23.5.20

Kurz vor dem Regen

Heute war ich schon vormittags mit der Steuererklärung fertig geworden. So wäre viel Zeit für eine Einradfahrt nach dem Mittagessen. Doch je nach App wurde angezeigt, dass es sofort regnen würde oder kurz nach 13 Uhr. Dadurch konnte ich keine weite Strecke mehr fahren, als ich mich 12:30 auf den Sattel setzte.

In der vergangenen Nacht hatte es bereits einen Starkregen gegeben. Auf dem Weg zum Waldrand an der Friesenstraße war von den Wirkungen nicht viel zu sehen. Es gab nur wenige Pfützen. Ich fuhr dann Runden auf dem Wegedreieck im Waldstück Gottge. Die Wege waren nass, aber nicht verschlammt. Ingesamt gute Bedingungen.



Die einzigen Pfützen auf dem Dreieck befanden sich auf den südlichen Weg.



Der Bärlauch ist nun weitgehend verschwunden. Wegen der Bewölkung war es im Wald stellenweise so dunkel, dass keine guten Fotos während der Fahrt zu machen waren.

Ich fuhr drei Runden auf dem Dreieck, überquerte dann die Friesenstraße und fuhr bis zur Brücke 51.345504, 12.336171 über die Kleine Luppe. Auf der Lichtung wollte ich mir die Wetterlage ansehen. Trotz der Wetterlage machten einige Leute Picknicks auf Decken. Zum Zeitpunkt der Aufnmahme war es 13:03. Der Regen sollte allmählich beginnen. Sekunden später war der erste Tropfen auf einer Stiefelspitze zu sehen. Unverzüglich startete ich heimwärts.





An der Sportanlage Manfred von Brauchitsch (SV West 03) waren in der Kurve einige Pfützen zu passieren. Die Löcher sind ziemlich tief, weshalb es nicht sinnvoll ist hineinzufahren. Wenn kein Gegenverkehr kommt, ist diese Kurve mit einem Einrad trotzdem sehr leicht zu fahren, weil es in der Mitte einen Pfad gibt, der eben ist.

Das Tröpfeln wurde allmählich spürbarer.



Als ich an der Kreuzung Firesenstraße/William-Zipperer-Straße abstieg, waren nur kleine Tröpfchen auf den Stiefeln zu sehen. Doch dann wurde der Regen stärker. Ich kam gerade noch so ins Haus, ohne sonderlich nass zu werden.
Die kurze Tour hat 40 Minuten gedauert.

21.5.20

Zu Himmelfahrt nach Quasnitz

Gestern hatte ich nach dem erfolgreichen Holpertest der polsterlosen Hose einen Test auf einer längeren Strecke auf den Plan genommen. Auf längeren Strecken machen sich auch bei gepolsterten Hosen Druckstellen und Wundreibungen bemerkbar. Nach etwa einer Dreiviertelstunde ununterbrochenem Fahren fängt es allmählich an, zu drücken. Eine kurze Pause beseitigt dieses Gefühl wieder. Das Druckgefühl macht sich danach in einer kürzeren Zeit wieder bemerkbar. Das ist kein Problem, weil das nächste Brückengeländer zum Draufsetzen immer schnell erreichbar ist. Bei Hitze schwitze ich leicht auf dem Polster und bei mehr als zwei Stunden Fahrt kam es gelegentlich zu leichten Wundreibungen, die aber am nächsten Tag wieder weg waren.

Am heutigen Himmelfahrtstag hatte ich nach dem Mittagessen Zeit für eine längere Tour. Ich nahm mir mindestens zwei Stunden vor. Geeignete Strecke ist der Luppedeich Richtung Schkeuditz. Dort war zwar heute mit Staus durch Menschenmassen zu rechnen, aber ich fuhr erstmal hin. 12:44 stieg ich auf. Zur Brücke der Gustav-Esche-Straße nahm ich den Weg an den Sportplätzen vorbei, weiter am östlichen Ufer der Kleinen Luppe, weiter zum Heuweg, durch die Unterführung zum Güterring,  - wobei ich den Eindruck hatte, dass sich das Einrad mit der dünnen Hose leichter durch die Unterführung lenken ließ - an der Nahle entlang.

Um den Sitztest etwas härter zu machen, hatte ich auf den beiden Brücken über die Kleine Luppe keine Pausen gemacht und das Einrad langsam gefahren. Je sanfter ich auf die Pedalen trete, desto mehr Oberkörpergewicht ruht auf dem Sattel. So brauchte ich 28 Minuten bis zur Brücke. Unterwegs war ich zwei Himmelfahrtskommandos begegnet, die sich über ein "geklautes" Rad mokierten. Immerhin hielt es jemand für "clever, mit dem halben Rad weiterzufahren".

Der Himmel war wolkenlos. Die relativ helle Farbe der Hose erwies sich in der prallen Sonne als vorteilhaft. Die USG-Stiefel hatten sich wegen der weiten Schäfte bereits vorher als sonnenscheintauglich erwiesen.

Ich fuhr dann durch die Burgaue zur Brücke 51.371461, 12.29833, die nach Stahmeln führt, um das Ufer zu wechseln. Die Überquerung erforderte Timing. Drüben fuhren große Fahrradkolonnen und von der Brücke muss man mit etwas Schwung herunterfahren, weil man eine leichte Steigung in einer Kurve aufwärts fahren muss, um auf den Deichweg zu gelangen.



Auf dem Deichweg herrschte weiterhin reger Fahrradverkehr. Für ein Landschaftsfoto wartete ich eine Lücke ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon eine Brücke passiert und fuhr auf die Brücke bei Quasnitz zu. 



Am anderen Ufer waren vor der Brücke Bio-Rasenmäher eingesetzt. Die Brücke erreichte ich 13:45.


Damit war ich eine Stunde unterwegs und es stand fest, dass die Tour mindestens zwei Stunden dauern würde.

Kurz vor der Brücke fühlte sich das Gemächt kalt und taub an. Das ist keine neue Erfahrung. Ein kurzes Aufstehen beendet das Problem. Das geht auch während der Fahrt, weil die Brücke sehr nah war, war das nicht nötig.

Die angezeigten Koordinaten weichen nur Bogensekunden von der Messung an gleicher Stelle vom 12.5. ab.
Ich stand auf den Pedalen und lehnte am Geländer. Das Gemächt war schnell wieder ordentlich durchblutet.



Nach ein kurzer Blick auf die Schafe, dann machte ich mich auf den Rückweg. Beim Start war wieder Timing nötig, damit ich nicht gleich wieder an einer Klumpenbildung absteigen musste.




Die Bio-Rasenmäher belegten viel Fläche, hier ist ungefähr die Mitte der Herde.



Am linken Bildrand istr das Ende zu sehen.

Hose und Stiefel waren auf dem Deichweg der Sonne ausgesetzt. Zur Überhitzung kam es trotzdem nicht. Das ich nicht sonderlich auf dem Sattel schwitzte, empfand ich als Vorteil der neuen Hose.



Ich kam an Futter-Esparcetten. Visuell hatte ich schon gesehen, dass diese Bestimmung richtig gewesen war. Ich versuchte noch, ein besseres Foto zu machen, als am 12.5., bekam das aber während der Fahrt nicht hin.


Auf der Brücke 51.371461, 12.29833 wechselte ich dann wieder das Ufer und fuhr in die Burgaue. Dort war es schön gemütlich, kaum Leute und schattig. Auf der Brücke 51.3633, 12.3016 machte ich die nächste kurze Pause. Das Gesäß war nicht zerschunden in den Stiefeln fühlte ich mich trotz fast sommerlicher Verhältnisse immer noch sehr wohl. Zu dieser Zeit war ich anderthalb Stunden unterwegs. Der Test lief also gut.



Neun Minuten später war ich schon wieder auf der Gustav-Esche-Straße. Am Nahleufer wuchert der Japanische Flügelknöterich.

Wie schon bei der Hinfahrt war die Pause hier sehr sonnig. Ich fuhr dann weiter. An der Schranke vor der Hans-Driesch-Straße machten Betrunkene sportliche Übungenn. Einer stürzte dabei ab, was lautes Gelächter auslöste. Es sah auch komisch aus. Er hatte sich dabei anscheinend nicht weh getan, denn er stand auf und lachte mit.

Nach 2:10 Stunden beendete ich die Fahrt. Gegen Ende hatte es manchmal links im Schritt etwas gezwickt. Wundgerieben hatte ich mir dabei nichts. Die ungepolsterte Hose ist somit auch für Touren von mehr als zwei Stunden geeignet, vor allem bei hohen Temperaturen und Sonnenschein.

20.5.20

Neue Hose getestet



Meine schwarze Radlerhose hatte ich erstmals vor 15 Jahren angezogen. Sie ist inzwischen abgenutzt und ich sah mich nach einer neuen Hose um. Im Geschäft hatte ich nichts passendes gefunden und deshalb online bestellt. Dabei ergab es sich, dass die Hose kein Sitzpolster hat. Das fand ich zunächst bedauerlich, denn auf dem Einrad ist es wichtiger als bei einem Fahrrad, dass man bequem sitzt und Reifen, Sattel und Hose Stöße dämpfen. Beim Einradfahren lastet der Oberkörper mit fast dem gesamten Gewicht auf dem Sattel. Nur der Fuß, der gerade für den Vortrieb auf eine Pedale tritt, nimmt ein wenig Last ab. Beim Fahrrad liegt ein Teil des Gewichts auf den Händen am Lenker. Auch die Stöße durch Unebenheiten wirken auf dem Einrad stärker. Beim Überfahren des Hinternisses bekommt man einen vollen Stoss ab. Beim Fahrrad sitzt man zwischen zwei Rädern, was wie ein Hebel wirkt und den einen Stoß auf zwei halbe verteilt.

Durch die Lockerungen des Corona-Lockdown nehmen die sozalen Aktivitäten wieder zu und die Gelegenheiten zum Einradfahren ab. Heute machte ich im Homeoffice eine längere Mittagspause, um die Hose auszuprobieren, um zu erfahren, wie es sich ohne Polster auf dem Einrad sitzt.




Kurz nach 12 Uhr stieg ich auf. Der Sattel fühlte sich schmaler und glatt an. Außerdem spürte ich das breite hintere Ende viel deutlicher als mit Polster. Der Fußweg an der Friesenstraße ist mit seinen großen Gehwegplatten sehr holprig. Die Stöße schlugen aber nicht durch. Der bequeme Sattel dämpft also auch so ausreichend. Das Sicherheitsgefühl und Lenkbarkeit war auch unverändert.

Um die Pause nicht in die Länge zu ziehen, hatte ich nur vor, auf dem Wegedreieck in der Gottge am Waldrand zu fahren. Ich fuhr eine halbe Runde und bog dann rechts zum Huckel ab wo ich zuletzt einen ersten Holpertest mit den USG-Stiefeln gemacht hatte.

Bis zum Huckel war es auch heute ziemlich holprig. Ich saß trotzdem bequem. 
Bei der Gelegenheit machte ich ein Videoschnipsel von der Fahrt über den Huckel. Hier gucke ich, ob das Handy noch richtig steht.
Wenig später komme ich angefahren. Nach dem Aufsteiggen war ich sehr langsam angefahren und war dadurch oben an den Wegesrand geraten. Der Weg knickt oben eh links ab. So musste ich das Einrad leicht in die Kurve drücken.
 Dann ging es unangestrengt weiter.

Wegen dichter Bewölkung waren die Lichtverhältnisse ungünstig. Deshalb bin ich nur schemenhaft zu erkennen.





Während ich eine zweite Runde auf dem Wegedreieck fuhr, klarte es auf. Ich fuhr deshalb nochmal zum Huckel, um bessere Aufnahmen zu gewinnen.
Los geht's. Ich komme oben an und kann mich entscheiden, ob ich am Rand an den Steinen vorbeifahre oder zwischendurch.
Ich nehme das Zwischendurch. Das ist mit einem Einrad leichter, als mit jedem anderen Fahrzeug, denn es ist sehr kurz. Ich kann nicht räumlich sehen und liebe die Möglichkeit, noch unter mir lenken zu können. Beim freihändigen Fahrradfahren kann man nur durch Gewichtsverlagerung und Geschwindigkeitsänderung steuern. Auf dem Einrad hat man noch die zusätzliche Möglichkeit, das Becken unter dem Oberkörper zu drehen und so den Sattel als Lenker zu benutzen.

Anmerkung vom 25.5: Als ich am Nachmittag danach den Konsum in der Demmeringstraße verlassen hatte, fuhr eine Frau freihändig von der Hahnemannstraße kommend am Konsum vorbei und bog gleich wieder in die Rabenerstraße ab, ohne die Kurven zu schneiden. Die zweite Kurve war beim Rechtsabbiegen ein erstaunlich enger Bogen. Hatte ich vorher noch nicht so gesehen.
Vor dem Einradfahren hatte ich wenig Befassung mit freihändigem Fahren. Geübt hatte ich das im Altenburger Stadtwald in der Zeit vor dem Moped gerne auf dem abschüssigen Weg vom Waldessaum zum Großen Teich, der im Blog mehrfach beschrieben ist, auch bei den Fahrten zum Märchenbrunnen. Auf diesem Weg beschleunigte das Fahrrad auch ohne Treten gut. So konnte ich die Pedalen wie Fußrasten nutzen, was die Gewichtsverlagerung beim Steuern erleichterte. Wurde das Rad zu schnell, ließ es sich mit dem Rücktritt sanft abbremsen. Im unteren Bereich gab es an Drainagen und Querwegen Holperstellen. Hier war es zur Vermeidung schmerzhafter Stöße am Gesäß nötig, mit beiden Füßen zur Entlastung auf die Pedalen zu treten. Das bekam ich am besten mit hohen Gummistiefeln hin, wie heute das Einradfahren. Die Strecke enthielt leichte Kurven, die bergab einfach zu fahren waren.




Nun rollt das Rad leicht gebremst nach unten.



Bei der ersten Runde hatte ich eine Steinschlange gesehen. Diese Ketten aus bemalten Steinen werden seit Corona an vielen Orten gelegt. Eine sehr lange gibt es in Altenburg am großen Teich.


Ich fuhr dann zur Brücke über die Kleine Luppe und machte eine kurze Pause. Nach einer knappen Stunde saß ich noch bequem.
In der nächsten Zeit werde ich mal einen Test über eine Strecke von zwei Stunden oder mehr machen.

17.5.20

Kunst und Botanik im Schlosspark Lützschena

Heute war die gefühlte Temperatur sehr standortabhängig. Als ich 12:58 losfuhr, waren 14°C im Schatten und der Wind fühlte sich etwas kühl an. Die Sonne schien dagegen intensiv.

Bis zur Brücke der Gustav-Enge-Straße über die Nahle brachte ich 24 Minuten, was im Durchschnitt der letzten Tage liegt. Wegen der Sonneneinstrahlung hatte ich die luftigeren USG-Stiefel an und wollte damit mal in den Schlosspark Lützschena fahren.

An der Brücke machte ich eine kurze Pause vor dem Start dort hin. Im Hintergrund ist der Japanische Flügelknöterich zu sehen, eine Pflanze, die wir zuletzt in Facebook diskutiert hatten. Zuvor waren am Heuweg Blüten des asiatischen Springkrauts zu sehen. Die sind sehr schön, doch verdrängen sie fast alles andere.


Die Abfahrt vom Deich in den Schlosspark erreichte ich nach insgesamt 42 Minuten Fahrt. 13:45 kam ich an der Brücke 51.373213, 12.288283 an. Eine Premiere war dabei, dass ich anderes Schuhwerk an hatte, als die Black Forrest-Stiefel. Mit den leichten Stiefeln war ich bis hier her gut vorangekommen. Ich machte eine kurze Pause auf den Brückengeländer.
Der Graben war teilweise sonnendurchschienen. Die Pause beendete kurz darauf, weil eine Personengruppe ein Fotoshooting machen wollte.
Die Karte des Schlosspark Lützschena. Wenn man sie anklickt, wird der Text lesbar.
Bevor ich hinter der Brücke wieder aufstieg, fielen mir gefleckte Taubnesseln auf.
Hier Blüten im Detail.



Anstatt wie üblich direkt zum Dianapark mit dem Pavillon zu fahren, wählte ich heute ein Route am Nordrand des Parks. Am Kunstwerk Große Schwebe, das von Katrin Pannicke 2003/4 aus Eichenholz gefertigt wurde, stieg ich ab. Hier war ich zuletzt 2016. Gegenüber damals ist der Penis dunkler geworden.



Ein Größenvergleich


Um die Große Schwebe herum befindet sich eine wunderschöne Wiese mit vielen Blüten. Hier Frauenbiss.
Hanhnenfuß




Die Wiese war wunderschön. Die Rasenmäherarmeen der Städte kommen anscheinend hier nicht an oder werden abgewehrt.


Nochmal Frauenbiss




Unter der Großen Schwebe gibt es ein gemeinsames Wohnprojekt aus Mieren unmd Brennnesseln.


PantNet schlägt die Großblättrige Miere vor.




Ich fuhr dann weiter ohne Plan am Rosenteich vorbei. Damit war ich nahe am Dianateich mit dem bekannten Pavillon.


Nach einem Ausweichmanöver 4. Klasse (s. letzter Post), berührte ich mit einem Knie leicht den Boden. Der Pavillon war in Sicht.



Ich begab mich ann auf den Heimweg. Vor der der Brücke 51.373213, 12.288283 sah ich die dortigen Pflanzen an.


Das Blatt des Essbaren Klettwurz zeigte im Vergleich zum Stiefel erstaunliche Größe.


Japanisches Nelkenwurz?

Auf der Rückfahrt machte ich eine kurze Pause auf der Brückenmauer der Nahle. Zuvor hatte ich noch etwas Weißdorn für einen Tee geerntet. Nach 2:11 h beendete ich die Fahrt.



Weißdorn nach der Ernte. Die weißen Blütenblätter fallen sehr leicht ab.