16.6.22

Parkplatzrunden mit dickem Reifen

An diesen Tagen ist das Wetter nachmittags zum Einradfahren etwas warm. Ich nahm mir deshalb vor, erst 20 Uhr anzufangen. Nachmittags hätte ich das beinahe vermasselt, weil ich im Bad mit der linken großen Fußzehe gegen eine abgestellte Schachtabdeckung trat. Die Zehe blutete zwar aus dem Nagelbett, schwoll aber nicht an. So klappte es doch noch.

20 Uhr waren die Bedingungen okay. Die Sonne schien nicht mehr stark und ein leichter Wind brachte Kühle. Ich drehte ein paar Parkplatzrunden am Spatzennest. Erwartungsgemäß war das mit dem 2,15" dicken Reifen schwieriger, als mit dem dünnen und leichten Originalreifen von Qu-Ax (1,75"). Es erfordert mehr Mühe, das Rad in die Kurve zu bekommen. Das ist auf dem Video erkennbar, wenn man ein Video vom 22. Mai zum Vergleich heranzieht:

Hier sieht es leichter aus. Mit diesem Reifen war jedoch das Fahren im Wald eine Herausforderung. Weil ich jetzt zwei Einräder in Altenburg habe, kann ich mich noch auf die Suche nach einem geeigneten 1,75"-Reifen machen. Den Originalreifen gibt es nicht mehr.


13.6.22

Bemme und starker Wind

Als wir in den frühen 80ern mit Mopeds unterwegs waren, hatten manche eine "Bemme" auf dem Hinterrad. Das war ein besonders dicker Reifen. Das sah gut aus, aber der Nutzen war zweifelhaft. Das Moped wurde dadurch träger, aber geländetauglicher.

Im letzten Post hatte ich mich über die Auswirkungen unterschiedlicher Reifenquerschnitte ausgelassen. Heute früh hatte sich eine Gelegenheit  ergeben, das Einrad, mit dem ich bis vor einem Jahr im Leipziger Auwald unterwegs war, nach Altenburg zu holen. Es hat einen ziemlich dicken Reifen, der für Waldfahrten sehr gut ist, aber für das Cruisen in Südost evtl. nicht so optimal ist. Heute wollte ich das prüfen. Als ich 17:25 losfuhr, war der Parkplatz des Spatzennest zugeparkt. Das ist um diese Zeit sehr selten. Wahrscheinlich war eine Versammlung. 

Ich fuhr deswegen gleich in den Wald. Auf dem Weg dorthin fiel mir auch, dass ich recht hoch saß. Die Sattelstütze ist bei diesem Einrad anscheinend höher eingestellt. 

Obwohl es mittags einmal kurz gewittert hatte, waren die Wege trocken und sandig. Es war stellenweise, wie auf trockenem Schlamm zu fahren. Die Bemme bewährte sich dabei hervorragend. 

Auf der Paditzer Straße fuhr ich aus dem Wald heraus, um die Wendigkeit zu testen. Starker Wind beeiträchtigte dieses Unterfangen.


Selbst unterhalb der Brücke an der Umgehungsstraße wehte der Wind stark. Ich nahm ein kurzes Video von ein paar Kreisen auf. Weil der Wind böig war und durch das Fahren im Kreis der Winkel zum Wind veränderlich ist, war keine gleichbleibende Geschwindigkeit möglich und das Fahren sieht wackelig aus.

Immerhin ging der Aufstieg in einer kurzen Flaute schnell.

Ab geht's.
Sattelstütze senkrecht
Linke Pedale getroffen
Mal kurz vorpendeln,
mal zurück

und schon lässt sich das Einrad anfahren. Ich konnte dann zwar im Kreis herum fahren, aber wegen des Windes war kein Vergleich zum schmalen Reifen möglich.

Ich fuhr dann wieder in Richtung Wald. Beim Abbiegen auf die Brücke muss eine relativ enge Rechtskurve gefahren werden. An dieser Stelle war gerade eine Flaute und es ging ziemlich leicht.

Im Wald fuhr ich bis zur Zwickauer Straße. Dort machte ich eine kurze Pause auf dem Schlagbaum.

Heimwärts wählte ich auf dem Weg zur Zschechwitzer Straße den Weg am Krankenhaus. Während der breite Hauptweg monoton abwärts führt, hat dieser Weg zu Beginn eine abschüssige Stelle, nach der es vorübergehend wieder bergauf geht. Die erste Abfahrt war ziemlich holprig, bis ich im Schotter hängen blieb. Nach dem Absprung musste ich ein Stück rennen, um nicht hinzufallen. Danach war es am Waldrand sicher, nur der Wind beeiträchtigte das Vergnügen etwas.

Nach 50 Minuten kam ich wieder am Startpunkt an. Der Parkplatz am Spatzennest war immer noch voller Blechlemminge, was weitere Wendigkeitstests unmöglich machte. Deshalb beendete ich hier die Fahrt.
 

9.6.22

Kurz vor der Reifenpanne

Heute hatte ich nach Feierabend Zeit für das Einrad. Ein Reifenwechsel ist seit einiger Zeit fällig. Einradreifen sind einer ungleichmäßigen Abnutzung ausgesetzt, weil die Pedalen starr mit dem Rad verbunden sind. Die höchste Belastung tritt in dem Bereich auf, der beim Aufsteigen unten ist. Deshalb muss man den Reifen oder die Pedalen von Zeit zu Zeit versetzen. Hier war das ausgreizt und und die Textilschicht kam zum Vorschein. Um noch einmal fahren zu können und den Schlauch zu schonen, schmierte ich das Zeug, das ich zum Schutz der Stiefelsohlen verwende, auf die abgenutzte Stelle und versetzte diese ein Stück von der Aufsteigsstelle weg. Mit einer anderen Flickschusterei hatte ich es einmal bis zum Märchenbrunnen und zurück geschafft. So weit wollte ich heute nicht und fuhr ab 17:40 ein paar Runden durch Südost. Interessant war, wie lange das aufgeklebte Material halten wird und ob sich die Reifengeometrie spürbar ändert. 

Wenn der Reifen gut ist, lässt sich das Einrad schön lenken. Eine leichte Gewichtsverlagerung genügt, evtl. unterstützt durch leichte Armbewegungen oder Hüftdrehungen. Das ist eine sehr bequeme, entspannte Angelegenheit und man ist damit ziemlich wendig. Wenn der Reifen einen kreisförmigen Querschnitt hat, ist das von Vorteil. Sonst kippelt das Einrad. Beim Fahrrad fällt das weniger auf. Ein dickerer Reifen eignet sich besser für Holperstrecken als ein dünner, braucht aber mehr Kurvenlage. Bei den Fahrten in Leipzig hatte ich lange Waldwege mit wenig Kurven. Da war der dicke Little Big Ben sehr gut. Für die nötigen Kurven reichte die Wendigkeit aus. In Altenburg ist die Wendigkeit interessanter, weshalb ich den dünneren Qu-Ax-Originalreifen bis zum Ende drauf gelassen habe. Er ist nicht mehr im Handel.

Beim Fahren wirkte sich der aufgeklebte Streifen nicht aus. Das Einrad kippelte nicht in den Kurven. Es war nur ein periodisches Geräusch zu vernehmen.

Nach zehn Minuten Fahrt zeigte das aufgeklebte Material Ablösungserscheinungen, aber es hielt. Der Kleber hatte mir also nochmal das Einradvergnügen gerettet. Fünf Minuten später beendete ich die Fahrt.


6.6.22

Pfingstmontag am Märchenbrunnen und etwas Einrad-Wetterkunde

Den Vormittag des Pfingstmontag hatte ich für das Einrad reserviert. Morgens hatte ich leichte Reizmagenprobleme. Erfahrungsgemäß verschwinden die auf dem Einrad. Ein Grund mehr, zu fahren. Zur Überlegung, welche Strecke ich fahren sollte und was am besten anzuziehen ist, ist es in dieser Jahreszeit nun interessant, wie schwül es ist. Allgemein ist in der Wettervorhersage der Taupunkt alltagspraktischer, als die relative Luftfeuchte, auch wenn beide zusammenhängen. Unterschreitet die Lufttemperatur den Taupunkt, beschlagen Fernrohre und Kameras und man muss Vorkehrungen treffen, z.B. einen Fön bereithalten. 

Unproblematisch ist es, wenn das Einrad beschlägt. Hier zählt ein anderer Wert. Ab einem Taupunkt von 16-17°C ist es schwül. Dann bringt Schwitzen nur noch wenig Abkühlung und man sollte eine Tour wählen, die nicht anstrengend ist. Auch auf die Wahl der Bekleidung hat der Taupunkt Einfluss. Im Play Store habe ich die App Hyperlocal Wetter gefunden, die auch in der werbefinanzierten Grundversion den Taupunkt angibt. Für den Entscheidungszeitpunkt 11:00 wurde ein Taupunkt von 16°C angezeigt. Die Temperatur lag bei 23°C und es wehte ein angenehm kühler Wind. Das bedeutete für mich grenzwertig, aber alles geht. 10:42 fuhr ich los, mit Ziel Märchenbrunnen. Nach einer Viertelstunde erreichte ich die Zwickauer Straße, was meiner durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 11 km/h entspricht.

Auf der anderen Straßenseite begann gleich nach dem Bismarckturm die wunderschöne Abfahrt zum Großen Teich. Zunächst ging es geradeaus. Am 15. Mai hatte ich versucht, diese Abfahrt mit dem Diensthandy zu fotografieren. Das hatte nicht funktioniert. Mit dem neuen Handy ging es besser.


Wenig später bog der Weg sanft nach rechts ab. So ist das Ende des Weges nicht zu sehen, aber man kann immer weit genug schauen. Der Weg ist so nicht langweilig, aber trotzdem sicher.


Die erste Rechtskurve zieht sich lange hin.


Wie 14. Mai beschrieben, war das früher mal meine favorisierte Strecke für freihändiges Fahrradfahren, übersichtlich, mit leicht zu fahrenden Kurven und man braucht nicht zu treten.


Die lange Rechtskurve macht den größten Teil der Abfahrt aus.




Dann geht es geradeaus, ein Hinweis auf eine Linkskurve.


Da deutet sie sich an.


Die Abfahrt wird auch ein wenig steiler, bleibt aber wunderschön entspannend.


Nun beginnen die Staustufen gegen Muren.


Hier die nächste vor einer kleinen Rechtskurve


Der Große Teich ist nun in unmittelbarer Nähe. Das Wegende ist aber immer noch nicht zu sehen.


Noch eine Staustufe und es geht wieder nach links.


Die letzte Staustufe und dann muss ich zwischen Baum und Absperrung hindurch fahren. Das ist mit dem Einrad ziemlich einfach. Deshalb muss ich das Handy nicht in Sicherheit bringen.


Ich bieg links ab und fahre unten weiter zum Märchenbrunnen.


Am Märchenbrunnen ist ein (Pflaumen?)-Baum von irgend etwas befallen.

Den Märchenbrunnen kann man umfahren. An der Westseite gibt es noch eine zweite Brücke.

Der Märchenbrunnen. Zur Zeit ist er teilweise in weiß.

Die dafür verantwortlichen Flugsamen lagen auch an der Stelle, wo ich das Einrad abgestellt hatte.

Das Zeug bildet große Klumpen und erinnert an Baumwolle.

Die Wasserpflanzen des Märchenbrunnen

Um abzukürzen, nahm ich auf dem Rückweg wieder den Feldweg. Der Raps ist inzwischen weitgehend verblüht.

Dafür blühen jetzt die Brennnesseln. Praktische Pflanzen, wachsen wild und schmecken gut.

Viele Libellen waren auch zu sehen.

Oben, am Waldrand, machte ich eine Pause. Das wohl anstrengendste Stück stand noch bevor, die Fahrt zur Zwickauer Straße.

Am Waldrand blüht zur Zeit ziemlich viel. Hier eine Malve.

Die Bänke am Waldrand sind weg. Deshalb nahm ich Platz auf einem Aststück. 

Eingangs hatte ich den Einfluss des Taupunktes auf die Auswahl der Bekleidung angedeutet. Gewählt hatte ich ein kurzärmeliges T-Shirt, eine ungepolsterte Hose und hohe, aber weite Stiefel. Fühlte mich bis dahin wohl damit.

Im der Umgebung blühten mehrere Pfalnzen, hier der Storchschnabel. Der ist zur Zeit überall zu sehen.

Kälberkropf

Nachdem ich die Aufstieg zum Bismarckturm im Sattel bewältigt hatte, machte ich auf der anderen Seite der Zwickauer Straße eine kurze Pause auf dem Schlagbaum.

Das anstrengendste Stück war nun bewältigt. Weiter ging es überwiegend bergab. Die Dafna-Stiefel hatten sich als gute Wahl erwiesen. Ich war damit über alle Problemstellen gekommen und hatte mich bei der leichten Schwüle nicht überhitzt. Nach 70 Minuten beendete ich später die Fahrt.

Abends bekam ich nochmal Lust, kurz zu fahren. Es hatte sich auf 20°C abgekühlt und der Taupunkt lag bei 15°C. Ich zog dazu die engen Stylo-Stiefel an. Bei denen hatte ich manchmal Probleme, dass die Sohlen auf den Pedalen verrutschten. Heute fühlte ich mich in diesen Stiefeln wohl und sicher und hatte keine Probleme.


2.6.22

Schmale Modsichel

In letzter Zeit ist das Leben in der Stadt während der Beruhigung der Corona-Krise erwacht. Es gab viele Feste und Versammlungen und so wurde die Zeit für das Einradfahren knapp.

Als ich abends um 20:20 wieder im Buchenring ankam, zeigten sich am Himmel prächtige Cirren. Bis Sonnenuntergang war noch etwas weniger als eine Stunde Zeit. Das Wetter war bei 17°C schön mild. Bestes Einradwetter.

So setzte ich mich 20:45 auf das Gerät, um ein Bisschen in Südost herumzufahren. Das machte auch gleich wieder Spaß, weil es sich auf dem Sattel sehr angenehm sitzt. 

Während einer kurzen Pause sah ich die schmale Sichel des zunehmenden Mondes, drei Tage nach Neumond. Schmale Mondsicheln sind abends in den Monaten um den Frühlingsanfang gut zu sehen. Diese Zeit geht nun vorbei. Deshalb und weil die Zeit sowieso knapp wurde, beendete ich das Fahren schon nach einer Viertelstunde.

Später nahm ich von der Wohnung im Dachgeschoss aus den Mond auf. Hier ein reines Handyfoto


und hier mit an das Okular eines Fernrohrs gehaltenem Handy.
 

23.5.22

Sonntags nach der Tagung

An diesem Wochenende hatte ich zunächst keine Gelegenheit, mit dem Einrad zu fahren, weil ich auf einer Tagung an der Sternwarte Hartha weilte.


Bei dieser Gelegenheit fällt jedes Jahr der Verlust an Infrastruktur auf. In Hartha gibt es keine Hotels mehr. Vor einigen Jahren gab es noch drei. So übernachteten wir im nahegelegenen Waldheim.

Auf dem Obermarkt steht der Nachbau einer Postdistanzsäule.

Die Entfernungen wurden damals in Stunden angegeben. Für Altenburg sind 11,5 Stunden angegeben.
Umgerechnet sind das 52 km. Bis 1990 gab es eine Bahnlinie Altenburg - Waldheim über Narsdorf. Damit ging es bedeutend schneller. Danach wechselten wir in den Autostaat Bundesrepublik, was ziemlich schnell zur Stillegung der Bahnstrecke führte. 

Später gab es Verbesserungen durch Verkehrsverbünde. Hier hilft es nicht wirklich, weil zwei Verkehrsverbünde auf der Luftlinie kammartig ineinandergreifen. Der günstigste Umweg ist der über Leipzig. Weiter nach Altenburg ist SEV. Die Mindestfahrzeit für die 52km beträgt mehr als drei Stunden.

 

10:18 hatte ich eine gute Verbindung nach Leipzig, hatte dort etwas gegessen und war nachmittags in Altenburg angekommen. Abends hatte ich Lust aufs Einrad. Inzwischen habe ich ein neues Handy und machte dabei ein paar Tests. 18:40 fuhr ich los. Der Parkplatz hatte eine Schattengrenze und der Himmel war mit Cirren verschmiert.

Eine nahe Vorbeifahrt an der Kamera im Schatten. Das Bild hat erwartungsgemäß keine Dynamik.
An der Schattengrenze

Gemütliches Fahren mit geringer Kurvenlage
Dam kam der seltene Fall eines Verstolperns. Es passiert auch hin und wieder beim Gehen, dass man ohne stolpert, ohne gegen ein Hindernis getreten zu haben. Bei Fußballspielen wird das häufig mit "in ein Luftloch getreten" kommentiert.
Hier ist der unbeabsichtigte Abstieg abzusehen.
Der Ablauf ist noch einigermaßen geordnet. Ich bekomme die Füße auf den Boden und greife nach dem Sattel, um zu verhindern, dass er auf den Boden fällt.

Ich bekomme den Sattel noch mit einem Finger zu fassen. Alles okay.

Noch ein paar Runden

Rechts herum fällt es mir schwer, habe hier aber immerhin 25° Kurvenlage.

Hier kommt es zum beabsichtigten Abstieg.


Ich wiederholte dann noch Aufnahmen von der Fahrt auf die Rampe zum Spatzennest. Im Unterschied zum 14.5. musste ich das Smartphone nicht ins Geländer klemmen.

Fokussierung klappt. Rad und Stiefel sind in der Nähe scharf abgebildet.
Ab geht's.
Wieder zurück
Nochmal los

Später machte ich eine Pause auf der Mauer. Der Weitwinkel der Selfiekamera ist wohl sogar weiter, als beim Diensthandy.

Nach einer halben Stunde beendete ich das Fahren. 

Zur Zeit habe ich keine Handyklemme für das Stativ. Gunt funktioniert hat dise Improvisation.