später nahm ich noch ein Video von einem Slalom auf. Die Steine legte ich etwas enger als gestern und nicht akkurat gerade aus. Der Slalom ließ sich so nicht mit einer gleichförmigen Schwingung fahren. Sehr schwierig war er trotzdem nicht.
Im weiteren Verlauf traten keine Probleme mit an Beinen klebenden Stiefelschäften auf. Ich verbrachte heute eine Dreiviertelstunde auf dem Einrad.
Den Nachmittag hatte ich im Garten verbracht und hinterher hatte ich auf dem immer noch laufenden Streetfoodfestival einen ziemlich großen Langos verdrückt. Das legte eine Verdauungsfahrt nahe. Das heitere Wetter mit 22°C lud auch dazu ein. So fuhr ich 19:50 los. Wie gestern Abend nahm ich wieder das Einrad mit dem schmalen Reifen. Der Flicken auf der abgeschabten Stelle hatte gestern gehalten. Dazu zog ich die neuen Kunstlederstiefel an. So kam auch diese Kombination zur Anwendung. Irgendwelche Besonderheiten ergaben sich daraus nicht. Auf dem etwas schwieriger zu fahrenden anderen Einrad war ich mit diesen Stiefeln zuvor auch gut zurechtgekommen. Nach sieben Minuten machte ich ein erstes Päuschen.
Beim weiteren Fahren begegnete ich wieder Einrad-freundlichen Menschen. Eine Frau drückte Bewunderung aus und als ein Paar einen Hauseingang in der Pappelstraße verließ, sagte die Frau laut zum Mann, dass er das auch mal probieren solle.
Kurz nach 20 Uhr legte ich einen Slalom aus. Wie beim ersten Video von gestern Abend wählte ich eine leicht verkürzte Variante. Ich machte zwei Schritte und legte den nächsten Stein nicht vor die Stiefelspitze, sondern hinter die Ferse. Dann setzte ich eine Stiefelspitze hinter den Stein und machte von dort aus wieder zwei Schritte.
Der Slalom bereitete auch mit den leichten Stiefeln keine Probleme.
Die Lichtverhältnisse ließen die Gewinnung von Einzelbildern zu.
Bei der Annäherung zeigten sich dann "bewegungsbezogene Unschärfen". Diesen Begriff verwende ich zur Unterscheidung von herkömmlichen Bewegungsunschärfen, die bei horizontaler oder vertikaler Bewegung als Verzerrung in Bewegungsrichtung abgebildet werden. Ein schneller Ball wird so länglich abgebildet. Die bewegungsbezogene Unschärfen entsteht bei Videos, wenn die Fokussierung einer Bewegung in der Tiefe nicht folgen kann. Bei einem bewegten Objekt, bei dem sich zwei oder mehrere Bewegungen addieren oder subtrahieren, werden dann die Teile am schärfsten abgebildet, die sich in der Summe am langsamsten bewegen.
Hier fällt der Effekt noch nicht auf. Anklicken vergrößert die Bilder, wodurch sich mehr erkennen lässt.
Hier ist der in Fahrtrichtung rechte Stiefel gut abgebildet, während der andere unscharf ist. Die rechte Pedale bewegt sich relativ zur Nabe rückwärts, so dass diese Bewegung abgezogen werden muss. Diesen in der Summe langsamen Stiefel kann die Fokussierung noch erfassen. Einen ähnlichen Effekt bei seitlichen Bewegungsunschärfen habe ich bei der Fahrt am 30.5. beschrieben.
Auf der Rückfahrt ist das auch zu sehen. Der linke Stiefel bewegt sich relativ zur Nabe nach hinten und ist schärfer abgebildet.
Hier bin ich ganz zu sehen. Die Bewegungen spielen in dieser Entfernung keine Rolle mehr.
Ich komme zurück.
Eine dritte Komponente der Bewegungen sind die Knie. Geht eine Pedale nach oben, wird das Bein gebeugt und das Knie bewegt sich relativ zur Pedale nach vorn. Es addieren sich drei Bewegungen. Stiefel, deren Schäfte in Knienähe enden, eignen sich gut, um das an den Unschärfen sehen. Hier sind beide Stiefelspitzen scharf abgebildet. Beim Stiefel links in Fahrtrichtung ist auch das obere Schaftende scharf, beim rechten nicht. Die Bewegung des rechten Knies spielt allerdings keine Rolle, weil das Knie schon maximal angewinkelt ist oder sich sogar schon zurückbewegt. Wahrscheinlich ragt das Knie einfach nur aus dem Tiefenschärfebereich heraus.
Auf diesem Bild ist auf dem Reifen der Flicken als heller Fleck zu sehen. Durch die Bewegung nach unten ist eine herkömmliche Bewegungsunschärfe erkennbar.
Fahrt von der Kamera weg: Der rechte Stiefel bewegt sich entgegengesetzt zur Fahrtrichtung. Der Reißverschluss ist gut zu sehen. Der linke Stiefel ist verschwommen.
Wieder ist der Flicken auf dem Reifen mit Bewegungsunschärfe zu sehen. Der Flicken hat übrigens keine Auswirkungen auf das Fahrverhalten des Einrads und ist auch nicht zu spüren.
In größerer Entfernung sind beide Stiefel gleich scharf bzw. gleich verpixelt abgebildet.
Beim Abstieg mischen sich gewöhnliche Bewegungsunschärfen und "bewegungsbezogene" Unschärfen durch Verzögerungen bei der Fokussierung.
Zu Beginn ist noch nichts zu bemerken. Das Einrad ist zu diesem Zeitpunkt auch gebremst.
Hier ist auch noch alles gut.
Beim Vorstrecken des Beines verlässt die Stiefelspitze den Tiefenschärfebereich.
Bei der Bodenberührung kehrt sich der Effekt um. Die nun ruhende Stiefelspitze wird vom Fokus erfasst. Das knienahe obere Schaftende bewegt sich weiter nach vorn und liegt nun außerhalb des Tiefenschärfebereichs.
Mit dem Aufsetzen des Absatzes verringert sich die Geschwindigkeit des Knies und der ganze Stiefel ist nun scharf abgebildet.
Das bleibt auch in der maximalen Stauchung so.
Im Gehen war ich dann langsam genug für die Fokussierung.
Ich fuhr heute insgesamt eine Dreiviertelstunde. Zur Verdauungshilfe hätte eine Viertelstunde gereicht. Es ist aber meistens so. Ich will nur mal kurz fahren und dann ist es so schön, dass ich überziehe.
Nachmittags und abends hatte ich verhältnismäßig viel gegessen. Völlegefühle hatte ich schon öfters auf dem Einrad beseitigt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass man auf dem Einrad den Bauch mehr bewegt, als sonst. Nach einem Gewitter hatte es sich abgekühlt und mit 19°C war die Temperatur angenehm geworden. Ich sah noch das EM-Spiel Schweiz - England bis zum Ende des Elfmeterschießens an. Gegen Spielende regnete es. Die Intensität war aber gering. So begann ich 20:50 doch noch eine Verdauungsfahrt. Zehn Minuten regnete es noch. Der Asphalt ist nass und auf den Stiefeln sind Regentropfen zu sehen.
Ich hatte seit 10.6. erstmals wieder das Einrad mit dem schmalen Reifen genommen. Damals hatte ich eine Stelle gefunden, bei der das Profil bis zum Gewebe durchgescheuert war. Den Reifen hatte ich noch nicht gewechselt und die Stelle nur mit Schuhsohlenkleber zugeschmiert. In der Zwischenzeit hatte ich das andere Einrad mit dem breiteren Reifen verwendet und mich gefreut, dass ich damit auch in engen Kurven zurecht kam. An Stiefeln hatte ich bei der Kühle die hohen und engen Black Forrest angezogen. Die sind zusammen mit den Dafna meine Lieblingsstiefel und erleichtern das Fahren sehr.
Weil ich mich in den letzten Wochen das andere Einrad mit höher
eingestelltem Sattel gewöhnt hatte, kam es mir auf dem heutigen Gefährt
wie Watscheln vor. Ich stellte den Sattel etwas höher und gleich fühlte
es sich besser an.
Die Verdauungsprobleme waren nach wenigen Minuten weggefahren. Weil es nun so angenehm war, probierte ich einen Slalom mit verkürztem Abstand zwischen den Steinen. Üblicherweise machte ich zwei Schritte und legte den nächsten Stein vor die Stiefelspitze. Diesmal legte ich die Steine hinter die Ferse, eine Verkürzung um Schuhgröße 46.
Das fiel mir ziemlich leicht.
Danach probierte ich es noch einen Grad schwieriger, mit nur einer Schrittlänge. Das war dann grenzwertig. Bei der Hinfahrt berührte ich einen Stein, der sich dadurch in Fahrtrichtung etwas nach links verschob. Auf der Rückfahrt rollte ein Stein nach der Berührung mit dem Reifen weit nach rechts weg. Damit war die Strecke endgültig hinüber. Danach fuhr ich in Richtung Kamera zurück und freute mich dabei kurz über das bequeme Sitzen.
Eine Stunde verbrachte ich an diesem Abend auf dem Einrad. Die zweite Halbzeit des Spiels Türkei - Niederlande konnte ich danach noch sehen.
Heute soll ein heißer und etwas gewittriger Tag werden. Deshalb war ich schon 9:42 mit dem Einrad draußen. Die Sonne stand trotzdem schon hoch am wolkenlosen Himmel und heizte ein.
Ich hatte vor, mit dem Einrad mit dem dicken 26x2,15" Reifen im Kreis zu fahren und das mit Pivo nachgeführt aufzunehmen. Hier ein erster Schnipsel davon. Am Anfang ist ein bequemer und leichter Aufstieg am Geländer zu sehen. Weil die Nachführung nicht zwischendurch abbrach, ist es bis zum Abstieg zu sehen.
Bei einem zweiten Video gab es Unterbrechungen, deshalb zwei Teile davon: Der erste endet mit einer 180°-Drehung im Pendeln und einen Abstieg rückwärts. Das war nicht ganz so beabsichtigt. Eigentlich sollte es eine 360°-Drehung mit anschließender Weiterfahrt werden, wie ich es im folgenden Video am 12.5. gemacht hatte.
Damals hatte ich das Einrad mit dem schmaleren Reifen gefahren und Dafana-Stiefel getragen. Mit dieser Kombination ist es einfacher. Wenn es kühler ist, werde ich das mit dem dicken Reifen noch üben.
Das zweite Stück von heutigen letzten Video enthält auch einen Pendelstopp.
Hier pendle ich kurz ohne Drehung und fahre dann weiter.
Nach den Videos fuhr ich eine Viertelstunde herum und machte dann eine Pause. Glücklicherweise lag die Mauer, auf die ich mich gesetzt hatte, im Schatten.
Dass ich nochmal die neuen Kunstlederstiefel angezogen hatte, erwies sich als gute Entscheidung. Die weiten und hinten niedrigen Schäfte ließen eine ausreichende Belüftung der Waden zu. So wurde es in ihnen beim Fahren unter der prallen Sonne nicht unangenehm.
Ansonsten bereitete das sonnige Wetter vielen Menschen gute Laune. Einige beobachteten meine Einradfahrerei und äußerten Gefallen.
Der Abend war für einen Stammtisch verplant gewesen, der nicht stattfinden konnte. Für Sport war ich eigentlich zu träge, weil ich von der nächtlichen Rückfahrt vom Balaton ein Hangover hatte. Neugierig war ich nach 20 Uhr dann trotzdem.
Beflügelt hatte diese Neugier eine Lieferung Stiefel. Die sehen äußerlich wie Lederstiefel aus. Die Schäfte sind auch sehr weich und fühlen sich wie Leder an. Mit ähnlich weichen Schäften an Echtlederstiefeln saß ich zuletzt im November 2022 auf einem Einrad. Wenn es mir im letzten Winter zu nasskalt war, hatte ich gerne etwas derbere Overkneestiefel aus Leder auf dem Einrad getragen. An Bequemlichkeit und Fahrkomfort kamen sie nicht an die sonst verwendeten Gummistiefel heran.
Die neuen Stiefel waren nun zu bequem und schön für Lederstiefel, zumindest in der Preisklasse. Bei einem anderen Anbieter, der die gleichen hat, stand, dass sie aus Polyurethan-Leder hergestellt sind. Sie sind damit vegan und pflegeleicht. Gleichzeitig sehen sie aus, als hätte ich eine Menge Geld für Leder ausgegeben. ;-)
Stiefel, die nicht viel Geld gekostet haben, müssen bei mir schnellstmöglich auf dem Einrad ausprobiert werden. So kam die unerwartete Gelegenheit zu Pass. Ich nahm gleich das schwerer zu steuernde Einrad mit dem dicken Reifen. 20:30 fuhr ich los. Sofort nach dem Anfahren fühlte ich mich wohl in den Stiefeln. Zwar stützen die weichen Schäfte kaum die Fußgelenke, aber die Sohlen machen sich gut und die Stiefel sind äußerst bequem. Im Bereich des Spatzennest ließ sich alles gut fahren. Auch in den Kurven blieb das Wohlgefühl erhalten.
Ein gerader Slalom klappte mit den neuen Stiefeln sofort ohne Probleme.
Das machte Spaß.
Dann legte ich einen gespreizten Slalom aus.
Der war auch leicht zu fahren.
Wie schön es auf dem Einrad war, lässt sich wohl am Gesichtsausdruck erkennen.
Das Einrad ließ sich mit den leichten Stiefeln erstaunlich gut fahren.
Ein kleiner Nachteil dieser Stiefel ist, dass sie hinten sehr niedrig sind, was die Nutzung auf Waldwegen bei Schlamm einschränkt.
Nach einiger Zeit begradigte ich den Slalom und fuhr noch einige entspannte Runden in den neuen Stiefeln. Weil ich diese Stiefel eigentlich nicht für das Einrad fahren gekauft hatte, sondern für das tägliche Tragen im Herbst und Winter, wollte ich herausfinden, wie sie sich anfühlen, wenn man sie eine Weile trägt, ohne sie zwischendurch auszuziehen. So fuhr ich eine Stunde. Bis zum Schluss fühlte ich mich wohl in den Stiefeln und werde sie wohl ab Herbst im Alltag tragen.
Heute war ein kalter, verregneter Tag. Es sah nicht nach einer Gelegenheit zum Einrad Fahren aus. Deshalb gab ich die blaue, ungepolsterte Radlerhose mit in die Waschmaschine.
Nach Ende des Deutschland - Ungarn (2:0) der Fußball-EM regnete es nicht mehr. So bekam ich doch noch Lust aufs Einrad. Die blaue Hose war nun noch auf der Leine und die dicke Hose mit Hosenträgern wollte ich noch nicht unbedingt anziehen. Bei der Suche nach etwas anderem hatte ich vorgestern meine erste lange Radlerhose gefunden. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 2005. Sie ist von den Sätteln abgewetzt, die ich im Laufe der Jahre verbraucht habe und hat einen Flicken in diesem Bereich. Bis Anfang 2020 hatte ich sie in Leipzig verwendet und dann durch die Ungepolsterte ersetzt. Heute bekam sie wieder einen Einsatz.
Ich nahm das Einrad mit dem breiten 26x2,15" Reifen und zog dazu die sehr leichten Equithéme-Stiefel an. Ich wollte mal testen, ob ich damit mit dem dicken Reifen ausreichend wendig auf den Parkplätzen am Spatzennest bin. 20:08 fuhr ich los. Auch, wenn ich das Bein nach unten weit ausstrecken musste, konnte ich stressfrei fahren. Das machte ich eine halbe Stunde lang.
Ich musste heute in den Garten. Bei dem schönen Wetter entschied ich mich, mit dem Einrad durch den Wald hinzufahren. Ich wählte das Einrad mit dem breiten Little Big Ben Reifen. 11:19 setzte ich mich auf den Sattel. Zunächst kurvte ich wenige Minuten auf dem Parkplatz am Spatzennest herum. Dann machte ich mich auf den Weg.
Im Wald waren die Wege trocken, aber sandig. Der dicke Reifen federte das Holpern über den Schotter gut ab und ich saß schön bequem.
Ohne absteigen zu müssen kam ich über die Zschechwitzer Straße und fuhr dann bergauf in Richtung Stadion. Dann lag ein Baum quer über dem Weg und ich musste doch noch absteigen.
An der Zwickauer Straße musste ich verkehrsbedingt absteigen. Die Gelegenheit nutzte ich für eine kurze Pause auf dem Schlagbaum. Es war nun 11:39.
Danach ging es 900 Meter bergab. Da konnte ich mich zurücklehnen. Um nicht zu schnell zu werden, ist das auf dem Einrad bergab auch notwendig. Dieser Abschnitt ist auch mit einem Fahrrad schön freihändig zu fahren. Im Unterschied zum Einrad muss man dann nicht in die Pedalen treten.
Je weiter ich nach unten kam, waren im Weg tiefere Rinnen durch die häufigen Niederschläge der letzten Wochen ausgespült. Weil es beragab ging, waren diese Rinnen kein Problem.
Nach einer halben Stunde Fahrt inklusive ein paar Minuten auf dem Parkplatz, der Störung durch den liegenden Baum und der Pause kam ich im Garten an und stellte das Einrad am Tor ab.
Stiefelwechsel. Die Dafna eignen sich wunderbar zum Radfahren, aber für Gartenarbeit sind die Sohlen etwas zu dünn. Die weißen Gummistiefel sind da besser geeignet. Bevor ich sie in den Garten geschafft hatte, fuhr ich auch hin wieder damit Einrad.
Jetzt ist Erdbeerenzeit. Viele waren reif zum Essen.
Um 13:20 machte ich mich auf den Heimweg. Von der Gartenanlage bis zum Waldrand fuhr ich. Dann musste ich den 900 Meter langen Hang nach oben gehen. Oben war ich etwas matt und brauchte mehrere Versuche zum Aufsteigen. Dann verlief die Fahrt ohne Probleme. An der Zwickauer Straße brauchte ich nicht absteigen. Um nicht wieder vor dem liegenden Baum absteigen zu müssen fuhr ich den Weg am Krankenhaus zur Zschechwitzer Straße herunter. Die war auch frei. Ich kam ohne abzusteigen bis zum Weg vom Parkplatz am Spatzennest zum Buchenring. Dort musste ich oben absteigen, weil ich zu langsam geworden war. Die ganze Aktion hatte wohl doch viel Kraft verbraucht.
Den Arbeitstag hatte ich heute zwischen vormittags in Holzhausen und nachmittags im Homeoffice aufgeteilt. Auf dem Rückweg von Holzhausen bot sich Gelegenheit, eine Biene bei der Arbeit zu fotografieren. Zwischendurch gab es noch einen Feuerwehreinsatz. Nach dem Homeoffice besuchte ich noch zwei Veranstaltungen.
Dann kam ich kurz vor 21 Uhr zu Hause an und es waren laut Uhr 12.000 (oder mehr) Schritte zusammengekommen. Da kam ich wegen der Vorgestern bemerkten Reifenabnutzung auf die wilde Idee, mit dem anderen Einrad am Spatzennest Slaloms, Kreise u.a. zu fahren. Das hatte ich seit vielen Monaten nicht mehr probiert. Es hat mit 26x2,15" einen ziemlich dicken Reifen. Damit kam ich damals nicht um alle Kurven und nutzte es fortan nur für längere Touren ohne enge Kurven.
Am Spatzennest fuhr ich in der Zwischenzeit mit einem schmalen 26x1,5". Weil ich lange keine längeren Touren mehr unternommen hatte, fand ich das Einrad mit fast Platten vor. Ich pumpte den Reifen auf die zulässigen 4 Bar auf, zog die für Tests immer am besten geeigneten Dafna-Stiefel an und saß 21:03 auf dem Sattel. Der fühlte sich ungewohnt weich an. Der rote Sattel ist schon zwölf Jahre auf diesem Einrad. Wahrscheinlich habe ich ihn im Laufe der Jahre weichgesessen. Nach dem Abfahren schluckte der dicke Reifen fast jede Unebenheit. Es war so ein Bisschen wie auf einem Moped, nur mit ungewöhnlich hoher Sitzbank. Beim Fahren fiel auch gleich auf, dass der Sattel höher eingestellt ist, als bei dem anderen Einrad. Etwas höher sitzen fühlt sich wundervoll an. Unter anderem, weil ich an den oberen Totpunkten die Knie nicht so sehr biegen muss. Dieses Einrad hatte ich in Leipzig benutzt und dort war diese Einstellung für die ebenen Wege ideal.
Nun merkte ich, dass ich so weniger Druck auf die vortreibende Pedale bekomme. Trotzdem konnte ich ohne Stress alle Kurven fahren, um die ich mit dem schmalen Reifen gekommen war. Es erforderte nur mehr Baucharbeit. Diese Baucharbeit habe ich wahrscheinlich mit den Slaloms verbessert. Ich war mit dem unerwarteten Ergebnis zunächst zufrieden und machte nach fünf Minuten eine kleine Pause.
Eigentlich hatte ich wegen der schlechten Lichtverhältnisse am Abend nicht vorgehabt, Videos aufzunehmen und auch keine Halterung mit rausgenommen. Ich probierte, das Handy irgenwie mit den Hülle aufzustellen. Glücklicherweise war Windstille und es blieb stehen. Das höhere Sitzen machte sich nun noch deutlicher bemerkbar. Es fühlte sich sehr schön an, erschwerte aber, Korrekturen mit Geschwindigkeitsänderungen zu unterstützen. Also wieder mehr Baucharbeit.
Auf der Wendeschleife hinter der Kamera musste ich absteigen.
Ich stieg wieder auf und erwog während des Slalom, den Sattel niedriger zu stellen, um mehr Sicherheit in der Wendeschleife zu bekommen, kam dann ohne Probleme durch die Wendeschleife und wollte erstmal so angenehm sitzen bleiben. Damit blieb der Sattel auf der Höhe, wo er war. Auffällig blieb der geringere Druck auf die Pedalen nur, wenn ich vom Parkplatz zum Buchenring hoch fuhr. Da wurde ich sehr langsam, musste aber nie absteigen.
Auf der Tonspur ist das laute Rollgeräusch des Reifens deutlich zu vernehmen.
21:33 meinte ich dann, einen gespreitzen Slalom probieren zu müssen. Wie gewöhlich legte ich jeden zweiten Stein von ein paar Zentimetern rechts der Stiefel in den gleichen Abstand nach links.
Auch der gespreizte klappte ohne Stress. Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne bereits untergegangen. Die Qualität des Videos ist deshalb schlecht. Es reicht jedoch aus, zu sehen, dass mir der Slalom ziemlich leicht fiel. Irgendwann legte ich die Steine wieder in einer Linie. Nebenbei fiel auch auf, dass beim höheren Sitzen zwar der Antritt schwächer ist, aber dafür kann ich die Beine schneller bewegen.
21:58 schien der Mond durch eine Wolkenlücke. Kurz darauf zeigte die Uhr 20.000 Schritte an. Fünf Minuten später war eine Stunde um. Ich hatte eigentlich nur vor gehabt, kurz zu testen, ob ich mit dem dicken Reifen am Spatzennest irgendwas machen kann und es ging alles.
Um im Urlaub nicht meine drei Brokkoli-Stauden einzubüßen, hatte ich ein elektronisch gesteuertes Bewässerungsgerät bestellt. Bevor ich mit dem Einrad raus konnte, musste ich erst die Ankunft des Pakets abwarten. Es kam kurz vor 20 Uhr.
20:17 saß ich dann auf dem Sattel. Vor dem Start bot sich ein unschöner Anblick.
Der Reifen ist bis aufs Gewebe abgerieben. Den DSI-Reifen fahre ich mit 65 PSI (4,5 Bar), damit das Einrad leicht rollt und gut steuerbar ist. Trotzdem ging die Abnutzung relativ schnell. Wahrscheinlich hat das kurvenreiche Fahren mit häufigen Slaloms am Spatzennest zu verstärktem Abrieb geführt. Von der Reifensorte habe ich noch einen Reserve.
Auf das Fahrenverhalten hatte diese Abnutzung noch keine Auswirkung. In den Wald sollte ich mit diesem Reifen nicht mehr fahren und bei Zeiten den Wechsel vornehmen.
20:40 machte ich eine Pause. Ich hatte Dafna-Stiefel an. Bei warmen Wetter ziehe ich gerne Bambussocken an. Damit bleiben die Füße lange schweißfrei. In den Stiefeln Black Forrest und Equithéme hatte ich schon lange dünne Bambussocken verwendet. Bei den Dafna bot sich das noch nicht an, weil das Futter unter den Füßen aufgerissen ist und diese Stiefel nur mit dickeren Socken richtig bequem sind. Heute probierte ich vor kurzem besorgte dicke Bambussocken. Damit fühlte ich mich sehr wohl in den Stiefeln und zu diesem Zeitpunkt waren die Füße trocken, als hätte ich die Stiefel gerade erst angezogen. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber gerade 23 Minuten gefahren.
Die Pause dauerte nur ein paar Sekunden. Als ich wieder losfuhr, fing es an, zu regnen.
Mit Stiefeln und eng anliegenden Hosen bei Regen fahren ist nicht unangenehm, solange es an den Oberschenkeln nicht zu kalt wird. Am meisten stört, wenn die Brille so nass wird, dass nichts mehr zu sehen ist. Dazu war der Regen nicht intensiv genug.
Bei einem Stopp 20:56 sah es dann so aus.
Ein Regentropfen trifft den Stiefel.
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Regen nachgelassen und es zeigte sich eine helle Stelle in der Wolkendecke. Dieses Nachlassen dauerte nicht lange und der Regen wurde wieder intensiver.
20:57
Unter einem Baum blieb eine Stelle trocken. Der Reifen malte darauf Bögen. Ich malte einige parallele Bögen. In China hatte ich mal einen Mann gesehen, der in einem Park mit Pinsel und Wasser Schriftzeichen auf einen Weg malte. Die verschwanden schnell wieder. Meine Bögen ebenso.
Nasser Stiefel auf nassem Boden. 21:02, eine Drieviertelstunde nach Beginn, war ich abgestiegen, um die Bögen zu fotografieren. Was in den Stiefeln steckte, war trocken geblieben. Das Fußklima war immer noch so, als hätte ich die Stiefel gerade erst angezogen.
Jetzt hörte auch der Regen auf und ich fuhr nach Hause.