16.2.11

Bergab/Bergauf geht noch

Weil mein Kabelanschluss in Altenburg heute entstört werden sollte, war ich zeitig zuhause. Das Entstören ging sehr schnell und nun hatte ich eine Stunde Reserve. Das Wetter war schön sonnig und eine Fahrt mit dem Einrad bot sich an. Kurz nach 16:15 Uhr fuhr ich los. Ohne verkehrsbedingt absteigen zu müssen, gelangte ich in den Wald. Die Wege dort waren durch herausragenden Schotter leicht holprig, aber ansonsten eben und nicht sehr verschlammt. Trotz der leichten Erschütterungen saß ich bequem. Weil genügend Zeit war, hatte ich eine Radlerhose und hohe Stiefel angezogen, was ein angenehmes Fahren begünstigte.
An der Zschechwitzer Straße musste ich absteigen, weil ein Graben mit einer Behelfsbrücke mich am Weiterfahren hinderte. Kurz darauf stieg ich nochmal unfreiwillig ab, weil ich auf einem verschlammten Stein wegrutschte.
An der Gartenanlage am südlichen Waldrand fuhr aus dem Wald heraus, um zur Umgehungsstraße zu gelangen. Weil ich zurZeit alle handlichen Kameras in Leipzig liegen habe, versuchte ich ein paar Fotos mit dem Handy. Die Sonne schien noch und ich hielt das Licht für ausreichend.

Mit den Standardeinstellungen entstand dieses Bild. Die Bewegungsunschärfen vermitteln einen etwas unrealistischen Eindruck von Geschwindigkeit.

Wenn man auf dem Einrad sitzt, hat man die Hände frei und kann an den Einstellungen herumspielen. Im Sportmodus sieht es im Gegensatz zum vorigen Bild so aus, als würde ich stehen.

Auf einem Bild von hinten ist die vor mir liegende Strecke zu sehen. Es geht in eine Kurve.

Hier bin ich in der Kurve.

Danach hatte ich die Sonne im Rücken und warf einen langen Schatten.

Vor mir schien der Mond (rechts oben).
Danach wurde es bergig. Mehr als 20 Meter war ich seit Frühjahr 2010 nicht mehr am Stück bergab oder bergauf gefahren. Nun ergab sich die Gelegenheit, zu testen, ob ich das noch kann. Nach der Kurve ging es bergab. Probleme kann es hier durch Angst oder mangelhafte Beherrschung des Einrads geben. Der Abhang hat als Besonderheit unten eine Rechtskurve. Nachdem ich diese durchquert hatte, saß ich noch auf dem Sattel. Es ging durch einen Tunnel und danach bergauf. Hier war es interessant, ob die Kondition reicht. Etwas ungewohnt fühlte sich die Neigung gegen die Straße an. Nach einer Weile hatte ich mich davon überzeugt, dass die Schieflage stabil ist und fuhr den Berg hoch. Dann hatte kalten Gegenwind. So einen Nordostwind gibt es selten. Die nun folgende lange Gerade war das einzige Stück der Strecke, wo ich hinterher froh war, dass ich es überwunden hatte. Im Wald war es dann wieder angenehm. Nach einer Dreiviertelstunde kam ich wieder zuhause an.

6.2.11

An der Nahle bei frühlingshaftem Wetter

In den letzten Tagen sind die Temperaturen über +10° gestiegen. Gestern hatte mich starker Wind vom Einradfahren abgehalten, heute waren die Bedingungen reif für eine Tour.
Ziel war die Nahle. An der Friesenstraße waren die Wege in Ordnung, keine Pfützen und nicht verschlammt. Morastiger wurde es auf der anderen Seite der Hans-Driesch-Straße. Während ich bei der Fahrt am Hochwasserwochenende vor drei Wochen hier abgestiegen war, zog ich es heute vor, den Sattel nicht zu verlassen.


Die Nahle führte heute deutlich weniger Wasser, als am 15.1.


Den Vergleich ermöglicht ein ähnliches Bild von damals.

Zwei weitere Vergleichsbilder:

Heute


15.1.2011

Nachdem wir die Nahle besichtigt hatten, begaben wir uns nach Hause.


Im Wald ist zu sehen, dass das Grün in den Startlöchern liegt. Viele Bäume tragen bereits grüne Knospen.

29.1.11

Im Clarapark

Der Sonnabend zeigte sich mit wolkenlosem Wetter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Ziel war heute der Clarapark. Dort war ich seit vorigem April nicht mehr mit dem Einrad gewesen.


Die Gewässer im Park waren zugefroren. In entsprechend vorteilhaftem Zustand waren die Wege. Helle Wege waren hart und trocken. Das Rad rollte wunderbar leicht. Dunkle Wege waren durch die Sonneneinstrahlung oberflächlich aufgetaut. Hier rollte das Rad nicht ganz so leicht, hielt aber in engen Kurven gut die Spur.


Das vorige Foto habe ich von einer Brücke aus aufgenommen. An die Geländer kann man dicht heranfahren und sich anlehnen. Das ist für eine Pause schön bequem und man hat zum fotografieren beide Hände frei, ohne fahren oder absteigen zu müssen.

Wir hatten die Videokamera mit und Sylvia machte ein paar Aufnahmen damit.


Hier sind ein paar Runden auf einem Dreieck an einer Brückenauffahrt zu sehen. Teilweise gibt es Störungen durch Gegenlicht.


Diese Aufnahme ist von einem Standort mit Sonne im Rücken.


Sylvia


Wenig später begaben wir uns auf den Heimweg. Wir nahmen den leichten Umweg über die Erich-Köhn-Straße. Weil es anstrengend ist, ganz langsam neben Sylvia herzufahren, fuhr ich immer ein kleines Stück voraus, wendete auf der wenig befahrenen Straße und fuhr zu ihr zurück, wo ich erneut wendete.


Am Abzweig zur Kleinmesse machten wir noch ein Video vom Fahren im Kreis. Wegen der handnachgeführten Kameraführung ist dieses Video wesentlich formatfüllender, als ältere, die ich mit feststehender Kamera aufnahm.

23.1.11

Walddreieck wieder befahrbar

An den letzten Tagen war es wieder etwas kühler geworden, doch das Tauwetter hatte sich fortgesetzt. Bei feuchtem Wetter, grauem Himmel und 4°C gingen wir an diesem Sonntag Nachmittag raus und ich nahm das Einrad mit. Ziel war die Gottge.
Der Weg zum Wald an der Friesenstraße bot ein angenehmes Bild. Eisreste und die Pfützen, durch die ich im letzten Video des Posts vom 15.1. fahre, waren verschwunden. Auch das Walddreieck sah besser aus, als beim letzten mal. Auf dem ersten Video vom 15.1. ist noch viel vereister Schnee zu sehen. Heute war er verschwunden. So versuchte ich, das Dreieck durchgehend zu fahren. Nach der Kurve, die im letztgenannten Video zu sehen ist, war der Weg gut zu fahren, nur etwas holprig. Dann wurden die Wasserlachen des Auenwaldes zu beiden Seiten des Weges immer größer. Schließlich schluckten sie den Weg und ich fuhr ein kleines Stück durch Wasser. Dann bog ich ab auf das abschließende Wegstück des Dreiecks. Dieses war immer schon anfällig für Schlamm. So war es auch heute morastig. Zum Glück war die Schlammschicht ziemlich gleichmäßig dick. So kam ich sicher voran und musste nicht absteigen. Es war unter diesen Bedingungen angenehm, auf einem Einrad zu sitzen, weil dadurch zwischen Schlamm und Füßen etwas Platz blieb. So drehte ich zwei Runden auf dem Walddreieck, ohne die Fahrt zu unterbrechen.

17.1.11

Kurze Mondscheinfahrt

Die heutige Nacht ist zu verschleiert für astronomische Beobachtungen, doch der Mond scheint noch hell durch. Nach 22 Uhr kam ich deswegen auf die Idee, die frei gewordene Zeit für eine kleine Einradfahrt zu nutzen. Ich fuhr eine eine kurze Südostrunde, vergleichbar mit einer von Anfang 2008 und war innerhalb einer Viertelstunde wieder zuhause.

15.1.11

Nahle und Luppe bei Hochwasser

Das Tauwetter hielt an und etwas Regen kam hinzu. Dadurch schwollen die Flüsse an. Auch die von Leipzig Lindenau aus gut mit dem Einrad ereichbaren Flüsse Luppe und Nahle waren betroffen. Deshalb sah ich vom ursprünglichen Plan ab, im Clarapark herumzufahren. Auch Sylvia war damit einverstanden und wir machten uns kurz nach 13:30 Uhr auf den Weg. Weil zufällig eine Videokamera auf dem Tisch lag, gab ich sie Sylvia in die Hand. Die letzten Einradvideos stammen vom vom Februar 2008. Da bot es sich an, mal wieder etwas zu machen und wenn ein Mensch die Kamera führt, ist das besser, als die Stativsachen, die ich früher gemacht hatte. Zwei Videos sind in diesem Post enthalten. Diese und die anderen sind unter folgenden Links zu finden:
http://vohla.de/einrad/leipzig.html
http://vohla.de/einrad.html#videos
http://www.youtube.com/user/fvohla#g/u


Bis an die Nordecke des Walddreiecks in der Gottge war das Fahren problemlos möglich. Danach wurde es auf dem weiteren Weg, den ich am 4. September des vergangenen Jahres beschrieben hatte, zunehmend morastig. Fahren wurde zeitweilig anstrengender als Gehen, so dass ich einen Teil der Strecke zu Fuß zurücklegen musste.


An der Nahlebrücke sah es dann so aus. An einem Pfeiler hatte sich Holz angesammelt. Ansonsten lief noch alles normal.


Der Fluss selbst sah allerdings deutlich anders aus, als im September.


Er hat sich von einem Rinnsal zum richtigen Fluss gemausert.


Hier ein Bild vom 4.9. aus dem damaligen Post. Man kann hier fast von einem Bach reden.


Auch die größere Luppe hat an Breite gewonnen.


So sah sie im September aus.


Auf diesem Weg war ich damals unter der Brücke hindurchgefahren. Heute war der Weg überschwemmt.


Weil ich meistens mit wasserdichten Stiefeln fahre, habe selten Probleme, Wasserstellen zu durchqueren. Diese war mir zu heikel.


Der Verkehr auf der benachbarten Bahnbrücke lief ungestört.


Ich ging wieder zurück auf die Brücke. Der überschwemmte Weg war abgesperrt.


Viele Menschen nutzten den Wochenendspaziergang, um die hochwasserführenden Flüsse zu besichtigen. Der Weg zwischen den Brücken über Nahle und Luppe war gut frequentiert. Wer hier ein Catering organisiert hätte, hätte gewiss einiges an Geld verdient.


Nach dem Betrachten eines Baumstamms an der Nahlebrücke begaben wir uns wieder nach Hause.



Zum Schluss filmte Sylvia das fahren durch Pfützen. Mit den hohen Stiefeln war das stressfrei.

11.1.11

Endlich wieder gefahren, wenn auch nur kurz

Am Wochende setzte bei +11°C Tauwetter ein und der Schnee schmolz rasch. Damit wurden manche Wege wieder befahrbar. Am Sonntag verhinderten Nieselregen und eine Erkältung die erste Fahrt im neuen Jahr. An den Arbeitstagen ist es im Winter schwierig, vor Einbruch der Dunkelheit Zeit zu finden. Heute hatte ich genügend Zeit für eine kurze Fahrt in Leipzig.
Ich hatte noch nie eine Pause von mehr als acht Wochen gehabt, nicht einmal annähernd. So war ich gespannt, wie ich mich wohl anstellen werde. Der Weg an der Friesenstraße zum Wald sah befahrbar aus. Beim Aufsteigen hatte der Reifen auf dem nassen Untergrund ein wenig Schlupf. Beim dritten Versuch klappte es dann und ich fuhr los. Die Zwangspause hatte anscheinend keine sonderlichen Auswirkungen gehabt. Ich saß bequem und sicher und fühlte mich sofort wieder wohl auf dem Sattel. Der zähe Untergrund machte das Einrad etwas schwerfällig. Weil keine schwierigen Manöver zu fahren waren, störte das kaum.



Weil es kurz nach 16 Uhr schon etwas duster war, machte ich ein paar Fotos mit Blitz während der Fahrt, u.a. dieses von hinten.
Das Walddreieck war noch mit verharschten Schnee bedeckt und erschien mir nicht zum Fahren geeignet. Deshalb begnügte ich mich damit, zweimal zwischen Altlindenau und dem Wald hin und her zu fahren.

4.1.11

Sonnenfinsternis

An Einradfahren ist im Moment noch nicht zu denken. Dafür gab es heute Wolkenlücken, die ein Beobachten der Sonnenfinsternis ermöglichten.


Auf dem nächsten Bild sind die Schneeverhältnisse zu sehen.

2.1.11

Zwangspause dauert an

Die wetterbedingte Zwangspause dauert an. Seit sieben Wochen bin ich nicht mehr gefahren. Lt. Wettervorhersage wird wahrscheinlich auch die Beobachtung der Sonnenfinsternis am 4.1. den Wolkenmassen zum Opfer fallen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesundes neues Jahr.

7.12.10

Unterbrechung wegen Schnee

Am letzten Novemberwochenende gab es einen kräftigen Wintereinbruch. Seit dem gibt es jede Menge Schnee und Glatteis. Deshalb ist es mir zur Zeit nicht möglich, mit dem Einrad zu fahren. Vorhin habe ich etwas im Haus gependelt, um einmal wieder auf dem Rad zu sitzen.

14.11.10

Altweibersommer im November

Zum Wochenende gab es einen Temperaturanstieg bis 18°C. Während das gestern noch mit starkem Wind und Regenschauern verbunden war, reduzierte sich der Wind heute auf ein laues Lüftchen und die Sonne schien. Ideales Wetter für eine Einradfahrt in Leipzig.


Im Unterschied zur richtigen Altweibersommerzeit ging die Sonne zeitig unter. Als wir um 16 Uhr das Haus verließen, stand sie schon nahe am Horizont. Dadurch waren die Bedingungen für Fotos nicht optimal. Dieses Bild ist im Original stark unterbelichtet. Sylvia hat hier fotografiert, wie ich durch Pfützen fahre. Das ist mit dem Einrad völlig unproblematisch. Es blieben sogar die Stiefel trocken.


Anschließend fotografierte Sylvia noch die "Skyline" von Altlindenau und den kondenstreifendurchzogenen Himmel darüber.
Weil es schnell dunkel wurde, gab die Zeit nicht mehr als zwei Runden in der Gottge her. Es waren noch mehrere Sommererscheinungen zu sehen, wie ein Grillfeuer und eine Mücke.
Als wir uns auf den Heimweg begaben, gab es eine massenhafte Absetzbewegung an der Friesenstraße entlang stadteinwärts. Das sah wie eine Demo aus.

11.11.10

Herbstwald

Ich muss noch ein paar Tage Resturlaub abstottern und hatte deshalb heute frei. Weil ich in Altenburg übernachtet hatte, bot sich sich die seltene Gelegenheit, hier eine Vormittagsfahrt zu machen. Zunächst gab es ein Problem: Am Vorabend hatte ich festgestellt, dass der Reifen einen Platten hatte. Die Luft trat an zwei Stellen aus dem Schlauch aus, beim Ventil und und an der gegenüberliegenden Seite. Ich wechselte den Schlauch und wieder hörte ich ein Zischen. Der neue Schlauch hatte eine undichte Stelle beim Ventilansatz. Mit Verschieben des Ventilstücks ließ sich diese Stelle abdichten. Vertrauen erweckte das nicht gerade und ich machte in der Wohnung einige Belastungstests, mehrere Aufstiege und Pendeln. Der Luftdruck hielt. Mit dem Risiko, das Einrad bei Luftdruckverlust heimtragen zu müssen, ging ich mit dem Gerät raus. Nach Regen am Morgen schien die Sonne. Trotz Wind machte das Wetter in Südost einen angenehmen Eindruck.
Wenige Meter nach dem Start wich ich einer Frau auf die Rasenbetonplatten aus, um nicht absteigen zu müssen. Die Holperei vertrug der Schlauch und ich fuhr weiter. An der Pappelstraße näherte ich mich von hinten einer Kindergruppe. Die Erzieherinnen bemerkten mich und sorgten für Platz. Wenig später ließ ein Rollstuhlfahrer genügend Platz. Auch die Blechlemminge hielten sich zurück und so gelangte ich ohne Halt in den Wald. Die Wege erschienen mir nicht mehr so holprig, wie in den letzten Monaten. Das nasse Laub war am Boden angepresst und das Rad rollte leicht darüber hinweg. Lediglich Schottersteine minderten etwas den Fahrkomfort.
An der Paditzer Straße bog ich links in Richtung Paditz ab. Der waldinnere Abschnitt ist planiert worden. Seit ich Einrad fahre, war dieser Weg nicht so eben wie heute. Außerhalb des Waldes bekam ich starken Seitenwind. Als ich mich der Brücke näherte, sah ich eine Ampel. Als ich sie erreichte, schaltete sie auf Grün.
Hinter der Brücke bog ich nach Süden ab, um zu prüfen, ob es sich trotz Wind dort angenehm fahren lässt. Das war nicht der Fall und auf der nächsten Feldausfahrt kehrte ich um. Auch auf der Rückfahrt musste ich nirgends absteigen. Als ich wieder an Haustür angekommen war, hatte ich 25 Minuten ununterbrochen im Sattel gesessen. Verglichen mit den 67 Minuten vom 23.10. ist das nicht sehr viel und es war bis zum Schluss bequem auf dem Sattel.

3.11.10

Nach Feierabend in Altenburg

Am letzten Wochenende hatte sich keine Gelegenheit zum Einradfahren geboten. Das kommende Wochenende ist auch schon mit anderen Veranstaltungen verplant. An Arbeitstagen wird es jetzt schwierig, weil es nach Ende der Sommerzeit früh dunkel wird. Heute konnte ich zeitig Feierabend machen und hatte so ein kleines Zeitfenster für eine Fahrt in Altenburg. Gegen 16:30 Uhr war die Sonne schon im Untergehen begriffen. Um Zeit zu gewinnen verzichtete ich auf Umziehen und zog als einzige einradübliche Kleidungsstücke lediglich die schwarzen Reitstiefel an. Ich fuhr ein Stück in den Wald und wendete auf der ersten Kurve. Dort ist der Weg breit und ich kann sehr leicht wenden. Wenige Minuten später war ich wieder zuhause.

23.10.10

67 Minuten ohne Unterbrechung

Heute begann der Tag mit Sonnenschein und das Wetter war so schön, dass ich schon mittags mit dem Einrad rausging. Ich hatte vor, zu messen, wie lange ich brauche, um bestimmt Strecken zurückzulegen. Das wird in den nächsten Wochen und Monaten interessant, da die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit knapp wird.
Von der Wohnungstür bis zum Start auf dem Wegedreieck in der Gottge brauchte ich zwölf Minuten. Das Wegedreieck fuhr ich dann zügig, aber ohne Eile und brauchte dafür sieben Minuten. Das entspricht den gewohnten 11 km/h.


Dann überquerte ich die Hans-Driesch-Straße und fuhr das etwas längere Dreieck, das ich gestern erkundet hatte. Auf dem Bild ist der Weg an der Straße zu sehen, der bis zum Waldrand bei einer Polizeidienststelle führt.


Auf dem Laub ließ es sich angenehm fahren.


Der anschließende Weg bei den Gartenanlagen ins Waldinnere war gut befahrbar. Ich musste nur darauf achten, nicht gegen Steine zu fahren.


Schließlich gelangte ich auf einen Weg, der zur Hans-Driesch-Straße zurück führte. Für das Dreieck brauchte ich 11:05 min. Im gleichen Stil fuhr ich eine weitere Runde und brauchte dafür 11:10 min. Setzt man wieder eine Geschwindigkeit von 11 km/h an, bedeutet das eine Rundenlänge von zwei Kilometern. Dann beschleunigte ich die Fahrt, hielt das Tempo aber so, dass ich nicht außer Atem kam und das Treten nicht unregelmäßig wurde. Damit brauchte ich zehn Minuten. Die nächste Runde fuhr ich langsamer und brauchte zwölf Minuten.
Die Geschwindigkeit meines Einrads ist also nahezu konstant, 11 km/h +/- 10% in etwa. Das hängt damit zusammen, dass man im Unterschied zum gehen nicht die Schrittlänge ändern kann. Eine Gangschaltung ist auch nicht dran. So lässt sich die Geschwindigkeit nur mit der Trittfrequenz regeln. Nach oben gibt es eine Grenze, nach unten zwar nicht, aber sehr langsames Fahren ist - abgesehen vom Pendeln auf der Stelle - ein anstrengender Balanceakt.

Ich fuhr nun schon eine Dreiviertelstunde ununterbrochen. Mehr hatte ich bisher nie geschafft. Das hatte ich auch im Interview von Frau Jagals so geäußert. Für die Beine wäre das kein Problem. Wenn die Waden in Stiefeln stecken, gibt es keine Ermüdungserscheinungen, bevor irgend etwas anderes den Abbruch bewirkt. Ist die Runde geschlossen, wie das Dreieck und es ist genügend Zeit vorhanden, gibt es noch zwei Probleme: Unachtsamkeit, die zum Fahren gegen Steine oder in Löcher führt und Sitzbeschwerden. Im Allgemeinen sitze ich auf dem Viscount-Sattel sehr bequem. Doch allmählich wird das Gemächtnis abgedrückt. Es beginnt zu schmerzen und fühlt sich kalt an. Dagegen helfen zwei Mittel: Das Gewicht auf die Füße verlagern, damit der Sattel entlastet wird. Das geht kurzzeitig, belastet aber die Beine. Ein paar Sekunden reichen jedoch. Die zweite Methode ist, sich nach hinten zu lehnen und den Sattel nach vorn zu drücken. Damit drückt das Gesäß auf das breite hintere Sattelende und entlastet das Gemächtnis. So fahren strengt nicht an, ist aber nicht stabil. Auf dem Dreieck gibt es viele Stellen, wo ich so "schief" fahren kann. Nach einer dieser Übungen kann ich wieder in der normalen Haltung bequem sitzen, bis die Beschwerden erneut beginnen.
Inzwischen hatte ich Runde vier begonnen. Mit den Lockerungsübungen kam ich auf dem Dreieck gut zurecht. So fühlte ich mich auch nach Ablauf der Dreiviertelstunde auf dem Einrad wohl. Ich nahm mir vor, den Rekord deutlich zu überbieten, womit ich eine ununterbrochene Fahrt von mindestens einer Stunde meinte. Nach weiteren zwölf Minuten hatte ich Runde vier beendet und 56 Minuten pausenlose Fahrt hinter mir. Ich hängte noch eine Runde dran. Als ich wieder an der Hans-Driesch-Straße ankam, hatte ich es auf 67 Minuten Dauerfahren gebracht. Ich hätte wohl noch mindestens eine Runde fahren können, hörte aber aus Zeitgründen auf und fuhr nach Hause.

22.10.10

Fahrt zum Bahnhof Leutzsch

Den Freitagnachmittag verbrachte ich nach Feierabend auf dem Einrad, um eine Erkundungstour zu machen, wie am 4. September.


Ich fuhr an der Friesenstraße entlang durch die Gottge, um nörlich davon neue Wege zu probieren. Das Fotografieren während der Fahrt war wegen jahreszeitlich bedingter langer Belichtungszeiten nicht einfach. Auf diesem Bild sieht es fast so aus, als würde ich mit ruhenden Stiefeln über das Laub rasen. Das Einrad hat jedoch keinen Freilauf und die Stiefel befanden sich ebenfalls in Bewegung. Die scheinbare Ruhe eignet sich zum Erklären der Radialgeschwindigkeit. Während sich das Laub scheinbar senkrecht zur Blickrichtung der Kamera bewegt und durch diese Winkelgeschwindigkeit eine erhebliche Bewegungsunschärfe hat, bewegen sich die Stiefel bei der nahezu waagerechten Pedalstellung fast nur auf die Kamera zu bzw. von ihr weg. Die dadurch hervorgerufene Vergrößerung bzw. Verkleinerung wirkt sich nur wenig aus. Üblicherweise werden radiale Bewegungen mit dem Dopplereffekt bestimmt. Die Länge akustischer oder elektromagnetischer Wellen verkürzt sich, wenn sich das abstrahlende Objekt auf uns zubewegt. Damit werden Raser überführt und die Geschwindigkeiten von Wolken und Sternen bestimmt. Wäre eine ausreichend feine Bestimmung möglich, würden die Glanzlichter auf dem linken Stiefel etwas röter erscheinen, als auf dem rechten.


Auf der anderen Seite der Hans-Driesch-Straße fuhr ich den Weg diesmal nicht bis zum Ende durch, sondern bog bei dem brauen Fleck, der ein Hund ist, links ab. Wegen einer dicken Laubschicht war ich zunächst skeptisch. Das Rad rollte aber problemlos durch.


Dann war der Weg ganz OK, wurde aber zunehmend holprig. Vor einer Gartenanlage endete der Weg und so hielt sich die Anstrengung in Grenzen. Ich bog dann rechts ab und gelangte auf einen bequemen Weg, der zu einer Schlaglochansammlung bei einer Gartenanlage führte, die ich am 4.9. als Blechlemming-Suhle bezeichnet hatte. Ich fuhr dort ein Stückchen weiter, als damals und bog erst bei der letzten Gelegenheit wieder waldeinwärts ab.


Der Weg führte in Richtung Bahnlinie und blieb bis kurz vor einer Schlammstelle am Ende sehr bequem. Ich bog dann ab in Richtung Bahnhof Leutzsch, um dort weiter zu kommen, als Anfang September. Im Tunnel, durch den man kurz vor dem Bahnhof auf die Nordseite der Bahnlinie wechseln muss, war der Weg wieder mit Wasser bedeckt. Mit meinen Stiefeln brauchte ich mir keine Sorgen deswegen zu machen.


Der breite Weg durch das Leutzscher Holz sieht auf dem Bild ganz passabel aus, erwies sich aber als holprig. Ich konnte dort zwar fahren, aber es war unbequem und anstrengend. Deshalb stieg ich freiwillig ab und machte eine kleine Pause.


Ich fotografierte die Pfütze im Tunnel ...


... und einen Stiefel. Viel hatte er nicht abbekommen. Extremer war es z.B. im Dezember 2008.


Ich fuhr dann auf einem Pfad an der Bahnlinie weiter. Anfangs war der so eben, dass ich während der Fahrt fotografieren konnte. Dann ragten immer größere Schottersteine aus dem Boden. Zur Vermeidung von Anstrengungen und um das Material zu schonen, stieg ich präventiv ab.


Das gab Gelegenheit, einen dunklen Streifen am Himmel zu fotografieren. Hier warf der Kondensstreifen eines Flugzeugs einen Schatten in die Cirrusbewölkung.


Vom Bahnhof Leutzsch war ich auch nicht mehr weit entfernt. Auf eine Fahrt dorthin verzichtete ich, weil der enge Tunnel mit Motorrädern befahren wurde.


Ich fuhr zurück und durchquerte den nächsten Tunnel.


Drüben war der Weg zunächst OK. Er führte an der Bahnabzweigung nach Norden entlang.


Auch hier wurde hin und wieder die Seite gewechselt. Der Weg wurde allmählich unbequem und ich kehrte um.


Ich kam an einem Pferdesportplatz vorbei.


Dann fuhr ich auf die Nahle-Brücke und machte ans Geländer gelehnt eine Pause,


beobachtete Züge und


einen Reiher.
Auf der weiteren Tour wurde es dann zu dunkel zum Fotografieren. Für das Fahren reichte das Licht aber noch und überquerte ich heimwärts zunächst nicht die Hans-Driesch-Straße, sondern fuhr auf dem Radweg neben dieser in Richtung Innenstadt. An einer Brücke hätte ich die Straße überqueren müssen, wollte das aber nicht und fuhr stadtauswärts. Hier reichte der Weg länger. Am Waldrand , bei einer größeren Polizeidienststelle, bog ich waldeinwärts ab und gelangte nach vielleicht 600 Metern an die bereits erwähnte Blechlemming-Suhle. Damit ist wieder ein Wegedreieck geschlossen, worauf ich beliebig lange fahren kann, ohne absteigen zu müssen.
Nach Abschluss dieser Dreiecksfahrt machte ich noch einen kleinen Umweg in der Gottge und fuhr dann nach Hause. Ich war ungefähr 90 Minuten unterwegs.