14.7.12

Lachen an der Waldspitze

Mein Leipziger Programm zur Erforschung angenehmer Einradstrecken im Leipziger Auenwald hat zur Zeit zwei offene Bereiche: Zwischen Nahle und Luppe fahren und südlich der Luppe nach Westen vordringen.
Heute hatte es vormittags und nachmittags ausführlich geregnet. Das Regenradar nährte Hoffnungen auf einen regenfreien Abend. So entwickelte sich das Wetter auch.
Um 17:45 fuhr ich los. Plan war, die Lachen an der Waldspitze zu erreichen, welche zu den Zielen südlich der Luppe im Westen gehören.




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Die Fahrt begann ziemlich entspannt. Zuerst musste ich an der Friesenstraße entlang in den Auenwald kommen. Der Weg war völlig trocken und nicht pfützenbedeckt, wie ich erwartet hatte. Am Manfred von Brauchitsch Sportpark am Waldrand bog ich wie am letzten Freitag nach rechts zur Kleinen Luppe ab.


Ich erreichte schnell die Brücke. Der Weg ist jetzt wie schon berichtet sehr bequem auf dem Einrad, aber nach der Abholzung vom Vorjahr immer noch etwas öde.

Die Kleine Luppe



Der Weg am anderen Ufer sah auch sehr bequem aus.

Auch unten sah es noch so aus, als würde ich in einer Halle fahren. So kam ich zügig und ohne Anstrengung in die Nähe der Bahnlinie.

Das drüsige Springkraut bringt Farbe an die Flussufer.


Nach Unterquerung der Bahnlinie wurde die Strecke allmählich schlammiger. Den Reifen Schwalbe Marathon hatte ich in verschlammten Umgebungen noch nicht richtig testen können. So war ich gespannt, wie er sich bewähren wird. Kurz vor der Nahle kam ein erster kleiner Test. Dort gibt es eine Dauerschlammstelle, die sich bislang am Rand umfahren ließ. Dieser Rand war heute zerwühlt. Daneben waren Schlamm und eine Pfütze. Der Schlamm erschien mir nicht passierbar. Bei der Pfütze war nicht erkennbar, ob ich durchkommen würde. Ich entschied mich, durch die Pfütze zu fahren, denn es gab keine Risken, aber die Chance, auf dem Sattel sitzen zu bleiben. Das klappte auch.


Nach Überqueren der Gustav-Esche-Straße fuhr ich waldeinwärts in Richtung Lachen an der Waldspitze. Es ging lange geradeaus. Wenn ich nicht ein Ziel gehabt hätte, wäre ich bei der nächsten Gelegenheit abgebogen. Unterwegs sah ich eine kleine braue Maus, die im Kreis herum lief. Sylvia hätte bestimmt süüüüß gesagt.

Nach einem Spielplatz wurde der Weg schmaler und sehr schlammig. Mir kamen Zweifel, ob der Weg der richtige ist. Das Einrad machte noch mit. Seltsamerweise lief es stabil, wenn ich so schnell fuhr, wie ich konnte. In Altenburg hatte ich mit dem Qu-ax-Originalreifen die Erfahrungen gemacht, dass langsames Fahren von Vorteil ist.


Dann kam das endgültige Schlammloch. Hier blieb ich stecken. Der Absprung verlief so, dass ich mit den Stiefeln hinter dem Schlamm auf festen Boden aufsetzte und den Sattel in der Hand behielt. Mit Schlamm an den Sohlen wäre es schwieriger gewsen, wieder aufzusteigen. So konnte ich aber gleich weiterfahren.
Ich bekam Zweifel, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. GPS versagte im Wald.


DerWeg war richtig. Ich kam an den Lachen an den Waldspitzen an.


Der Anblick entschädigte für die Schlammwühlerei. Auf dem Heimweg wollte ich eifach weiterfahren, bis ich an die Luppe gelange, um auf bequemen Wegen nach hause zu kommen. Das klappte nicht wegen Wurzeln. So ging es wieder nach hause durch den bekannten Schlamm. Als ich die Nahle erreichte, schien die Anstrengung vorbei. Von der Gustav-Esche-Straße bis zum Waldrand war der Weg an der Nahle allerdings inzwischen nasser geworden. Das Fahren strengte entsprechend mehr an. In Altenburg hatte ich auch oft beobachtet, dass die Verschlammung von Waldwege in den Stunden nach dem Regen zunahm. Wahrscheinlich verteilt sich das Wasser im Wald in dieser Zeit noch um. An der eingangs erwähnten Dauerschlammstelle fuhr ich wieder in die Pfütze. Diesmal machte es plumps. Ich hatte eine tiefere Stelle erwischt, was ich deutlich mit dem Gesäß auf dem Sattel spürte. Ausgangs war die Pfütze flach und ich musste nicht absteigen.
Danach lief alles wundervoll leicht. Wie bei der Fahrt am 6. Juli nahm ich heimwärts den Weg an der Waldluft vorbei auf der Friesenstraße. Nach 1,5 Stunden kam ich zuhause an und hatte ca. 14 km zurückgelegt.

12.7.12

Kurze Nacht nach Bacon

Nach dem mittwöchlichen Esperantoabend waren wir irgendwie darauf gekommen, über Roger Bacon zu diskutieren. Es ist erstaunlich, wie er mit mittelalterlicher Messtechnik das Zustandekommen der Regenbögen erforschte und die richtige Erklärung fand. Dazu passen seine radikaldemokratischen Ideen. Wichtig ist das Respektieren von Beobachtungen, auch wenn sie der vorherrschenden Meinung widersprechen.
Wieder daheim kam ich auf die Idee, zu prüfen, ob mal wieder eine Nachtfahrt mit dem Einrad in Altenburg möglich ist. Die Einradstiefel fand ich staubbedeckt vor. Laut Blog hatte ich sie zuletzt Mitte April getragen. Draußen hatte ich zwei Fehlaufstiege, dann lief alles normal. Bequemlichkeit und Wendigkeit des Einrades waren OK. Ich fuhr einige Runden um das nordöstliche Gebäude des Buchenring.

6.7.12

Sehr bequeme Fahrt an der Kleinen Luppe

Nach einem schwülwarmen Vormittag brachte ein östlich vorbeiziehendes Gewitter kühle Luft nach Leipzig, ohne dass es viel regnete. So entstand unerwartet einradfreundliches Wetter. Als ich kurz vor 18 Uhr mit dem Einrad rausging, betrug die Temperatur 22°C. Draußen kam die Sonne gerade wieder hinter Wolken hervor und gleichzeitig nieselte es ein Bisschen.
Vor Fahrtantritt schraubte ich noch die linke Kurbel fest, die sich beim letzten mal gelockert hatte.Nach dem Aufstieg fühlte sich das Einrad ungewöhnlich bequem an. Seit dem Reifenwechsel im vergangenen Oktober hatte das Einrad immer etwas nach links gezogen. Ich hatte als Ursache angenommen, dass der Schwalbe Marathon stärker auf ungleichmäßigen Tritt reagiert, als der originale Qu-Ax-Reifen. Nach dem Festschrauben der Kurbel schien der Effekt verschwunden. Möglicherweise war schon eine Asymmetrie entstanden, bevor die Kurbel spürbar wackelte. Das hätte vielleicht auffallen müssen!? Jedenfalls saß ich schön gerade und das fühlte sich gut an. Um nicht zum Überqueren der Friesenstraße absteigen zu müssen, bog ich am Sportplatz rechts ab, um zur Brücke über die Kleine Luppe zu fahren. Dort war ich zuletzt im Frühling 2011 und hatte die Strecke danach gemieden, weil sie durch den Einsatz von Baumerntefahrzeugen (Harvestern) sehr holprig geworden war. Heute war wieder alles eben. Der Weg war wunderbar bequem und entspannt zu fahren. Das passte gut, denn wahrnehmungsmäßig war ich etwas damit beschäftigt, wie bequem sich die Berührungsstellen (Sattel und Stiefel) zum wieder symmetrischen Einrad anfühlten.
Bedenkenstelle war die viel befahrene Hans-Driesch-Straße, die zu Fuß überquert werden muss. Hier gibt es keine Rettungsinsel auf der Straßenmitte, wie auf der sonst benutzten Kreuzung Friesenstraße. Die Chance bot sich jedoch nach kurzer Zeit und ich konnte östlich der Kleinen Luppe weiterfahren. In dieser Gegend blüht wieder das Drüsige Springkraut. Die Blüten halten monatelang. Ich überquerte die nächste Brücke und fuhr dann an der Bahnlinie entlang zum Heuwegtunnel. Der ist immer noch gesperrt, also zurück und wie bei den letzten Fahrten zum nächsten Tunnel und weiter zur Nahle. Den Tunnel durchquerte ich zu Fuß und stellte dabei fest, dass er hoch genug ist, damit ich in aufrechter Haltung dort fahren könnte.
Drüben gab es Schlamm und Pfützen. Bei der gemütlichen Fahrweise mit der ich heute unterwegs war, spritzte fast nichts auf. Manchmal schaute ich nach Schlammstellen nach unten auf die Stiefel und immer blieben sie sauber. Bei der Fahrt an der Nahle kam ein Kresmer entgegen. Es blieb genügend Platz und ich musste nicht absteigen.
Es fing wieder an, zu nieseln. Deshalb kehrte ich an der Gustav-Esche-Straße um. Den zuvor geprüften Tunnel konnte ich tatsächlich durchfahren, ohne Kopfverletzungen zu bekommen. An der Bahnlinie holte ich den Kremser wieder ein. Weil von der Bahnlinie zur Gartenanlage Waldluft zwei Wege parallel verlaufen, konnte ich den Kremser problemlos überholen. Die weitere Heimfahrt verlief problemlos. Das Nieseln hatte längst wieder aufgehört.


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26.6.12

Nahle, Luppe, Auensee und Weiße Elster

Nach anderthalb Wochen hatte ich wieder einmal Zeit für das Einrad gefunden. Die Schafskälte war inzwischen zurückgegekehrt. 17°C ist eine schöne Temperatur, um eine Stunde zu fahren. Vor dem Start pumpte ich Luft auf. Das war zum ersten mal seit dem letzten Reifenwechsel im letzten Oktober nötig geworden. Mein Plan war, wie bei den letzten drei Touren an der Nahle bis zur Brücke Gustav-Esche-Straße zu fahren. Danach wollte ich allerdings die Nahle überqueren und im Gebiet zwischen Nahle und Luppe nach Südosten am Nahleberg vorbei zur ersten Luppebrücke hinter dem Elsterbecken vorzudringen. Damit wollte ich die neuen Touren mit den üblichen Freitagsstrecken im Bereich des Elsterbeckens verbinden.


So fuhr ich auf dem Radweg an der Gustav-Esche-Straße von der Nahle aus nordwärts und suchte Wege, um nach rechts abzubiegen. Der erste "rechtsnahlische" Weg erschein mir zu holprig. Dan kam eine Brücke ohne Fluss. Darunter sah ich einen schönen Weg, aber keine Möglichkeit, an ihn heranzufahren.

 
Wenig später war ich schon auf der Brücke über die Luppe. So weit wollte ich gar nicht, aber diese Variante erfüllte auch ihren Zweck. Hinter den Bäumen befindet sich der Auensee und ich gelangte auf eine bekannte Strecke, die ich bei der Auenseetour vom 16.10.2011 benutzt hatte. Dieser Weg ist befestigt und sehr eben, fühlt sich für mich aber unbequemer an, als die Waldwege. Grund ist eine sehr langgestreckte Kurve. Durch das immer gleiche Lenkmanöver sitze ich minutenlang einseitig verdreht auf dem Einrad.


Die Parkbahn des Auensee kam entgegen.


Von weitem wurde ein Eisenbahnviadukt sichtbar, der zum Güterring gehört. Die nächste Brücke, auf der ich die Luppe heimwärts überqueren konnte, befindet sich einen guten Kilometer dahinter. Davor machte ich einen kleinen Abstecher an den Rand des Rosentals, wo die Parthe in die Weiße Elster fließt. Diese Stelle ist im Post zur Fahrt vom 11.10.2012 zu sehen. Danach fuhr ich heimwärts.


Die lange nicht mehr gefahrene schwierige Auffahrt auf die Brücke über die Luppe klappte auf Anhieb. Auf der Brücke machte ich, wie oft, ans Geländer gelehnt ein Pause. Kühles Wetter im Sommer hat den Vorteil, dass ich auf dem Einrad solche Stiefel tragen kann und mich nach einer Stunde und mehr Fahrzeit darin immer noch wohl fühle.
Gegen Ende der Fahrt lockerte sich die linke Kurbel. Ich hatte kein Werkzeug dabei und fuhr vorsichtig weiter. Es ist ein seltsames Gefühl, wenn die Pedale hin und her wackelt. Die Kurbel fiel glücklicherweise nicht ab.


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15.6.12

Schafskälte vorbei

Im vorigen Post hatte ich geschorene Schafe gezeigt und auf die in diese Zeit fallende Schafskälte hingewiesen. Die folgenden Tage blieben etwas kühl und wolkig. Nun wird es wärmer. Als ich heute gegen 17:45 Uhr mit dem Einrad losfuhr, zeigte das Thermometer 22°C an. Das war noch nicht zu warm für Touren von mehr als einer Stunde. Ich wollte allerdings das EM-Fußballspiel Ukraine - Frankreich nicht ganz verpassen und wählte die Route vom 18.5. an der Nahle entlang bis zur Gustav-Esche-Straße.

Die Fahrt durch den Wald bis zur Eisenbahnlinie verlief ohne Besonderheiten. Die Wege waren von den Regengüssen der Schafskälte noch etwas feucht. Das sorgte für etwas Kühle und staubfreie Luft. Es war angenehm zu fahren.

An der Bahnlinie überholte mich eine Radfahrerin und fuhr weiter in Richtung Heuwegtunnel. Vielleicht war der Tunnel trotz Gesperrt-Schild wieder befahrbar. Deshalb fuhr ich weiter. Wenig später kam die Frau zurück. Der Tunnel war gesperrt.

Auf einer Bank machte ich eine Pause und stieg wenige Minuten später wieder auf, um die Tour in geplanter Weise fortzusetzen. Wie am 18.5. fuhr ich auf die Brücke der Gustav-Esche-Straße über die Nahle, machte am Geländer eine kurze Pause ohne abzusteigen und fuhr dann zurück.

Nach 75 Minuten kam ich genau 19 Uhr in der Wohnung an. Das Fußballspiel wurde gerade wieder angepfiffen, zu meinem Erstaunen aber nicht zur 46. Minute, sondern zur fünften. Ein Gewitter hatte zu einer Spielunterbrechung kurz nach Anpfiff der ersten Halbzeit geführt. Somit konnte ich das Spiel sogar fast vollständig sehen und hatte dafür nicht auf das Einradfahren verzichten müssen.

1.6.12

An Nahle und Luppe weiter westwärts

Die Strecke an der Nahle nach von der letzten Fahrt hatte mir gefallen und ich wollte bei der nächsten Gelegenheit dort weiterfahren. Heute gab es diese Gelegenheit.


Kräftiger Regen hatte über Nacht eine Trockenperiode beendet und große Pfützen hinterlassen. Im Laufe des Vormittags hatte es aufgehört zu regnen und als ich um 18 Uhr losfuhr, war angenehmes Einradwetter. Das Fahren durch die Pfützen an der Friesenstraße machte wie üblich keine Probleme. Im Wald waren die Wege teilweise mit einer dünnen Schlammschicht bedeckt. Dadurch rollte das Rad ganz nicht so leicht, wie bei den vorangegangenen Fahrten.
Die Fahrt bis zur Nahlebrücke der Gustav-Esche-Straße ist im vorigen Post beschrieben. Heute fuhr ich hinwärts keine Umwege, sondern nach dem Überqueren der Hans-Driesch-Straße auf der Friesenstraße, die dort nur noch ein Forstweg ist, zur Waldluft und von dort aus weiter, wie beschrieben.


Die Gustav-Esche-Straße überquerte ich vor der Brücke, um an der Nahle weiter zu fahren. Ich kam an einer überdachten Rundbank vorbei. Die Lichtverhältnisse zum Fotografieren während der Fahrt waren nicht günstig. Entweder wurde es durch Wolken dunkel oder ich hatte Gegenlicht.


Ich sah ein seltsames Baumwerk am linken Ufer. Dahinter mündet die Nahle in die Luppe ein.


Am Bauwerk begann ein Betonweg. Solche Wege sind nicht gut für das Einrad geeignet, weil man an den Kanten leicht hängen bleiben kann und absteigen muss. In großen Pfützen wird es noch schwieriger, weil die Kanten und Risse schlecht zu sehen sind.


Das Bauwerk erwies sich als Wehr. Bei Hochwasser wird es geöffnet und das Wasser läuft in den Wald.

In den Pfützen war ich froh, meine hohen Gummistiefel angezogen zu haben. Es ist von Vorteil, zu wissen, dass man auch bei einem ungewollten Abstieg in einer großen Pfütze keine nassen Füße bekommen kann. Einmal blieb ich fast an einer Kante hängen. Ich blieb aber auf dem Sattel sitzen und musste die Stiefel nicht von den Pedalen nehmen.
Nach dem Ende des Wehrs wurde der Weg wieder zur gewohnten unbefestigten Piste und lies sich gut fahren. Eine Unterbrechung gab es dann doch. Ein ungestürtzer Baum blockierte den Weg auf ganzer Breite. Ich musste absteigen und auf den Damm gehen, um an dem Hindernis vorbeizukommen.

Ober konnte ich den Fluss wieder sehen. Es war nun die Luppe, verstärkt durch die Nahle.




Die Stiefel hatten bis jetzt Einiges an Schlamm abbekommen, wie ich sehen konnte, bevor ich wieder aufstieg. Solange der Schlamm nur an den Stiefeln hing und auf den Wegen das Fahren nur wenig erschwerte, beinträchtigte er den Fahrspaß nicht.

Der Weg endete an einer Brücke. Die Auffahrt war zu steil und ich musste absteigen, um auf die Brücke zu kommen.


Auf den Holzbohlen der Brücke wurde ich etwas durchgerüttelt. Es bot sich ein schöner Blick auf die Luppe in Richtung Westen.


Am Nordufer ist der Weg befestigt. Die Strecke ist sogar leicht hügelig, wie sich andeutungsweise erkennen lässt.


Aus der niedrigen bunten Mauer wurde bald eine große graue. Ich nahm mir vor, bis ans Ende der Mauer zu fahren.


Der Weg zog sich hin. Allmählich wurde die Mauer niedriger.


Schließlich endeten Mauer und befestigter Weg fast an der gleichen Stelle.


Hier musste ich umkehren. Ich hätte zwar auf dem rechten Weg noch weiterfahren können, doch dafür blieb keine Zeit mehr. Links ist eine Schafherde zu sehen.


Die Schafe sind geschoren. Es ist Schafskälte.


Ein Beweisfoto für meine Anwesenheit an diesem Ort.


Auf der Heimfahrt sollten die Bedingungen für das Fotografieren besser werden. Kein Gegenlicht mehr.


Die Bilder gelangen nun farbenfreudiger.


Bald näherte ich mich wieder der Brücke.


Als ich drüben wieder aufstieg, schien die Sonne. Sie setzte sich im weiteren Fahrtverlauf immer häufiger gegen die Wolken durch.

Der wohl  schönste Streckenabschnitt bleibt für mich der schon am 18.5. benutzte Weg an der Nahle.

Weiter ging es wie gewohnt durch den Wald zur Friesenstraße. Ich fotografierte das Durchfahren einer Pfütze von vorn. Ein Video von so einer Pfützenfahrt hatte ich im Januar 2011 auf Youtube unter diesem Link abgelegt.

Insgesamt hatte ich bei dieser Tour ca. 15 km mit dem Einrad zurückgelegt. Mit kurzen Unterbrechungen saß ich fast neunzig Minuten im Sattel. Dieses lange Sitzen wurde gegen Ende der Tour am Gesäß spürbar.

Die folgende Karte zeigt den Weg von der Gustav-Esche-Straße zum Umkehrpunkt meiner Fahrt. Die Route zur Gustav-Esche-Straße ist am Ende des Posts vom 18.5. zu sehen, bzw. nach Anklicken dieses Links.



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18.5.12

Alten Weg wiederentdeckt

Der Freitag bot nach Feierabend Gelegenheit zu einer Tour mit dem Einrad. Das Wetter war mild. Angekündigte Regenfälle waren an den Vortagen weitegehend ausgeblieben und so waren die Wege schön trocken. Wie gewohnt, fuhr ich erstmal in den Wald bis zur Hans-Driesch-Straße.


Dort lag das Schild, das seit Juni 2011 auf eine Sperrung des Heuwegtunnels hinweist, am Boden. Dafür gab es drei Erklärungen:
  1. Der Wind hat es umgeblasen.
  2. Bei einer kleinen Himmelfahrtsrandale ist es umgeworfen worden.
  3. Der Tunnel ist nicht mehr gesperrt.
Die erste Möglichkeit war eher unwahrscheinlich, weil das Schild fast ein Jahr lang allen Stürmen getrotzt hatte. Das mit Himmelfahrt ist wahrscheinlicher, denn es wird nur einmal im Jahr die Ausfliegung des Jesus aus der Gefahrenzone im Jahre 33 gefeiert. Ob so ein Flug damal möglich war, ist noch umstritten. Zwar beherrschte man schon in Korea das Ballonfahren, aber nur zum Transport kleiner Lastem wie z.B. Depeschen oder die Ballone fuhren leer als Partygag für BeobachterInnen am Boden. Trotzdem wird zur Feier eines zweifelhaften Luftfahrtereignisses ordentlich einer gehoben und dann kann schon mal ein Schild umfliegen.
In Hoffnung auf Möglichkeit drei fuhr ich zur Bahnlinie und an dieser weiter in Richtung Bahnhof Leutzsch.



Die Sperre stand noch und ich musste wieder umkehren.

Die Sperre stand noch und ich musste wieder umkehren. Zuvor machte ich eine kleine Pause. Ein Geländer zum Anlehnen gab es hier nicht. Ein Baum tat es auch.
Interessant ist die Beschriftung des Baumes.Handelt es sich um eine Forstwirtschaftliche Abkürzung oder hat sie jemand zur Werbung für eine Lysergsäureverbindung angebracht?


Für eine Fahrt zum Elsterwehr war es etwas spät. Ich durchquerte deshalb den nächsten Tunnel, um von dort nach Norden zu fahren und zu sehen, was kommt. Am 22.10.10 war ich einmal dort, nachdem ich den heute gesperrten Tunnel durchfahren hatte. Damals war der Weg schlecht befahrbar und ich hatte ihn in der Folgezeit nie wieder probiert. Manchmal ändern sich die Wege im Laufe der Zeit deutlich. Deshalb fuhr ich heute wieder dort.
Den Tunnel durchquerte ich zu Fuß. Die Einfahrt ist ziemlich steil und der Tunnel niedrig. Da durchzufahren, erschien mir zu gefährlich. Drüben stieg ich wieder auf und fuhr, wie im Post vom 22.10.11 ab dem elften Bild beschrieben. Ich kam an einem Spielplatz vorbei, unterquerte eine Eisenbahnbrücke und bog dahinter gleich nach Norden ab. Der Weg war heute überraschend gut. Eine Wohlfühlstrecke. Ich saß bequem auf dem Sattel und das Rad rollte leicht. Die Optik stimmte auch.


Bald lichtete sich der Wald.


Ich erreichte die Nahle und fuhr am Ufer westwärts. Das sah sehr idyllisch aus und der Weg blieb von sehr guter Qualität. Ein Einrad eignet sich sehr gut zum Schauen ins Gelände, weil man aufrecht sitzt. Zudem hat man den Kopf etwas höher, als beim gehen.


Die Nahle hat hier auch eine kleine "Stromschnelle".


Schließlich kam ich an der Gustav-Esche-Straße an. Die Brücke gehört schon zu Wahren.


An dem Schild wendete ich. Nach Norden wäre es nur noch ein kleines Stück bis zum Auensee. Das wusste ich in diesem Moment noch nicht und ich hatte ohnehin keine Zeit mehr.
Ich lehnte mich ans Brückengeländer und stellte mit dem GPS des Handys die Position fest. Dabei sprach mich an Mann an und sagte, dass hier öfters Einradfahrer unterwegs wären und dass auch gemeinsame Touren gemacht würden. Er ist ansgar aus dem deutschen Einradforum von unicyclist.com. Nach dem Gespräch fuhr ich ohne besondere Vorkommnisse nach hause.

Nach der Fahrt loggte ich mich dort nach langer Zeit wieder ein. Mit google musste ich erstmal meinen Usernamen wieder herausfinden. Ich bin dort albireo. Ich war in diesem Forum zuletzt am 3.12.2007 gewesen. Das ist länger her, als zunächst vermutet.

Zuhause fand ich eine schnelle Möglichkeit, Routen in Karten einzutragen und in Webseiten einzubinden: bikemap.net


Radroute 1584129 - powered by Bikemap 

Klickt man auf Routenbeschreibung oder die Routennummer, erscheint die Karte groß und es gibt zusätzliche Informationen.

12.5.12

Bärlauchblüte

An den letzten Wochenenden war ich unterwegs und unter der Woche hatten sich keine Gelegenheiten für Nachtfahrten gefunden. Der Einradversand hatte kurz nach dem letzten Post die fehlenden Muttern für den Viscount-Sattel nachgeliefert. Das sind schöne Teile mit einem Plastikeinsatz, der verhindert, dass sich die Muttern lockern. So muss ich nicht häufig nachkontrollieren oder kontern. Ebenfalls mitgeliefert wurden dickere Schrauben für die Griffe. Die Originalschrauben lösen sich sehr schnell. Über Maßnahmen mit Klebern oder eingeschraubten Holzstückchen hatte ich gelegentlich geschrieben.
In der Zwischenzeit hatte es zwei Hitzewellen gegeben. Die letzte davon war gestern noch im Gange. Die Wärme und eine herannahende Gewitterfront hatten mich von einer Freitagstour abgehalten. Über Nacht hatte es sich dann abgekühlt. Morgens war es wieder heiter und mit 11°C war es bei weitem nicht mehr zu warm zum Einradfahren.
Kurz nach 10 Uhr fuhr ich in der Leipziger Friesenstraße los. Etwas lästig war ein kräftiger Wind. Die Wegeverhältnisse waren dagegen OK. Außerhalb des Waldes durchfuhr ich einige Pfützen, doch es gab keinen Schlamm, nur oberflächliche Nässe. Dass ich drei Wochen nicht mehr gefahren war, schien keine Auswirkung zu haben. Das Aufsteigen klappte sofort und das Rad ließ sich leicht fahren.


Im Wald störte der Wind nicht mehr. Das Grün hat sich inzwischen prächtig entwickelt. Der Heuwegtunnel ist immer noch gesperrt und so blieb später an der Bahnlinie der Weg nach Osten über die Flüsse. Das Auffahren auf die Nahlebrücke klappte wieder trotz Erschwernis durch Schotter an der Auffahrt. Auf die Luppebrücke kam ich auch, musste aber ein paar Minuten warten, weil ein Klumpen Radfahrer/innen das andere Ende bei einer Pause blockierte. Weil ich ans Geländer gelehnt auf dem Sattel sitzen bleiben konnte, war die Warterei nicht so schlimm.
Anfangs hatte ich nicht entschieden, ob ich nach der Luppebrücke ins Rosental oder am Elsterbecken weiterfahren soll. Ich entschied mich für das Elsterbecken, fuhr dann wie üblich über das untere Elsterwehr und wendete vor der Autobrücke.
Auf der Rückfahrt machte ich am Aussichtspunkt vor dem unteren Elsterwehr eine Pause auf einer Bank.

Einrad mit neuem, rotem Sattel

Schön anzusehen ist die Flußgabelung. Die Elster teilt sich hier in Nahle (links) und Luppe (rechts) auf. Weiter rechts fließt die Weiße Elster ab, in die noch im Rosental die Parthe einmündet.

Bei der heutigen Tour dienten die Stiefel auch einmal wieder dem ursprünglichen Zweck, Schmutz und Nässe fernzuhalten (Anklicken vergrößert dieses Bild, wie auch die anderen). In den letzten, oft trockenen Monaten hatte ich sie häufig nur angezogen, um das Fahren angenehmer zu machen.
Nach kurzer Pause machte ich mich auf den Heimweg. Am Elsterbecken hatte ich starken Gegenwind. Der erschwerte auch das Auffahren auf die Luppebrücke, das schwierigste Manöver der Tour. Es gelang gerade so. Die weitere Rückfahrt verlief weitgehend ohne Windprobleme. Zunächste schützte der Bahndamm, dann der Wald.
Bei der Gartenanlage Waldluft grüßte ein joggendes Paar. Beim Antworten bekam ich eine Fliege in den Mund. Die erste und einzige gespürte Insektenbegegnung der Tour.
Nachdem ich die stark befahrene Hans-Driesch-Straße zu Fuß überquert hatte, sagte ein Radfahrer: "Da fehlt nuch der Rucksuck." Auf fehlende Räder und Lenker wurde ich schon mehrfach hingewiesen. Auf einen Rucksack noch nicht. Wobei ein Rucksack durchaus praktisch ist, um mit dem Einrad irgend etwas zu transportieren.


Der Bärlauch hat trotz Blüten seine optische Dominanz am Waldboden einbüst. Der Duft ist dagegen immer noch sehr dominant.


Hier sind Blüten aus der Nähe zu sehen. Wenige Minuten später verließ ich den Wald. An der Friesenstraße störte wieder etwas Wind. Die Fahrstabilität beeinträchtigte er nicht. Vor der Rietschelstraße fuhr ich wieder durch Pfützen. Das hatte zur Folge, dass das Rad durchdrehte, als ich versuchte, nach dem Seitenwechsel auf einer großen Gehwegplatte aufzusteigen. Auf dem kleinen Pflaster daneben war es dann möglich, aufzusteigen.
Ich war ungefähr 75 Minuten unterwegs.