2.4.20

Gewimmel im Auwald

Wie gestern begann ich um 16:30 Uhr eine Fahrt mit dem Einrad in den Leipziger Auwald. Wetterbedingungen und Bodenverhältnisse waren wie gestern. Lediglich das Corona-bedingte Gewimmel hatte deutlich zugenommen.
Im Walddreieck Gottge bog ich von der Friesenstraße auf einen Querweg ab, um das Gelände im Zickzack zu fahren. Bald kam eine Radfahrerin mit einer Rikscha entgegen, in der zwei Kinder nebeneinander saßen. Das Gefährt beanspruchte die volle Wegbreite und ich musste absteigen. Nachdem ich wieder aufgestiegen war, wurde der Weg holprig.
Wenig später kam ich an der Hans-Driesch-Straße an. Drüben stieg ich wieder auf und nach wenigen Metern bestätigte sich die These, dass Kinder sich oft nach Murphys Gesetzen bewegen. Das heißt, sich zum ungünstigst möglichen Zeitpunkt in die ungünstigst mögliche Richtung bewegen. Ich näherte mich von der einen Seite der Schranke und zwei Kinder auf Fahrrädern von der anderen. Es passte eigentlich so, dass ich zuerst neben der Schranke durchfahren konnte und genügend Zeit zum Ausweichen bleiben sollte, bis die Kinder durchfahren würden. Eines der Kinder schlug aber einen Murphy-Kurs ein und fuhr auf die Schranke zu. So musste ich seitlich absteigen.
Später wollte ich vom Heuweg wieder in die Unterführung abbiegen und dann am Güterring weiterfahren. Die Unterführung wurde aber stark frequentiert und so fuhr ich weiter und bog später links auf einen Reitweg ab. Der war durch die Hufabdrücke holprig und dadurch anstrengend zu fahren. Allerdings gab es keine Hindernisse, die ein Absteigen erzwangen.
Das Gewusel hat den Vorteil, dass ich zunehmend entspannt langsam fahren kann.  Die meisten Leute waren auch gut drauf und einige machten schmeichelnde Bemerkungen.
Auf dem Rückweg musste ich nochmal einem Kind ausweichen, das eine astreine murphysche Bewegung vollführte. Zwischen dem Kind und einem Hund blieb allerdings noch genügend Platz für sicheres Ausweichen.
Außerhalb des Waldes hatte es dann keinen Sinn mehr, zu fahren. Die Menschendichte war zu groß. Zwar bewegten sich die Paare und Familienverbände in einer Richtung kohärent mit Sicherheitsabstand, aber es gab die Gegenströmung und so bildeten sich oft Klumpen.

Das Home Office lässt es zu, vormittags oder mittags eine längere Pause einzulegen, wenn das nicht mit einer Telefonkonferenz kollidiert. Vielleicht werde ich das in der nächsten Zeit ausnutzen. Ansonsten begünstigt Corona das Einradfahren. Die letzten vier Fahrten inklusive dieser wären wegen Veranstaltungen nicht möglich gewesen.

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