23.9.23

Ähnlich wie Yoga

Meine letzte Fahrt war drei Wochen her und sehr kurz. Seither hatte ich keine Gelegenheit mehr gehabt. Für den kommenden Sonntag hatte ich mir eine Tour vorgenommen. Heute gab es noch Einkäufe und anderes zu erledigen. Eine Alarmierung der Feuerwehr am Morgen änderte das. Kurz nachdem ich das Haus verlassen hatte, wurde der Einsatz abgebrochen. Ich war nun munter, das Wetter war schön und sofort entstand ein Drang, mich aufs Einrad zu setzen. 

Ich pumpte Luft auf und zog die Black Forrest Stiefel an. Seit ich an beiden Stiefeln das Futter repariert habe, sind sie sehr eng und es ist mühsam, die Füße reinzuzwängen. Dann sind die Stiefel sehr bequem.

11:02 saß ich dann draußen und fühlte mich trotz der drei Wochen Pause sofort wieder wohl auf dem Gerät. Der Viscount-Sattel zeigt inzwischen Risse. Ich mag Viscount-Sättel. Ich sitze darauf sehr bequem und die Sitzfläche ist ziemlich lang. So kann ich mich mal nach vorn oder hinten umsetzen und wenn es mich an einer Holperstelle aushebt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich auf den Sattel zurück falle. Hier beginnt der Nachteil: Wenn es holprig ist, kann man sich vorn an einem Griff festhalten. Beim Viscount-Sattel sind die Griffe vorn und hinten mit kleinen Schrauben befestigt, die schnell ausleiern. Dann geht das Basteln los.

Kurz nach Beginn legte ich mit Steinen aus der Drainage des Spatzennest einen Slalom aus.

Meine besten Slalom-Stiefel sind zwar die Dafna, aber mit den Black Forrest geht es fast genau so gut. Die Schäfte sind gleich hoch und die Sohlen auch okay. So machte es Spaß.
 
Ein paar Ausschnitte:
 
Die Sonne war hier etwas durch Wolken gedämpft. Ich nähere mich der Schattengrenze des Obergeschosses des Spatzennest.

Auch im Schatten zeigen die glänzenden Stiefelspitzen interessante Spiegelungen. So etwas gucke ich mir auch ab und zu gerne während der Fahrt an.
Den nächsten Durchlauf fuhr ich im Sonnenschein und warf einen langen Schatten zu Seite.
Kurz vor der Schattengrenze
Wieder im Schatten

Ein zweiter Schnipsel aus der Videoaufnahmen

Ein paar Einzelbilder daraus
Kurz vor einem Stein
Der nächste Durchlauf
Beim dritten Durchlauf entschied ich mich für den Abstieg.
Ich musste nun aufpassen, nicht aus dem schmalen Bildfeld zu fahren und fahre parallel zur Steinlinie.
Ich nehme den linken Fuß von der Pedale.
Das Einrad kippt nach vorn.

Die Stiefelspitze berührt den Boden.
Der Ballen setzt auf.
Der Stiefel wird gestaucht und nimmt Energie auf. Stiefel sind gut für die Fußgelenke.
Auf dem kippenden Einrad hatte ich nur wenig Einfluss auf die Richtung. Deshalb muss ich wieder zurück. In der Luft drehe ich den rechten Fuß.
Mit dem nächsten Halbschritt beginne ich, ins Bild zurückzukommen.

Nun habe ich wieder mit beide Stiefel vollständig im Bild.

Nach dieser Aufnahme fuhr ich weiter in Südost herum und vielfach immer die gleiche Strecke: Die Rampe am Nordosteingang des Spatzennest herunter, dann durch den Slalom, weiter auf die gebogene Rampe am Südwesteingang des Spatzennest und am Slalom vorbei zurück. Dabei machte ich etwas Yoga-ähnliches. Auf den geraden Abschnitten suchte ich die maximale Entspannung. Ich fuhr mit wenig Tritt, so dass das Einrad langsam fuhr, aber noch sicher stabil. Dabei achtete ich auf gleichmäßige, ruhige Atmung. Abwechselnd konzentrierte ich mich auf die Kontaktstellen nach außen, den Sattel und die Pedalen. Das war wunderschön. Dass Sattel und Stiefel bequem sind, hatte ich schon erwähnt. Nun war es ins Extreme gesteigert. Zum Sattel passt das Wurzelchakra. Für Füße gibt es keins.

Solches meditatives Fahren ist nicht immer möglich, weil es kaum möglich ist, auf plötzliche Ereignisse zu reagieren. Heute war es kein Problem. Die Strecke war bekannt. Menschen waren von weitem zu sehen und streunende Katzen gibt es hier keine.

Nach einiger Zeit sammelte ich aber die Steine wieder ein und legte sie zurück in die Drainage. Dann machte ich das Einrad-Yoga noch eine Weile ohne Slalom weiter. Diese Art zu fahren war energiesparend. Ich hätte das vielleicht viele Stunden machen können. Nach einer Dreiviertelstunde hörte ich aber auf, weil ich noch einkaufen musste und zum Mittel.


4.9.23

Eine Viertelstunde auf dem Einrad nach Feierabend

Morgens schien die Venus hell am Himmel. Heute hatte ich Bürotag und musste deswegen zeitig raus. Den ganzen Tag zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. 

Am Ende des Heimwegs wog ich ab, ob ich etwas Ordentliches essen sollte oder kurz mit dem Einrad fahren. Das Einrad gewann. Wenige Minuten vor 19:30 kam ich zu Hause an. Es war kurz vor Sonnenuntergang und es blieb nur wenig Zeit, weil die folgende klare Nacht astronomisch genutzt werden sollte.

Um Zeit zu gewinnen, prüfte ich den Reifendruck nur mit der Hand und zog die Equithéme-Stiefel an. Die sind wie Turnschuhe mit Schäften dran und ich komme damit schnell das Treppenhaus herunter. So saß ich schon 19:32 draußen auf dem Einrad und fuhr im Bereich des Spatzennest herum. 


Für das Fahren in Südost sind die Equithéme sehr gut geeignet. Um die Zeit auszulasten fuhr ich verhätnismäßig intensiv und machte nur eine kurze Pause. Nach einer Viertelstunde beendete ich die kurze Fahrt.

2.9.23

Dreh im Garten

Meine letzte Einradfahrt war über zwei Wochen her. Die letzte Fahrt durch den Wald hatte ich sogar vor Monaten, im Mai, unternommen. Heute hatte ich am Vormittag im Garten einen Termin. Da bot es sich an, mit dem Einrad hinzufahren. Kleines Problem war Regen am Vorabend. Der ließ Schlamm erwarten. Weil ich morgens Zeit verplempert hatte, nahm ich trotzdem das Einrad mit dem schmalen, profilarmen DSI-Reifen und fuhr 10:10 Uhr los. Im Wald waren die Wege nasser, als ich erwartet hatte. Das Rad hatte deshalb einen größeren Rollwiderstand, als auf einem trocknenen Waldweg, ließ sich aber sicher fahren. 

Nach dem Überqueren der Zschechwitzer Straße beim Krankenhaus ging es bergauf. Erfreut bemerkte ich, dass man die Löcher zugeschüttet und den Weg insgesamt gut geebnet hat. Ich musste mich nicht sonderlich auf die Strecke konzentrieren und kam trotz der Nässe entspannt noch oben. Auch der weitere Weg am Stadion vorbei zur Zwickauer Straße war geebnet und nicht mehr stressig.

Zum Überqueren der Zwickauer Straße brauchte ich nicht abzusteigen. Danach hielt ich eine Pause für überflüssig. Ich saß noch sehr bequem und nun ging es vom Bismarckturm bis zum Großen Teich nur noch bergab. Das strengte überhaupt nicht mehr an. Etwas lästig war vielleicht, dass ich die Beine mit den Pedalen mitbewegen musste. Ich kann mich noch daran erinnern, dass dieser Abschnitt mit dem Fahrrad freihändig schön zu fahren war. Das Fahrrad rollte. Wurde es zu schnell, musste ich nur den Rücktritt betätigen. Nur war der Sattel nicht so bequem und bei der deutlich höheren Geschwindigkeit war es ein Geratter.

Nach 22 Minuten kam ich in der Gartenanlage an. So angenehm war ich selten dorthin gelangt, ununterbrochen bequem gesessen. 

Der eingangs erwähnte Termin waren Videoaufnahmen mit Mike Langer von altenburg.tv. Er macht zur Zeit Reportagen über das Kleingartenwesen in Altenburg. Die Stadt mit knapp 30.000 Einwohner*innen hat 66 Kleingartenanlagen. Das ist ein Rekord. Die Vereine sind innovativ geworden, um Leerstand zu vermeiden. In der Einheit brachte das Projektgärten und die Vergabe an Geflüchtete. Beides hat die Anlage belebt und ein Teil ist der Sternengarten.

Beim Aufbau des Fernrohres hatte ich die dünnsohligen Dafna-Stiefel von der Einradfahrt anbehalten. Umgraben o.ä. war heute nicht vorgesehen.


Im September ist noch Einiges am blühen.

Eine Stockrose, die lange nichts mehr gemacht hatte, blühte wieder.

Der Storchschnabel erlebt eine zweite Blüte.


 

Ebenso das Schöllkraut. Es ist fast wie im Frühling.

 

Im Frühjahr hatte ich eine Gundermann-Pflanze aus dem Wald mitgenommen. Sie expandiert.


Nässe bei gleichzeitiger Wärme diese Entwicklung.


Hummel an einer Sonnenblume
Hummel und Wespe vertragen sich an einer Königskerze.
Das Wetter besserte sich und eine Sonnenbeobachtung mit Filter wurde möglich.
Mike probierte eine Videoaufnahme.
Am Rand war ein großer Sonnenfleck zu sehen.

Der Heimweg war anstrengender, als der Hinweg. Der kraftsparende Umweg über den Märchenbrunnen erschien mir wegen Schlamm nicht sinnvoll. Deshalb ging ich den langen, direkten Weg vom Großen Teich zum Bismarckturm zu Fuß bergauf. Vor dem Turm stieg ich auf. War erstmal wieder schön bequem. Aber nach 100m musste ich verkehrsbedingt an der Zwickauer Straße absteigen. Dann konnte ich durchfahren.

Die abschüssige Fahrt zur Zschechwitzer Straße war so bequem, dass ich während der Fahrt brauchbare Fotos aufnehmen konnte. Auch der schwierigere Abschnitt nach Südost war nicht allzu schwierig und so kam ich 13:55 zu Hause an.

Der Fernsehbericht

14.8.23

Taupunkt 21°C

Heute war ein heißer Tag mit Höchstemperaturen um 30°C. Nachmittags zogen Gewitter durch Mitteldeutschland. Eines arbeitete sich an der sächsischen Grenze über Haselbach und Regis- Breitingen ab. Altenburg hatte keinen Regen abbekommen. Doch auch hier hatte es sich abgekühlt. In Horizontnähe zogen noch ein paar Reste von Gewitterwolken vorbei. 

Als ich mich 20:07 auf das Einrad setzte, waren noch 24°C. Allerdings lag der Taupunkt mit 21°C sehr hoch. Je nach Definition ist es ab einem Taupunkt 16,5°C oder 17°C schwül. Bei der hohen Luftfeuchte bringt Schwitzen nur wenig Abkühlung und die gefühlte Temperatur ist höher, als die tatsächliche.

Zum Verzicht auf Stiefel und lange Hosen hatte das noch nicht angeregt. Der Fahrtwind brachte etwas Abkühlung und so fühlte ich mich trotzdem wohl. Ich fuhr wie zuletzt üblich im Bereich Spatzennest, Pappelstraße und Buchenring herum. Dabei gab es keine Besonderheiten.

Die Zeit war heute begrenzt. Gegenüber Ende Juni geht die Sonne jetzt etwas eine Stunde früher unter und es ging auf eine klare Nacht zu, die ich für astronomische Beobachtungen nutzen möchte. Für Videoaufnahmen war es eh schon etwas dunkel. So beendete ich nach 23 Minuten um 20:30 das Fahren und dieser Bericht fällt etwas knapp aus.


7.8.23

Pfützen nach Schauerwetter

Der August ist bisher kühl und nass. Heute gab es tagsüber eine rasche Folge von Schauern, die plötzlich und fast ohne Vorwarnung losbrachen. Um 18 Uhr beruhigte sich die Lage. Es blieb zwar kühl und windig, aber es kamen keine Regenschauer mehr, dafür schien öfters die Sonne.

18:45 startete ich mit dem Einrad vom Regen waren noch einige Pfützen geblieben. Mit dem Einrad durch Pfützen fahren ist unproblematisch. Es hat zwar kein Schutzblech, aber ich hatte hohe Stiefel an.

Vier Einzelbilder aus dem Video: Von vorn sind kaum Spritze zu sehen.
Abbiegen vor der Kamera in einer kleinen Pfütze
Von hinten gesehen spritzt Wasser über die Höhe der Radnabe.

Ein weiteres Abbiegen vor der Kamera

Später legte ich unten auf dem Parkplatz einen Slalom mit Steinen aus und fuhr ihn mehrfach. Zwei Jungen mit Fahrrädern fanden das interessant und versuchten den Slalom zu fahren. Ein Fahrrad ist aber weniger wendig, als ein Einrad. Sie bauten später weiter hinten einen passenden eigenen Slalom.

Nach einer halben Stunde beendete ich das Fahren.


 

31.7.23

Eine Viertelstunde in Stylos bei trübem Wetter

In der letzten Zeit ähnelt das Sommerwetter dem in den 70ern, regnerisch und kühl. Heute blieb es nach einem verregneten trübe. Als ich 18:36 losfuhr, war es so dunkel, dass ich auf Videoexperimente verzichtete.

Als kleine Herausforderung hatte ich mal wieder die Stylo-Stiefel angezogen, mit denen es vergleichsweise schwierig ist, die Sohlen optimal auf den Pedalen zu positionieren und zu halten. Einen Tag nach den Dafna war der Unterschied zu bemerken. Auf den Videos vom 18.7. fällt das nicht auf. Es ist eher mit den Füßen zu spüren und ein Training für die Balance. Wenn die Möglichkeiten eingeschränkt sind, etwas mit den Pedalen auszugleichen, muss ich es mit dem Bauch machen. Das geht solange gut, bis doch mal ein Fuß von einer Pedale rutscht. Am 18.7. war das nicht passiert, heute einmal.

Heute begnügte ich mich wegen Zeitmangel mit einer Viertelstunde.


30.7.23

Kurze Sonntagsfahrt

Heute sah es zunächst nicht nach Einrad fahren aus. Nachmittags regnete es und es wehte ein kräftiger Wind. Abends wurde das Wetter aber schön. Nach einer zweitägigen Party war ich nicht sonderlich fit, aber das machte nichts. Auf dem Einrad sitzt man ziemlich bequem und das Fahren ist nicht sehr anstrengend. 19:09 fuhr ich los.

Beim letzten mal hatte ich das Fahren am südwestlichen Zugang des Spatzennest von einer erhöhten Stelle aus aufgenommen. Das brachte eine Verbesserung. Heute probierte ich das an der Nordostseite.


Der Effekt ist hier weniger auffällig.


Ein zweiter Versuch. Um Zeit zu sparen, fuhr ich in einer engeren Kurve an die Rampe heran, als üblich. Das war dann wohl doch etwas anstrengend, weshalb ich einmal hochwärts nach dem Geländer fasste.

Heute fuhr ich eine halbe Stunde.


 

26.7.23

Stiefeltest nach kurzem Strafwetter

Unter Menschen, die sich mit Astronomie beschäftigen, ist ein Aberglaube verbreitet, dass die Beschaffung oder Reparatur eines Fernrohrs oder irgend eine andere Maßnahme, die zur Verbesserung der Beobachtungen mit Strafwetter geahndet wird. Hier im Blog hatte ich schon manchmal darüber spekuliert, dass es so etwas vielleicht auch für das Einrad fahren gibt. Wobei die Wirksamkeit der Strafe hier geringer ist. Man kann bei fast jedem Wetter mit dem Einrad fahren.

Nach den Reparaturen an den Black Forrest Stiefeln am Sonnabend gab es hier viel Regen. Heute kam nach Regen am Nachmittag die Sonne raus und nach 18 Uhr hatte ich Zeit für das Einrad. Es war zunächst eine Herausforderung, die Stiefel anzuziehen. Durch die Klebearbeiten waren die Schäfte verdammt eng geworden und ich brauchte etwas Zeit, die Füße hineinzuzwängen. Als ich durch war, fühlten sich die Stiefel wieder bequem an. 18:33 fuhr ich dann los.


Zum Fahren eigneten sie sich auch wieder gut. Der Slalom ließ sich gut fahren.

Ein Einzelbild davon. Weil ich die Black Forrest früher besonders bei längeren und anstrengenderen Touren an hatte, hatte ich mir vorgenommen, nicht weniger als eine Stunde zu fahren.


 

Ein weiteres Video nahm ich am am südwestlichen Zugang des Spatzennest auf.

Danach kam ich auf die Idee, es mit einer Aufnahme schräg von oben zu probieren. Da verdeckt das Gitter nicht so viel. Für den erhöhten Standort eignete sich die Wiese.

Ein Ausschnitt

Wenig später machte ich eine Pause. Mit den engen Schäften sind diese Stiefel nicht unbedingt Bequemlichkeitswunder, aber sie bandagieren wunderbar für ein ermüdungsarmes Fahren. Die vorgenommene Stunde fiel leicht. 19:35 war die Fahrt zu Ende.



22.7.23

Bequemer Sport und endzeitliche Basteleien

Vorgestern mangelte es an Zeit für das Einrad, gestern regnete es. Heute sah es wieder gut aus. Nach Einkäufen musste ich noch auf ein Paket warten. Danach bastelte ich ein wenig, worüber am Ende des Posts zu lesen ist. Dann saß ich 19:22 auf dem Einrad. Diesen Post möchte ich der Bequemlichkeit und dem Wohlfühlen widmen. Das war auch der Anlass, wie ich überhaupt zum Einrad fahren gekommen war. Ich hatte es bis dahin für abwegig gehalten, mich jemals auf ein Einrad zu setzen, weil ich bei Sport ziemlich unbeholfen bin. Dann sah ich zufällig eine Einradfahrerin zu Hause wenige Meter vor mir. Die Beobachtung, dass gewöhnliche Menschen Einrad fahren können, hätte noch kaum Bedeutung für mich gehabt. Ich hatte aber den Eindruck, dass sie sehr bequem saß, viel bequemer als auf einem Fahrrad. Dadurch bekam ich Lust aufs Einrad. Einräder sind auch nicht teuer. Es ist ja nicht viele Teile dran. Die Einradfahrerin sah ich später nie wie wieder. Was Zufallsbeobachtungen von wenigen Sekunden Dauer so auslösen können..

Dass mir Einrad fahren in hohen Stiefeln besonders gefällt, war eine längerfristige Geschichte. Zunächst ging es darum, Verletzungen zu vermeiden. Darüber hinaus werden Kräfte von den Fußgelenken auf die Schäfte umverteilt. Da gilt die Regel, je länger die Schäfte, desto bequemer. Nebenher sind Gummistiefel bequem, weil das Material elastisch ist.

Heute hatte ich die Dafna an. Die sind auf dem Einrad die bequemsten. In dieser Woche hatte ich Videos mit den niedrigeren Stylo und Equithéme gezeigt, mit den Dafna in der vorigen Woche. Daher war ich heute auf Einzelbilder aus und stellte die Kamera auf 4K mit 30 fps sein. Das liefert jede Menge Einzelbilder mit hoher Auflösung. Die muss man nur noch durch Topaz jagen, um das heftige Rauschen loszuwerden. Dann geht es.

Ich fuhr einige Minuten in verschiedenen Entfernungen und aus verschiedenen Richtungen an der Kamera vorbei, um in einen passenden Bildausschnitt zu fahren..

Lenken: Wenn ich bloß mal kurz díe Fahrtrichtung ändern möchte und nicht länger in der Kurve bleiben möchte, behalte ich den Oberkörper senkrecht und drücke das Becken in die Kurve.

Körperhaltung: Die ideale Haltung ist, wenn die Sattelstütze senkrecht steht und verlängert bis zur Stelle reicht, wo die Wirbelsäule den Kopf erreicht. Das ist hier nicht der Fall. Die Sattelstütze zeigt leicht nach hinten. Der Oberkörper ist aber auch etwas nach hinten geneigt. Eine Abbremshaltung. 


Beginn einer Rechtskurve

Beginn einer Linkskurve. Auf dem Einrad wunderschön für die Bewegungsfaulheit. Ich muss nicht nach einem Lenker greifen. Es genügt, den Sattel etwas in die Kurve zu drücken. Den schon leicht rissigen Sattel hatte ich nach der letzten Fahrt mit Glyzerin eingeschmiert. So bleibt das Kunstleder schön geschmeidig. Der Sattel ist der Lenker des Einrades.

Es ist bequem, so zu sitzen. Die Beine hängen seitlich vom Sattel herunter und das Becken steht aufrecht. So ist es bequem, gerade zu sitzen. Anders ist es auf einem Hocker oder der Bank einer Biertischgarnitur. Dort sitze ich zunächst gerade. Das ermüdet schnell. Dann sitze ich mit krummen Buckel, bis das unangenehm wird. Dann richte ich mich wieder auf usw. Auf dem Einrad ist beliebig lange gerades Sitzen am bequemsten. Problematischer ist die Sitzfläche. Deshalb setze ich mich ab und zu kurz auf Mauern oder Schlagbäume.


Hier steht die Sattelstütze senkrecht.
Nach einigen Minuten war ich der Ansicht, dass das Video für genügend Einzelbilder reichen würde.
Eine Pause. Eine Dreiviertelstunde verbrachte ich auf dem Einrad. Ein Optimum an Bequemlichkeit liegt für mich ungefähr bei 95% auf dem Einradsattel und 5% der Zeit auf den Arschbacken auf der Mauer oder sonstwo.

Nun zu den eingangs erwähnten Bastelarbeiten. Die Dafna-Stiefel benutze ich seit 20 Jahren. Sie sind sehr haltbar, was gut ist, weil es keinen Ersatz gibt. 2007 hatte ich einmal Risse im Futter geflickt. Das hält seitdem so, obwohl die Risse über den Flicken heraus ragen. Die Risse waren entstanden, weil ich damals anstatt eines Schuhlöffels einen Stab benutzt hatte.

In den Black Forrest Stiefel entwickelte sich ein ähnliches Problem. Die sind gleich hoch wie die Dafna und waren jahrelang meine bevorzugten Stiefel. Mit ihnen fuhr ich einmal 99 Minuten ohne Pause und meine längste Strecke von 24 km. Sie hatte ich seit Mai nicht mehr getragen, weil das Futter eingerissen ist. Beim Fahren war das nicht zu spüren, weil die Fersen auf den Sohlen blieben. Beim Gehen raspelte das gelbe Zeug an den Fersen.

Anders als vor zehn Jahren sind hohe Gummistiefel, wie Dafna und Black Forrest, in der Größe 46 nich mehr beschaffbar. Deshalb sind Reparaturen unumgänglich.

Vom Mikrofasertuch, von dem ich ein Stück 2007 in den Dafna-Stiefel eingeklebt hatte, war der Rest noch da. Textilkleber musste ich neu besorgen. So begann die Bastelei.

Diese Basteleien erinnern an das Buch "Der Untergang der Stadt Passau" von Carl Amery. In diesem Buch geht es um zwei Gruppen Menschen, die eine große Katastrophe überlebt haben. Eine Gruppe besetzt die Stadt Passau, weil sie dort intakte Wasserkraftwerke vorfindet. Im Laufe der Jahre wird es immer schwieriger, irgend etwas instandzuhalten.

Rechter Stiefel
Linker Stiefel. Mal sehen, ob es hält. In dem Dafna hält so ein Flicken schon seit 16 Jahren. Beim Dafna kann ich allerdings sehr leicht rein- und rausschlüpfen. Die Black Forrest sind bei gleicher Schaftlänge sehr eng. Ich brauche immer etwas Zeit, die Füße in die engen Dinger reinzuzwängen.
 

18.7.23

Eine halbe Stunde in Stylo

Heute kam ich nach einer Ausbildung bei der Feuerwehr spät nach Hause und konnte erst 20:31 losfahren. Es blieb noch ungefähr eine halbe Stunde Zeit, um nicht in Stress wegen der bevorstehenden klaren Nacht zu geraten. Nachdem ich gestern die wenig benutzten Equithéme-Stiefel an hatte, probierte ich es heute mal mit den Stylo. In früheren Posts hatte ich darüber geschrieben, dass deren Sohlen nicht ganz so ideal sind. Es war mehrfach passiert, dass ich mit einem Absatz auf die Kurbel gerutscht war und absteigen musste.

In den ersten Minuten ließen sich die Stiefel ohne Probleme auf den Pedalen halten. Für einen weiteren Test letzte ich wieder einen Slalom mit zehn Steinen aus und nahm ein Video davon auf. Es sieht nicht anders aus, als die Videos mit anderen Stiefeln. Nur die auf dem Video nicht zu sehenden Wenden hinter der Kamera waren wackelig. Ich kam aber jedesmal herum und auch wieder in den Slalom rein. Das Video ist ungeschnitten.

 
 
Während die Aufnahme des Slalom lief, tauchte wieder das Mädchen auf, das gestern Fragen nach ein Einrad gestellt hatte. Ich bat es, das Fahren von Kreisen u.a. aufzunehmen. So kam ich zum ersten Video mit bewegter Kamera seit vielen Jahren.

Die sonst für Pausen genutzte Mauer überließ ich wieder Kindern und nutzte Geländer, um die Stiefel auf den Pedalen zu lassen. Mit den engen, glatten Schäften sehen die Stiefel für Gummistiefel ziemlich elegant aus und es ließ sich besser damit fahren, als anfangs befürchtet.
Gegen Ende der halben Stunde war die Mauer wieder für eine Pause frei. Kurz danach musste ich noch einmal die Füße auf den Boden setzen, um die Slalomsteine einzusammeln und wieder in die Drainage zu legen. Wie vorgesehen, beendete ich das Fahren nach eine halben Stunde.
 

17.7.23

Eine Stunde in Equithéme

Heute war die Tageshöchsttemperatur unter 30°C geblieben und es war windig. Deshalb ging ich heute ein Bisschen zeitiger mit dem Einrad raus, als bei den Fahrten der letzten Zeit. 19:46 fuhr ich los.

Um etwas Abwechslung zu haben, hatte ich mal die Equithéme-Stiefel angezogen. Die hatte ich Monate nicht mehr an gehabt. Sie sind sehr leicht und haben vergleichsweise kurze Schäfte, weshalb ich sie auch schon als Sommerstiefel bezeichnet hatte. 

Einrad fahren war damit bisher sehr leicht gewesen. So war es auch heute auf Anhieb wieder. Es war ein entspanntes Fahren. Lediglich bekam ich zunächst bergauf weniger Wucht in den Antritt gegenüber den Dafna.


 

Nach knapp zehn Minuten nahm ich ein Video vom Slalom auf. Wie am 13.7. legte ich dazu zehn Steine aus und das Handy bildete die elfte Markierung. Bei den häufigen Richtungsänderungen sind bequeme Stiefel mit guten Pedalkontakt vorteilhaft. Mit den Equithéme ging das ziemlich gut.

Sollte das Video nicht aus dem Blog heraus starten, bitte auf "YouTube" klicken.

Ein Einzelbild aus dem Video.

Später war mir danach, nochmal Umrundungen des Buswartehäuschens in der Pappelstraße aufzunehmen. Dazu musste ich eine Zeit abwarten, zu der keine Menschen auf einen Bus warteten.

20:07 war es dann so weit. Den Bildausschnitt bekam ich heute besser hin. Heute bekam ich auch die Wende hinter der Laterne enger hin. Ob das an Übung liegt oder ob dieses Manöver mit den Equithéme besonders leicht zu fahren ist, weiß ich noch nicht.

Auf diesem Bild ist erkennbar, dass es Spaß gemacht hat.

Die Mauer, auf der ich sonst meine kurzen Pausen mache, war heute zeitweilig zwei Kinder belegt. Dann nutzte ich ein Geländer. Ging auch.

Eines der Mädchen meinte, dass ich der beste Einradfahrer wäre, den sie kenne. Wahrscheinlich kennt es keinen anderen. Es stellte dann die Frage, ob man vor dem Einrad fahren freihändig Fahrrad fahren lernen müsse. Das konnte ich nicht beantworten. Einrad fahren erscheint mir leichter, als freihändig Fahrrad fahren.

Das andere Mädchen interessierte sich für die Stiefel und wollte wissen, warum ich welche an habe. Ich erklärte, dass mir Einrads fahren in Stiefeln leicht fällt. Probleme mit Schweiß konnte ich verneinen. Ich schwitze zwar, aber solange die Füße in den Stiefeln stecken, spüre ich das nicht. Das Futter saugt den Schweiß unter den Füßen weg. Zum Zeitpunkt der Frage war ich eine Dreiviertelstunde mit den Stiefeln gefahren und fand sie immer noch angenehm. 

Ich machte danach noch die Stunde voll.

13.7.23

Slaloms am Abend

Heute hatte ich wieder Zeit für das Einrad und es sollte der kälteste Tag der Woche mit etwas unter 30°C werden. Sah also gut aus. Als ich 20 Uhr auf das Einrad stieg, betrug die Temperatur 24°C und es wehte ein leichter, kühler Wind. Schönes Einradwetter.


Die Auffahrt auf den gebogenen Zugang zum Spatzennest hatte ich hier schon mehrmals als 180°-Kurve von links gezeigt. Gestern hatte ich das erstmals als S-Kurve probiert. Das war nicht schwierig. Das Umverlagern von links nach rechts und umgekehrt fühlt sich auf dem Einrad schön an. Deshalb nahm ich ein Video von dieser schönen Sache auf.


Um die Freude an den Richtungswechseln weiterhin zu haben, legte ich einen Slalom mit zehn Steinen aus.

Das Licht reichte sogar aus, um Einzelbilder zu gewinnen. Später band ich diesen Slalom in Ausdauerfahren ein. Der anstrengenste Teil war die Wende an hinteren Ende im Bild. Auf der anderen Seite hatte ich eine Ausruhstrecke am Parkplatz. Anfangs war ich skeptisch, ob sich das lange fahren lässt. Für den Fall, dass es doch nicht aufhört, hatte ich mir vorgenommen, nach einer Viertelstunde damit aufzuhören. Das Einrad ist eine Droge im Sinne von süchtig machen.
Nach dieser Viertelstunde machte ich einige Sekunden Pause und hatte bis dahin 55 Minuten auf dem Einrad gesessen. Sport in hohen Stiefeln im Sommer? Auf dem Einrad ja. War dann insgesamt eine Stunde damit unterwegs.

10.7.23

Spontane Abendfahrt nach heißem Tag

Das Wochenende war heiß, mit Temperaturen über 30°C. Heute war es wieder so. Eine Gewitterwarnung gab es, aber in Altenburg blieb es trocken. Abends kühlte es etwas ab und das machte Lust auf das Einrad. Die letzte Fahrt lag schon drei Wochen zurück.

20:19 fuhr ich los, um einige Runden am Spatzennest und in der Umgebung zu fahren. Weil die Temperatur auf 25°C abgesunken hatte ich nicht darauf verzichtet, meine hohen Stiefel anzuziehen. Das Fahren damit machte wieder großen Spaß und fühlte sich sehr sicher an.


 

Nach knapp zehn Minuten probierte ich wieder ein Video vom Wenden am Buswartehäuschen in der Pappelstraße, diesmal im Querformat. Der Bildausschnitt ist so etwas besser.

Danach probierte ich, Runden um das Wartehäuschen zu fahren. Das erwies sich als ziemlich einfach.

Ich fuhr danach noch etwas in der Gegend herum, wobei ich die letzten zwanzig Minuten ununterbrochen fuhr, zwischen den beiden Parkplätzen am Spatzennest hin und her mit Abstechern zur Bushaltestelle und anderen Stellen. Dabei war mir heute danach, die Geraden nicht zum Ausruhen zu nutzen, sondern fast die gesamte so schnell zu fahren, wie ich kann, ohne ungleichmäßig zu treten.

Insgesamt verbrachte ich heute eine Dreiviertelstunde auf dem Sattel.

20.6.23

Kurzes Video am Buswartehäuschen

Heute waren die Wetterbedingungen ähnlich wie gestern, heiß und schwül. Nach 20:30 unterschritt die Temperatur 25°C und es wurde ausreichen angenehm zum Einrad fahren. 20:53 stieg ich auf.

Sollte anstatt des Videos nur eine Gebetsmühlen bzw. Ladeschnecken zu sehen sein, bitte auf Youtube klicken.

Kurz nach Beginn kam ich auf die Idee, einmal Fahren um das Buswartehäuschen der Bushaltestelle Pappelstraße aufzunehmen. Das muss ich bei Gelegenheit nochmal aufnehmen. Es war zur späten Stunde nur noch wenig Licht und der Bildausschnitt ist zu klein. Immerhin ist einigermaßen erkennbar, was ich da mache. Mit dem Einrad ist das recht einfach zu fahren. Mit einem zweirädrigen Fahrrad stelle ich mir das schwieriger vor.

Wie gestern fuhr ich zunächst mehr als üblich auf den Gehwegen, weil diese abgesehen von den ersten Minuten zur späten Stunde frei waren. Gefährden konnte ich auch niemand, weil ich von der erhöhten Sitzposition auf dem Einrad aus auch über Hecken schauen konnte, die sonst den Blick in Kurven verdecken.

Es wurde wieder eine halbe Stunde, wobei ich die letzten zehn Minuten damit verbrachte, zwischen den beiden Parkplätzen am Spatzennest ununterbrochen hin und her zu fahren.

19.6.23

Eine halbe Stunde zu später Uhrzeit

Heute stiegen die Temperaturen bis auf 29°C. Dabei war es schwül. Es entwickelt sich eine Gewitterstimmung. Ich war nun fast drei Wochen nicht mehr mit dem Einrad unterwegs gewesen und hätte heute etwas Zeit gehabt. Mit fortschreitendem Abend wurde es etwas kühler. Gegen 21 Uhr hatte es sich auf 24°C abgekühlt. Es war zwar noch schwül, aber ansonsten erträglich.

21:00 fuhr ich los. Schwüle macht Schwitzen wirkungslos, ich hatte aber den Eindruck, dass der Fahrtwind unter solchen Bedingungen besser kühlt. So fühlte ich mich auch bei solchem Wetter beim Fahren wohl. 

Weil die Sonne in einer knappen halben Stunde untergehen sollte und es bewölkt war, hatte ich nicht vor, Videos aufzunehmen. Weil zur vorgerückten Stunde kaum noch Menschen auf den Gehwegen unterwegs waren, fuhr ich öfters mal auf einem Gehweg und weniger oft auf dem Parkplatz des Spatzennest. Dadurch entstanden mehr entspannende Geradeausstrecken, die dann Vorfreude auf die nächste Kurve machten. So konnte ich kraftsparend fahren, ohne dass es langweilig wurde.

Zum Zeitpunkt dieses Fotos war ich knapp 20 Minuten auf dem Einrad. Weil ich auf den Gehwegen nie absteigen musste und auch keine Fahrfehler machte, hatten meine Stiefel seit dem Start nie den Boden berührt. Stopps, wie diese Pause und Wenden an den Geländern der Zugänge zum Spatzennest, machte ich zwar, aber die Stiefel dabei auf den Pedalen oder wie hier an der Sattelstütze.

Ich fuhr danach noch zehn Minuten, wobei die Stiefel weiter ununterbrochen auf den Pedalen blieben. So hatte ich am Ende eine halbe Stunde keinen Bodenkontakt gehabt, außer mit dem Reifen.