7.4.13

Schnee, Schlamm und trockene Stellen

Die Wettervorhersage hatte gestimmt und morgens schien die Sonne. Um Zeit zu gewinnen, fuhr ich vormittags. Ich stieg wieder an der Kreuzung Friesenstraße/Rietschelstraße auf und fuhr zum Wald. Heute wollte ich probieren, wie gut der Radweg an der Friesenstraße befahrbar ist. Weil wenig Verkehr war, brauchte ich am Waldrand zum Überqueren der Friesenstraße nicht abzusteigen und fuhr auf den Radweg.


Anfangs war der Weg wunderschön zu fahren. Kein Schnee, kein Schlamm und nicht holprig. Erst gegen Ende kamen Schneeinseln auf. Die erste hatte eine Fahrrinne in der Mitte. An der zweiten fuhr ich am äußersten Wegrand vorbei. Dieses Manöver machte der neue Reifen mit, ohne dass ich die bequeme Sitzhaltung aufgeben musste. Die dritte Schneeinsel wollte ich auch umfahren, blieb aber irgendwo hängen und musste absteigen. Das Grüne an den Rändern sind Bärlauchpflanzen. Den Zwangsabstieg nutzte ich, um die Pflanzen näher zu betrachten.


Ihre Entwicklung hat sich durch den Dauerwinter um Wochen verspätet. Auf den Bildern im Post vom 20.März 2011 sehen die Pflanzen entwickelter aus.


Diese Pflanzen profitieren von der Arbeit eines Maulwurfs.


Die Schneeinsel. Ich stieg dann wieder auf und erreichte nach wenigen Sekunden die Hans-Driesch-Straße. Drüben sah die unbefestigte Verlängerung der Friesenstraße zur Waldluft wenig einladend aus und ich fuhr auf dem Weg an der Hans-Driesch-Straße stadtauswärts. Dort ließ es sich schön fahren. Um die Kurve am Ende kam ich ohne verdrehten Rücken und dann ging es in Richtung Waldluft. Die Verhältnisse wurden schlechter. Der Weg war großenteils mit wässrigem Schlamm (s. Leichtschlamm) bedeckt. Das Fahren strengte etwas mehr an. Weil das Rad nun nicht mehr nach links zieht, saß ich weiterhin sehr bequem. Die hohen Gummistiefel ließen keine Sorgen wegen Nässe oder Schmutz aufkommen. Über die Schneeinseln kam ich hinweg. Erst an der Auffahrt zur Friesenstraße wurde der Morast zu heftig. Es kam auch ein Blechlemming und ich stieg ohne große Gegenwehr ab.


So sah die Friesenstraße bei der Waldluft aus. Auf diesem Morast wollte ich nicht zur Hans-Driesch-Straße zurückfahren.


Der Weg zur Bahnlinie (geradeaus) war erst recht nicht zu gebrauchen. Deshalb lief ich mit dem Einrad auf dem rechts abbiegenden Weg zu einer nahen Brücke über die Kleine Luppe.


Am anderen Ufer fand ich einen guten Weg vor, den ich noch nie benutzt hatte.


Ich kam bis zu der Stelle, wo Kleine Luppe (links) und Nahle zusammenfließen.


Hier erschien es nicht erfolgversprechend, auf den Weg am Ufer der Nahle weiter zu fahren. Also kehrte ich um und versuchte, am Ostufer der Kleinen Luppe zur Hans-Driesch-Straße zu kommen.


Das war ein glücklicher Entschluss. An der Brücke musste ich absteigen, um ein Stück über Schnee zu laufen. Dann sah der Weg so aus.
Bei guten Bedingungen ist so etwas langweilig. Heute war Bequemlichkeit die wichtigste Empfindung. Die Zeit, in der es außer Treten nichts zu tun gab, nutzte ich, um die Fotos anzugucken und schlechte Aufnahmen zu löschen.

Für Selbstfotos während der Fahrt war die Belichtungszeit noch zu lang und es entstanden Bewegungsunschärfen. Verwackelt ist die Aufnahme nicht, was an der Gabel zu sehen ist.
Wie gestern angedeutet sind nun die Konturen von Stiefeln und Reifen besser zu unterscheiden. Damit dürften in Zukunft auf Videos Bewegungsabläufe besser zu sehen sein. In Altenburg habe ich manchmal die umgekehrte Variante, helle Stiefel und schwarzer Reifen.
Der schräge Strich am oberen Rand des rechten Stiefels ist ein Kratzer von einem Pedaltreffer aus dem Vorjahr. Einer der Gründe, weshalb ich die Stiefel auch bei trockenem Wetter gerne zum Einradfahren anziehe. Die Spur, die oberhalb des Reifens am linken Stiefel zu sehen ist, besteht dagegen aus Schlamm.
Wenig später erreichte ich die Hans-Driesch-Straße.


Der Weg, der von der anderen Straßenseite zur Schießanlage führt, war trocken. Nachdem ich die Anlage passiert hatte, fuhr ich auf dem selben Weg wie gestern. Es gab Schneeinseln und Schlamm.


Ich erreichte die Brücke über die Kleine Luppe. Dahinter ist zu sehen, dass auf dem nach rechts abbiegenden Weg noch Schnee liegt. Inzwischen war eine Fahrrinne in der Mitte entstanden. Diese genügte, dass ich nicht absteigen brauchte. Dann ging es nach Hause, wo ich nach etwa einer Dreiviertelstunde ankam.







6.4.13

Hoch auf dem gelben Reifen

Das schöne Wetter währte nicht lange und der März zeigte sich ungewöhnlich schneereich und kalt. So blieb es bei der einen Fahrt in diesem Monat.
Für den morgigen 7. April ist sonniges Wetter angesagt. In dessen Erwartung wechselte ich den Reifen. Grund war nicht ein Schaden oder Verschleiß, sondern ein kleines Problem mit der Steuerung. Der Schwalbe Marathon war zwar unverwüstlich und rollte leicht, doch konnte ich damit merklich schlechter Kurven fahren, als mit dem Qu-Ax-Originalreifen. Auf manchen Untergründen zog das Rad auch etwas nach links, was wohl damit zusammenhängt, dass das rechte Bein etwas stärker ist. Das auszugleichen beeinträchtigte etwas den Fahrspaß, besonders wenn dann eine enge Rechtskurve zu fahren war. Deshalb hatte über einen Versand einen neuen Qu-Ax-Reifen bestellt. Für das 26er gibt es den nur noch in gelb. Für sich sah der Reifen in dieser Farbe etwas hässlich aus. Vorteil ist, dass es keinen schwarzen Abrieb gibt.
Der Reifenwechsel ging schnell und ohne erwähnenswerte Vorkommnisse vonstatten. In der Wettervorhersage waren Schnee und Regen angekündigt. Von einem leichten Niesel abgesehen waren die Niederschläge ausgeblieben. Deshalb erwog ich eine Probefahrt. Zuvor setzte ich mich in der Wohnung auf das Einrad, um kurz zu prüfen, ob es OK ist. In Kombination mit den schwarzen Stiefeln ist das gelb gar nicht so schlecht. Es sind die Farben von Altenburg und Reifen und Stiefel heben sich nun besser voneinander ab.

15 Uhr war ich dann draußen. Als ich versuchte, auf den großen Gehwegplatten an der Friesenstraße aufzusteigen, drehte das Rad durch. Die Platten waren etwas glatt und das Rad drehte durch. So lief ich ein Stück weiter und stieg hinter der Kreuzung Rietschelstraße auf. Der erhoffte Effekt stellte sich ein. Beim Geradeausfahren saß ich bequem und entspannt. Ausweichmanöver ließen sich leicht fahren.

Ich fuhr in Richtung Brücke über die Kleine Luppe. Bald bot sich ein ähnlicher Anblick, wie am 2. März. Die Bärlauchpflanzen sind in der Zwischenzeit merklich größer geworden, aber sie sind deutlich kleiner, als im vorigen Jahr um diese Zeit.


Auf dem Matsch musste ich absteigen. Danach ging die Fahrt weiter. Die Bauarbeiten an der Brücke sind abgeschlossen und ich konnte wieder rüberfahren. Drüben fuhr ich noch über zwei solche Matschzonen, jedoch ohne absteigen zu müssen.


Bei der Zufahrt zur Schießanlage machte ich am Zaun eine kurze Pause und kehrte dann um.

Nach ca. 20 min kam ich wieder zuhause an.

2.3.13

Endlich Sonne!

Am Tag nach der letzten Fahrt zog es zu und die Wolkendecke blieb fast drei Wochen geschlossen. Es gab häufig Niederschlag und ans Einradfahren war nicht zu denken. Gestern Abend riss die penetrante Wolkendecke endlich auf und heute schien die Sonne.
Bei den schönen Wetter bot sich eine Fahrt zum Auwald an. Bis zum Wald ließ es sich gut fahren, kaum noch Rollsplit auf dem Gehweg und der anschließende unbestigte Weg war nur mäßig verschlammt.

Im Wald sah es dann anders aus. Auf dem Weg an der Friesenstraße lag noch viel Schnee und so bog ich rechts ab.


Mühselig näherte ich mich der Brücke über die Kleine Luppe. Vor mir machte eine Frau mit Fahrrad kehrt.


Der Grund wurde rasch klar. Die Bohlen wurden entfernt und die Brücke ist nicht passierbar. Auch am anderen Ufer sah ich Radfahrer, die wenden mussten.


Ich fuhr zurück zur Friesenstraße, um eine Runde auf dem Walddreieck zu probieren. Durchgängig war das nicht möglich. Einmal musste ich absteigen und einige Meter zu Fuß zurücklegen. 
Als ich wieder an der Friesenstraße ankam, machte ich eine Pause, um die erwachende Natur zu besichtigen.


Schneeglöckchen bilden Teppiche.


Im Vordergrund wächst etwas größeres heran.


Auch Bärlauch zeigt sich ...


... und schließlich ein Himmelmietzchen.

Weil das Wühlen im Schlamm anstrengend war, fuhr ich heute nur eine halbe Stunde.

10.2.13

Schnee im Auwald

In den letzten Wochen war das Wetter trübe und reich an Niederschlag, der je nach Temperatur und Wetterlage als Regen, Schnee oder Graupel fiel. Heute war ein sonniger Tag mit Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt. In der Hoffnung, dass sich ein brauchbarer Weg finden wird, ging ich mit dem Einrad raus.

Auf den Gehwegplatten an der Friesenstraße war es zu glatt und so stieg ich erst hinter der Kreuzung Rietschelstraße auf. Dort fuhr ich zunächst durch Schneematsch. Danach folgte bis zum Waldrand ein klebriger Schlamm, auf dem das Fahren Kraft kostete. Hier machte sich sich bemerkbar, dass mein linkes Bein etwas schwächer ist. Das Einrad zog ein Bisschen nach links, bis ich darauf achtete, kräftiger mit links zu treten. Im Wald bog ich rechts ab in Richtung Kleine Luppe. Am Sportplatz war der Weg abwechselnd mit Schlamm und Schneematsch bedeckt. Dann kam eine feste Schneedecke. Darauf ließ sich überrasschend gut fahren. Das Rad rollte wesentlich leichter, als zuvor auf dem Schlamm. Auch Kurven ließen sich fahren.


Auf der Brücke über die Kleine Luppe machte ich eine Pause und fotografierte nach hinten. Das Wiederanfahren gestaltete sich schwierig, weil das Rad durchdrehte, obwohl ich keinen freien Aufstieg machte, sondern vom Geländer startete. Irgendwann kam ich dann doch weg und fuhr noch ein Stück, bis ich auf einer schneefreien Stelle eine weitere Pause machte, das Rad drehte und wieder nach Hause fuhr.

Die Tour war ziemlich kurz, aber es war schön, einmal wieder auf dem Einrad zu sitzen.

1.1.13

Kurze Neujahrsrunde

Im Dezember hatte ich keine Gelegenheiten für eine Einradfahrt gefunden. Inzwischen gab es einen Weltuntergang, Weihnachten und einen Jahreswechsel. Am Neujahrstag des Jahres 2013 bot sich endlich wieder eine Gelegenheit. Das Wetter war mit +10°C angenehm warm. Seit Weihnachten hatte es keine stärkeren Niederschläge gegeben. So bestand Aussicht, dass eine Einradfahrt im Leipziger Auwald nicht in einer Schlammschlacht enden würde.
Beim Start gab es nach der fünfwöchigen Pause keine Probleme. Die Wege waren trocken und es ließ sich gut fahren.
Ich fuhr an den Sportplätzen von Altlindenau vorbei, überquerte die kleine Luppe und fuhr weiter zur Nahlebrücke bei der Waldluft.

Der asphaltierte Weg entlang zur Nahle
Nach unangestrengter Fahrt erreichte ich die Brücke.


Rad und Stiefel sahen aus, wie an einem trockenen Sommertag. Gewöhnlich sind Fahrten im Winter Schlammschlachten, wenn der Boden nicht gefroren ist. So kam ich bei schönen Bedingungen bequem weiter voran. Das änderte sich, als ich die Gartenanlage Waldluft passierte. Die Friesenstraße war auf dem Abschnitt bis zur Hans-Driesch-Straße mit einem klebrigen Schlamm bedeckt, der nicht herumspritzte, aber das Fahren erschwerte. Es kostete nun deutlich mehr Kraft, voranzukommen und das Einrad versuchte oft, eigene Wege zu fahren. Meist zog es nach links.
Nachdem ich die Hans-Driesch-Straße überquert hatte, waren die Wege wieder gut. Leichte Unnanehmlichkeiten bereitete jetzt der Gegenwind, in den sich nun leichter Niesel mischte.
Nach etwa einer Dreiviertelstunde kam ich wieder zuhause an.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesundes neues Jahr.

25.11.12

Entspanntes Herumfahren, von unterwegs gebloggt

Heute ist es mit 13°C ungewöhnlich warm draußen. Es genügt eine dünne Jacke und ich fahre entspannt und ziellos mit  dem Einrad im Auwald herum.
Den Post schreibe ich von unterwegs mit einer App. Dabei sitze ich auf einer Bank (s. Bild unten).
Gleich werde ich zur Nahle weiterfahren.
Jetzt bin ich am unteren Elsterwehr. Hier weht ein starker Wind. Ich werde mich nach einer kurzen Pause auf den Heimweg begeben.

18.11.12

79 Minuten Dauerfahren

Kurz nachdem ich im September eine bequemere Radlerhose aus Altenburg nach Leipzig mitgebracht hatte, kam mir der Gedanke, meinen zwei Jahre alten persönlichen Rekord im Dauereinradfahren zu überbieten. Das bedeutet, mehr als 67 Minuten dauernd zu treten und mit den Händen nichts zu berühren, was sich nicht auf dem Einrad befindet. Am Freitag war ein erster, unverbindlicher Versuch auf dem Dreieck von damals misslungen, weil die Wegeverhältnisse ungünstig waren.
Heute war das Wetter ähnlich, wie am Freitag, nur etwas wärmer. Kurz vor 15 Uhr fuhr ich ohne Plan los. Unterwegs entschloss ich mich, ans Elsterbecken zu fahren. So fuhr ich an der Gartenanlage Waldluft vorbei auf die Brücke über die Nahle. Auf der Brücke sah ich viele Menschen auf dem schmalen Weg zwischen Nahle und Luppe wandern. In dieses Gewusel wollte ich nicht hineinfahren und wendete in die entgegengesetzte Richtung und fuhr an der Bahnlinie entlang.


Kurz danach bog ich nach Süden ab auf einen Weg, den ich bisher nur einmal vor langer Zeit benutzt hatte. Er ließ sich problemlos fahren und für den Fall, dass sich daraus eine Runde für Dauerfahren ergeben sollte, schaute ich auf die Uhr. Sie zeigte 15:17. Am Ende des Weges gelangte ich zum Reiterhof. Auf dem Parkplatz davor ackerten Blechlemminge und der Boden war etwas klebrig, jedoch sicher befahrbar. Schließlich bog ich wieder auf den Weg parallel zur Kleinen Luppe ab und näherte mich der Nahlebrücke. Ich nahm dann die Zeit von der Brückenanfahrt bis zu der Stelle, wo ich 15:17 auf die Uhr gesehen hatte. Damit rechnete ich den Start auf 15:15 zurück und stellte fest, dass ich für das einen Kilometer lange Viereck sechs Minuten gebraucht hatte. Somit fuhr ich 10 km/h.
Das die Runde so kurz war, hatte zur Folge, dass ich manchen Menschen, Hunden und Pferden mehrfach begegnete. Die Ausweichmanöver blieben lange unkompliziert. Nach ungefähr einer halben Stunde tauchte der pudelähnliche Hundesaurier auf, wegen dem ich am 15.10. hatte absteigen müssen. Heute hatte ich Glück. Alle anderen Hunde machten keine Probleme. Nach einer Dreiviertelstunde geriet ich an einer Holperstelle mit dem linken Absatz auf die Kurbel und stand danach mit dem Absatz auf der Pedale. Das ließ sich wieder zurechtrücken. Nach 62 Minuten kam die wohl schwierigste Situation. Auf dem Parkplatz machte eine Gruppe nur zögerlich Platz und durch die Lücke kam eine Radfahrerin entgegen. Die Lücke wurde noch rechtzeitig groß genug. Dann fuhr ich noch eine Runde. Damit waren die 67 Minuten überschritten. Dann fuhr ich noch auf dem Heimweg das Stück bis zur Kreuzung Hans-Driesch-Straße - Friesenstraße durch und verlängerte so die Dauerfahrzeit auf 79 Minuten. Bei 10 km/h entspricht das 13 km. Auf die Dauer war das Sitzen nicht mehr bequem gewesen. Die Hose hatte allerdings nicht gerieben und so genügte das kurze Absitzen zum Überqueren der Hans-Driesch-Straße, dass ich mich danach wieder wohl auf dem Sattel fühlte.

16.11.12

Kleine Auwald-Fahrt

Heute hatte ich einen Tag Urlaub genommen und somit etwas Zeit für das Einrad. Kurz vor 15 Uhr fuhr ich los. Das Wetter war trübe und feucht, sowie mit 5°C nicht gerade warm. Weil kaum Wind wehte, war es nicht ganz so schlimm. Ich zog mich etwas dicker an, als sonst. Eine dickere und längere Jacke deckte auch den Schrittbereich ab und weil die Waden wie fast immer in hohen Stiefeln steckten, rechte die dünne Radlerhose aus. Zusätzlich benutzte ich zum ersten mal in dieser Saison Handschuhe.

Eine lange Tour hatte ich heute nicht vor. Ich wollte zunächst ein paar Runden auf dem Dreieck zwischen Hans-Driesch-Straße und Gartenanlage Waldluft fahren und eventuell meinen alten Rekord im ununterbrochenen Fahren von 67 Minuten brechen. Das klappte nicht, denn die Wegeverhältnisse waren nicht sonderlich gut. Zweimal musste ich nach ca. 20 Minuten unfreiwillig absteigen. Danach stand nicht mehr ausreichend Zeit zur Verfügung und ich fuhr noch etwas in der Gegend herum. Das Bild entstand auf der Brücke über die Nahle. Auf der Brücke stellte ich den Sattel etwas höher. Es ist dann zwar schwieriger, durch die Schlaglöcher zu kommen, aber auf ebenen Strecken ist das Fahren entspannter. Auf der Brücke kehrte ich um und fuhr weiter zum Heuwegtunnel. Eine Familie mit Kind scherzte, dass sie beobachten würde, bis ich hinfalle. Das passierte nicht. Ich fuhr durch den Heuwegtunnel und machte eine kurze Pause.
Dann ging es heimwärts. Ich kam wieder an der Familie vorbei, die wieder beobachtete, ob ich "hinfalle". Der nächste Notabstieg kam aber erst viel später in einem Schlagloch in einer Kurve. Dann gab es keine Besonderheiten mehr. An der Friesenstraße staunten zwei kleine Mädchen. Eines erzählte, dass Pauline auch Einrad fahren kann und sie fragten den Vater, ob der auch Einrad fahren kann.

2.11.12

Erste Fahrt länger als 20 km

Von der Fahrt vom 15.10. war die Idee geblieben, von der Brücke vor dem Wendepunkt dieser Fahrt am Nordufer der Luppe weiter in Richtung Schkeuditz vorzudringen. Heute hatte ich einen Tag Urlaub, das Wetter war nicht schlecht und ich fuhr gegen 13:15 Uhr los. Zuvor kontrollierte ich nach dem letzten Umbau noch die Verschraubungen der Kurbeln. Eine Schraube ließ sich noch eine Vierteldrehung anziehen.

Das Einrad lief problemlos. Für den Fall, dass sich eine Kurbel lockert, hatte ich als Kompaktwerkzeug eine 14er Nuss mit einem Gelenk zusammengesteckt. In den letzten Tagen hatte es hin und wieder Schnee und Regen gegeben. Die Waldwege waren trotzdem gut befahrbar. Meist lag festgefahrenes Laub. Darauf fahren kostete mehr Kraft, als auf trockenem Noden, dafür war es sehr bequem. Erschütterungen durch Unebenheiten wurden gedämpft.
Auf dem Hinweg hatte ich darauf spekuliert, dass um 13:30 nicht sehr viele Blechlemminge auf der Hans-Driesch-Straße sein würden und war von der Friesenstraße am Waldrand rechts abgebogen, um den Weg über die Kleine Luppe zu nehmen. Dieser Weg war besonders angnehm zu fahren, doch dann wimmelte es auf der Hans-Driesch-Straßevor Blechlemmingen. An der Überquerung gibt es an dieser Stelle keine Rettungsinsel in der Mitte. Ich musste ein paar Minuten auf eine Chance warten und nahm mir vor, heimwärts die Überquerung an der Friesenstraße zu nehmen, wo es so eine Rettungsinsel gibt.
Die weitere Fahrt verlief zunächst ohne Besonderheiten. Als ich mich dann nach Durchquerung der Bahntunnel der Nahle näherte, kam ein Blechlemming auf dem Waldweg entgegen. Ausweichen war möglich, doch wenig blieb ich an einem vom Laub verstecken Stein hängen und musste absteigen. Der Weg an der Nahle war dann der einzige verschlammte Streckenabschnitt des Tages.

Nachdem ich nach dem Überqueren der Gustav-Esche-Straße wieder aufgestiegen war, brauchte ich nicht mehr abzusteigen, bis ich die Brücke erreichte, die am 15.10. den Rückkehrpunkt markierte. Zu Fuß überquerte ich die Brücke. Die Brücke hat keinen Radweg, nicht einmal einen Fußweg.


Von der Brücke aus lässt sich das Baugeschehen gut überschauen.


An der Nordseite sieht es so aus.


Der Weg nach Schkeuditz sah dagegen gut befahrbar aus.


Doch auch hier wurde eine Sackgasse angezeigt. Es waren soweit das Auge reichte keine Hindernisse erkennbar und so fuhr ich weiter nach Westen. Zunächst war der Weg asphaltiert. Später unbefestigt und mit Split bestreut. Das war noch OK, doch ein heftiger Gegenwind störte. Große Hoffnung, den Gegenwind heimwärts nutzen zu können, hatte ich nicht. Es gilt es sehr zuverlässiges Murphysches Gesetz: Wenn Du auf einer Radtour bei der Hinfahrt mit Gegenwind zu kämpfen hast und darauf hoffst, heimwärts Rückenwind zu haben, wird der Wind exakt zum Zeitpunkt des Antritts der Rückfahrt drehen und Du wirst auch heimwärts Gegenwind haben.
Zwischenzeitlich zweigte ein Weg unterhalb des Dammes ab. Dem misstraute ich - wie sich nachträglich herausstellte unbegündet - und fuhr auf dem Damm weiter. Die Absperrung am Ende der Sackgasse war geöffnet und so kam ich bis zur nächsten Brücke weiter. Dort ergaben sich mehrere Möglichkeiten, nur nicht geradeaus weiterfahren.


Ich stieg ab, um ein paar Bilder zu machen. Hier ein Blick zurück.

Waldeinwärts wäre ich in 3,3 km in Schkeuditz gewesen. Der Weg am anderen Ufer sah aber bequemer aus. Vielleicht wäre es möglich, dort noch bis zur nächsten Brücke zu fahren.

Ein weiterer Wegweiser zeigte nahegelegene Gaststätten an. Die Domholzschänke ist zu empfehlen. Doch einmal hatten wir einen Betriebsausflug mit Fahrrädern dorthin gemacht. Wir konnten nicht so schnell trinken, wie die Mücken uns aussaugten.

Das "Beweisfoto"



Am Südufer ließ die Qualität des Weges allmählich nach. Irgendwann stieg ich ab. Rückblickend sieht der Weg nicht schlecht aus.



Doch unter mir war Schotter.
Zu Beginn der Rückfahrt war kaum Wind zu spüren. Auf dem schwierigsten Streckenabschnitt, auf den Holperwegen am Südufer der Lupper, bekam ich starken Wind schräg von vorn. Später gab es eine Verbesserung zu bemerken. Ein Baum, der auf dem Weg zwischen der Gustav-Esche-Straße und der nächsten Brücke westlich lag, ist entfernt worden. Man kann also hier wieder durchfahren.

Nach fast drei Stunden Fahrt kam ich wieder zuhause an. Im Vergleich zu den sonstigen ein- bis zweistündigen Touren war es heute etwas anstrengend.



Radroute 1895496 - powered by Bikemap 

30.10.12

Bastelminuten

Am Sonnabend hatte eine Vb-Wetterlage einen sehr zeitigen Wintereinbruch mit viel Schnee gebracht. In der Nacht danach endete die Sommerzeit. Damit werden Touren durch den Auwald nach Feierabend wegen zeitig einbrechender Dunkelheit nahezu unmöglich. Immerhin habe ich noch ein paar Tage Urlaub übrig und der Schnee ist nicht liegen geblieben. So wird doch hin und wieder mal eine Fahrt drin sein. Zuvor musste das Problem mit den nach Umdrehen des Rades verkehrt herum angebrachten Kurbeln behoben werden (s. letzter Post).


Die Kurbeln mussten mit einem Abzieher, den ich inzwischen aus Altenburg mitgebracht hatte, von der Achse gelöst und an der gegenüberliegenden Seite angebracht werden. Der Schlüssel ist ein 16er. Das ist IMHO ein noch wenig gebräuchliches Format, weil überall 15er und 17er rumliegen, aber selten 16er. Das macht hier aber durchaus Sinn, weil der 16er auch an den Pedalen passt. Der Kurbeladapter hat außen noch ein 14er Sechskant, womit sich die Verschraubung der Kurbel löschen lässt. Damit reicht ein Schlüssel für die gesamte Operation.

Während ich die eine Kurbel abschraubte, fiel mir ein 'R' am unteren Ende der Gabel auf. Warum die Gabel nun auch eine Richtung hat, erschloss sich mir nicht, weil sie völlig symmetrisch aussieht. Ob ich das beim Erstzusammenbau beachtet hatte oder den Sattel zufällig richtig herum gedreht hatte, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls ist jetzt alles auf der richtigen Seite. Mal sehen, wie das Einrad fährt, wenn ich es mal wieder benutzen kann.

19.10.12

Reifen verkehrt herum

Knapp einen Monat nach Herbstanfang ist das Sommerwetter zurückgekehrt. Sonnenschein und 22°C. Das erlaubte es, einmal wieder ohne Jacke zu fahren.

Doch zuvor war eine kleine Bastelei dran. Schon beim Aufziehen des Reifens war mir aufgefallen, dass das Profil in Fahrtrichtung nicht symmetrisch ist und dass es Bedeutung haben könnte, wie der Reifen beim Aufziehen gedreht wird. Ich fand aber keine Pfeile und machte den Reifen irgendwie drauf. Gestern Abend hatte ein Freund von einem Händler nach Augenmaß einen 28"-Schlauch für ein 26"-Rad bekommen und vergeblich versucht, den Schlauch im Reifen unterzubringen. Dabei entstand nebenher die Frage, wie herum der Reifen wieder aufgezogen werden muss. Bei diesem Reifen war das durch Pfeile gekennzeichnet, die man hinterher nicht mehr sehen kann, weil sie in der Felge verschwinden.
Heute googelte ich etwas herum, bis ich den entscheidenden Tipp fand. Den dort beschriebenen Rotation-Pfeil fand ich dann auch und streng nach Murphy lief der Reifen verkehrt herum. Also Lagerschalen aufgeschraubt und Rad umgedreht wieder eingesetzt. Dauerte nur wenige Minuten. Nur die Kurbeln befanden sich jetzt jeweils an der falschen Seite. Auf der einen Seite ist die Pedale mit Linksgewinde in die Kurbel eingeschraubt, auf der anderen mit Rechtsgewinde. Normalerweise hat das den Effekt, dass sich die Pedalen während der Fahrt festschrauben. An der falschen Seite schrauben sie sich locker. Noch im August hatte sich eine der Kurbeln von selbst gelöst. Heute war ohne Abzieher nichts zu machen und der Abzieher liegt in Altenburg. Konsequenzen waren, dass ich während der Fahrt kontrollieren musste, ob sich die Verschraubungen lockern und dass ich mich nicht allzu weit von zuhause entfernen konnte, denn wenn die Geweinde einmal locker sind, und man keinen passenden Schlüssel mitschleppt, lockern sie sich ständig wieder und bei einer 10 km  weiten Heimfahrt wäre es lästig, alle 100 m abzusteigen um die Pedalen wieder anzuschrauben.

Die Fahrt begann angenehm. Ich hatte den Eindruck, dass sich das Einrad leichter geradeaus fahren ließ, als sonst. Vorher hatte es in Abhängigkeit von Reifendruck und Bodenverhältnissen gelegentlich eine Tendenz gezeigt, nach links zu ziehen. Heute war das nicht der Fall. Ob das an der Laufrichtung lag oder daran, dass  durch die Raddrehung irgendwelche Asymmetrien kompensiert worden sind, weiß ich nicht. Das Beobachten der Pedalverschraubungen fiel mir leicht. Ich schaue auch sonst während der Fahrt hin und wieder auf die Stiefel, um zu sehen, ob sie richtig auf den Pedalen stehen. Um mich nicht zu weit zu entfernen, kam mir der Gedanke, einmal wieder eine Dauerfahrt auf dem Dreieck zwischen Hans-Driesch-Straße und Waldluft zu machen. Dort hatte ich im Oktober 2010 meine längste ununterbrochene Fahrt von 67 Minuten Dauer gemacht. Vorteil heute war eine bequemere Hose, mit der vielleicht mehr als 67 Minuten drin wären. Dem entgegen stand die Gefahr vorzeitiger Abstiege durch gelockerter Pedalen und eine stärkere Frequentierung der Wege durch Radfahrer und Hunde. Nachdem ich 25 Minuten auf dem Dreieck gefahren war, sah ich, dass sich beide Pedalen gelockert hatten. Gewackelt hatte sie noch nicht. Die Methode der Früherkennung hatte funktioniert. Mit dreimal schrauben kam ich wieder nach Hause.
Die nächste Fahrt in Leipzig wird es erst geben, nachdem ich den Abzieher aus Altenburg geholt habe.

15.10.12

Neuer Westrekord

Am Freitag war schlechtes Wetter und am Sonntag fand ich etwas Zeit für das Einrad. Kurz vor 15 Uhr kam ich raus. Das Wetter war anfangs heiter und die Temperatur mit 13°C annehmbar.
Zunächst hatte ich die Idee, mal wieder ins Rosental zu fahren, verwarf diese Idee dann, weil ich meinte, dass die Gegend sonntags überlaufen sein wird. Statt dessen fuhr ich wieder wetswärts zur Nahle und Luppe. Am weitesten vorgedrungen war ich am einem kühlen Julinachmittag dieses Jahres. Die Wegeverhältnisse waren sehr gut und es bot sich an, zu versuchen, weiter vorzudringen.
Die Route der Hinfahrt wich leicht von der im Juli ab, wie auf der Karte am Ende des Posts zu sehen ist. Diese Route ermöglicht eine maximale Einsparung von Ab- und Aufstiegen.
Bei dem schönen Wetter waren die Leute, denen ich begegnete,  gut drauf. Kurz bevor ich auf dem Weg zur Nahle den Tunnel unter der Bahnlinie erreichte, überholte mich ein Paar. Die Frau fragte, ob ich ob ich spezielle Einradstiefel trage. Nachdem ich das verneinte, ergab sich ein kurzes Gespräch über den Nutzen von Stiefeln für das Einradfahren. Nachdem ich die Gustav-Esche-Straße überquert hatte und waldeinwärts eingebogen war, um einem umgestürzten Baum auszuweichen, der auf obigen Link auch zu sehen ist, meinte ein Mann zu seiner Frau, dass er "soetwas noch nicht gesehen" hat. Um Geholper aus dem Weg zu fahren, kehrte ich schnellstmöglich zu Luppe zurück. Als ich mich der Brücke näherte, kamen einige Menschen entgegen. Weil mir das nächste Manöver schwierig erschien, die Steigung an die Brücke hochfahren und dann rechtwinklig nach links abbiegen, fuhr ich langsam, um die Leute vorbeizulassen. Das klappte gerade so. Als ich abbog, drehte sich eine junge Frau um und machte einen erstaunten Laut. 
Dann ging es an der Luppe entlang nach Westen. Die Westrekordbrücke vom Juli erreichte ich im Sitzen und fuhr weiter. Auf dem Damm kam ich zunächst weiter gut voran. Allmählich wurde der Schotter gröber und in der  Mitte zwischen zwei Brücken stieg ich erstmals seit der Gustav-Esche-Straße ab.


Ein Blick zurück zeigt, dass der Dammweg bis dahin gut für das Einrad geignet war. Das Schotterbett auf dem unteren Weg war später auf der Heimfahrt die Wechselstelle auf den Damm.


Ich fuhr unten auf dem Betonweg weiter. Erst an der nächsten Brückenauffahrt musste ich wieder absteigen.


Unweit hinter der Brücke befindet sich die Straßenbahnhaltestelle Freirodaer Weg der Linie 11. Es ist nicht mehr weit bis Schkeuditz. Ich fuhr dann noch ein Stück weiter. Der Weg war mit grobem Schotter bedeckt. Weil es bergab ging, rollte das Rad aber noch. Auf der Ebene hörte ich dann nach einiger Zeit auf zu treten und stieg ab.


Der Geotag zeigt die gleichen Werte wie das übernächste Bild.


Weiterfahren lohnte sich nicht. Am anderen Ufer gibt es einen Radweg für weitere Exkursionen. Die nächste Brücke in vier Kiliometer Entfernung gehört dann schon zu Schkeuditz. Eine solche Tour hätte eine Gesamtlänge von 25 km. Sattel und Kleidung sind jetzt m.E. bequem genug, um so dreistündige Sitzung auf dem Einrad auszuhalten. Ich muss nur Zeit dafür finden, bevor das Wetter in diesem Jahr endgültig ungemütlich wird.


Mit Geotag 0.076 von Andreas Schneider lassen sich die Koordinaten der Fotos leicht auslesen. 


Im Webbrowser lässt sich das Ergebnis gleich anzeigen. Dabei fiel mir gleich auf, dass ich mit dem Einrad noch nie so weit im Norden war.

Danach fuhr ich nach Hause. Auf den neuen Schotterstrecken musste ich teilweise einige Meter gehen, um eine passende Stelle zum Aufsteigen zu finden. Dann wurden die Wege immer bequemer und ich konnte mich während der Fahrt wieder vom Schotter erholen. Erst an der Gustav-Esche-Straße machte ich ein paar (vielleicht zwei) Minuten Pause. Später, kurz vor dem Bahntunnel huschte ein pudelähnlicher Hundsaurier vor mir aus dem Unterholz. Ich erschrak etwas und stieg vor dem Hundsaurier ab. Der Gigant erschrak ebenfalls. Weiter passierte nichts. Wenig später erreichte ich die Gartenanlage Waldluft. Dort interessierten sich mehrere Menschen für das Einrad. Ein Kind rief mehrfach seinen Eltern zu: "Der fährt auf einem Rad!". Dann waren es nur noch wenige Minuten bis nach Hause. Nach gut zwei Stunden kam ich dort an und hatte ca. 17,4 km zurückgelegt.


Radroute 1876883 - powered by Bikemap 

5.10.12

Elsterbecken

Die Strecken am Elsterbecken hatte ich im Sommer vernachlässigt, weilöes interessanter war, an Nahle und Luppe westwärts zu fahren und dann auch der Heuwegtunnel vor Leutzsch wieder geöffnet worden ist. Jetzt haben wir Oktober. Es wird zeitiger dunkel und die Saison für Fahrten nach Feierabend geht zuende. Die Tour zum Aussichtspunkt beim Klärwerk am Elsterbecken ist nur 7,5 km lang (hin und zurück) und eignet sich gut für eine Fahrt, die mit Pause in weniger, als einer Stunde zu fahren ist. Ein weiteres Argument war, die Brückenauffahrten der ansonsten leichten Strecke zu üben.
Die Wege waren OK. Obwohl es gestern geregnet hatte, gab es keinen Schlamm. So kam ich rasch zu den Brücken am Heuweg. Trotz der zuletzt mangelnden Übung überquerte ich die Brücken über Nahle und Luppe ohne Absteigen. Dann fuhr ich stadtwärts am Elsterbecken entlang, wobei ein böiger Wind störte. Auf dem unteren Elsterwehr befand ich mich wieder im Windschatten. Am Aussichtspunkt mit Bänken stieg ich ab und machte eine Pause. Die Rückfahrt verlief ohne Probleme und unfreiwillige Abstiege. Mit der Radlerhose, die ich in der Vorwoche von Altenburg mitgebracht hatte, saß ich bis zum Schluss sehr bequem auf dem Sattel und hatte eine entspannte Fahrt. Auf der Hans-Driesch-Straße gab es heftigen Verkehr, der zum ersten Stopp auf der Heimfahrt führte. Möglicherweise war eine Messe Versursacher, die auch in den Zügen zu Klebeschinken geführt hatte. Allerdings hatte ich in den letzten Jahren oft beobachtet, dass Blechlemminge im Herbst und Winter in der Abenddämmerung Geborgenheit beeinander suchen und Schwärme, Rudel, Herden oder wie man es sonst noch nennen könnte, bilden.


Radroute 1866044 - powered by Bikemap 

28.9.12

Zweistundentour im Auwald

In diesem September hatte ich nur wenig Gelegenheit gehabt, mit dem Einrad zu fahren. Weil ich heute einen Tag frei genommen hatte, um verschiedenes zu erledigen. Dadurch konnte ich schon 15 Uhr mit dem Fahren anfangen und hatte etwas mehr Zeit.

Bei früheren Fahrten war mir aufgefallen, dass ich in Altenburg immer etwas bequemer auf dem Einrad saß, als in Leipzig.Weil die Sättel gleich sind, kann das nur an der Radlerhose gelegen haben. Seit geraumer Zeit fahre ich in Leipzig längere Strecken, als in Altenburg. Deshalb nahm ich nach der letzten Fahrt die Altenburger Hose mit nach Leipzig. Weil diese Hose keine Reißverschlüsse im Knöchelbereich hat, passt sie in Leipzig auch besser zu den Stiefeln, die engere und steifere Schäfte haben, als die in Altenburg.
Ich hatte mir vorgenommen, zwei Stunden zu fahren. Da sollte ein Bequemlichkeitsgewinn von Vorteil sein. Auf einem Einrad bleibt man im Vergleich zum Fahrrad lange ununterbrochen sitzen und steht auch bergauf nicht auf. Wenn ich da nicht sehr bequem sitze, lässt der Spaß schnell nach. Nach dem Aufsteigen saß ich erwartungsgemäß so bequem, wie am Mittwoch Abend in Altenburg.

Die Strecke ist auf der Karte am Ende des Posts zu sehen. Wie oft in der letzten Zeit fuhr ich in die Gegend, wo Nahle und Luppe zusammenfließen. Besonderheiten gab es bis zum Auensee nicht. Die Wege waren gut befahrbar, meist oberflächlich feucht, aber nur selten mit Schlamm bedeckt. Bei 18°C bestand keine große Schwitzgefahr und so kam ich recht schnell bis zum Auensee. Dort bog ich westwärts ab.


Von Vorteil ist, dass man hier unter der Brücke hindurch fahren kann. So muss man nicht auf Blechlemminge achten. Der folgende Weg ist der einzige, den ich bisher noch nicht gefahren war. Er führt zu der Brücke über die Luppe, die ich am 1.6.2012 beschrieben habe. Dieser Weg ist asphaltiert, aber nicht sehr schön zu fahren, weil er eine nahezu konstante Biegung hat und ständige Korrekturen erfordert. Unterwegs kann man den Zusammenfluss von Nahle und Luppe sehen, was von anderen Ufer aus nicht möglich ist. An der Brücke zeigte ein Schild eine Umleitung an. Ich bog deshalb nordwärts ab, was auf der Karte als Stich zur Weißen Elster zu sehen ist.


Nach einer etwas holprigen Fahrt erreichte ich das Flüsschen. Auf der mit Holzbohlen belegten Brücke hielt ich an, weil ich nicht mehr daran glaubte, auf dem richtigen Weg zu sein.
Ich nutze die Gelegenheit für eine kurze Pause. Weil ich mit der anderen Hose immer noch sehr bequem saß, verzichtete ich darauf, abzusteigen.


Der Anblick nach Osten war idyllisch.


Blick nach Westen. Ich fuhr dann zurück zur Luppe und ignorierte die Umleitung. Weiter als sonst kam ich hier aber auch nicht.


Am Damm wird gebaut. So fuhr ich mit einem Umweg durch die Burgaue zurück und erreichte bald die Brücke der Gustav-Esche-Straße über die Nahle. Auf einem Stein machte ich eine Pause und stellte die Füße wie oft auf den Pedalen ab.


Das Einrad bleibt dabei auf der Stelle, wenn bei der nach vorn zeigenden Pedale der Stiefelabsatz auf die Achse gestellt wird. Nach ein paar Minuten fuhr ich weiter und war wie angedacht nach zwei Stunden wieder zu Hause. Gegen Ende der Fahrt fing einmal wieder etwas an zu wackeln. Diesmal war es keine Kurbel, sondern der Sattel. Die beiden hinteren Muttern hatten sich gelockert.


Radroute 1855895 - powered by Bikemap 

26.9.12

Mal wieder Nachtfahrt in Altenburg

Ich war fast drei Wochen nicht mehr mit einem Einrad gefahren. An diesem Mittwoch kam ich in Altenburg abends nach Hause. Es war bewölkt, aber trocken und mit ca. 19°C angenehm temperiert. So bot sich eine kurze Nachttour an. Trotz der langen Pause klappte das Aufsteigen sofort und das Einrad ließ sich problemlos um die Kurven fahren. So wurden die drei Blockrunden ein bequemes Abendvergnügen.

7.9.12

Zweites Experiment mit Schrittzähler

Bei der letzten Fahrt hatte ich festgestellt, dass der letzte Heuwegtunnel vor dem Bahnhof Leutzsch wieder geöffnet ist. Wegen einer lockeren Kurbel war ich dort aber nicht weitergefahren. Heute hatte ich das vor. Laut Bikemap kommt man von dort aus auf kurzem Wege zum Alfred-Kunze-Sportpark, wo Chemie spielt.

Die Bedingungen waren gut für eine längere Tour. 21°C, Sonnenschein und trockene Wege. Die Kurbel hatte ich vor Fahrbeginn mit einem 14er Schlüssel ordentlich festgeschraubt, nachdem ich Ölreste aus dem Gewinde entfernt hatte. So stand einer schönen fahrt nichts im Wege.

Auf Arbeit läuft zur Zeit eine Schrittzähleraktion. Damit soll dazu angeregt werden, mehr zu laufen. dadurch soll der Krankenstand gesenkt werden und die Arbeitsfähigkeit bis zum Renteneintritt gewährleistet werden. Diese Strategie zur intensiveren Verwertung des Humankapitals ist angenehmer, als das Ausquetschen von "Wegwerfarbeitern", die schnell ersetzt werden.
Beim  Einradfahren hatte ich vor vier Jahren versucht, einen Schrittzähler zum Messen der Strecke einzusetzen, indem ich ihn auf einen Stiefelschaft gesteckt hatte. Die Ergebnisse waren sehr ungenau. Zum Messen der Strecke gibt es nun viel praktischere Methoden. Die bikemap.net zeigt z.B. die Länge einer eingezeichneten Route an.
 

Dass der Schrittzähler für ein grobes Zählen von Bewegungsabläufen beim Radfahren geeignet ist, hatte ein Kollege herausgefunden. Es reicht dazu, den Zähler an den Hosenbund zu stecken, wie beim Gehen. Von der Kreuzung Friesenstraße/Rietschelstraße bis zur Brücke über die Kleine Luppe brauchte ich 300 volle Raddrehungen. Der Schrittzähler hatte dabei 371 Impulse gezählt. Das ist so ähnlich, wie 2008 mit Zähler am Stiefel. Dafür habe ich zwei Erklärungsmöglichkeiten:
  • Der Zähler hat die Bewegungsabläufe für volle Raddrehungen erfasst und zusätzlich Erschütterungen durch Unebenheiten auf der Strecke. 
  • Der Zähler hat die Tritte gezählt und nicht jeden erwischt.
Ich fuhr dann weiter zur Eisenbahnlinie und durch den neuen Heuwegtunnel. Weiter gings zur Gustav-Esche-Straße. Dieser Weg war bei der letzten Fahrt dort vor mehr als einem Jahr sehr uneben. Heute war er zwar wellig, aber ohne große Kraftanstrengung zu fahren.


An der anderen Seite der Gustav-Esche-Straße fuhr ich ein Stück nach Norden. Der Weg war angenehm, aber vor dem Abzweig zum Alfred-Kunze-Sportpark ging es steil nach oben und ich musste absteigen. Dann fuhr ich nach links und kam ohne Probleme zum Sportpark. Auf dem Vorplatz standen viele Kinder, die sich freuten, einen Einradfahrer zu sehen. ich drehte auf dem Platz eine Runde und fuhr zurück zur Straße. Dort bog ich ab nach Norden, um zu prüfen, ob ich bis an die Nahle durchfahren kann. Das klappte recht gut.


Und bald hatte ich die bekannte Stelle erreicht.


An der Brückenmauer fiel mir eine Pflanze auf, die an einen Weihnachtsstern erinnerte. Sollten die Dinger jetzt schon im Freien wachsen?


 Ein späterer Vergleich mit einen Weihnachtsstern zuhause zeigte aber, dass die Adern der Blätter völlig anders strukturiert sind.

Die Heimfahrt verlief ohne Probleme. Dank der Stiefel konnte ich aus dem Heuwegtunnel auf den Weg hochfahren, ohne absteigen zu müssen. Weil ich zudem von der Waldluft zur Hans-Driesch-Straße einen Umweg fuhr, kam ein gutes Stück ununterbrochene Fahrt zusammen.


Radroute 1823229 - powered by Bikemap 

Am Ende waren 10,2 km zusammengekommen. Der Schrittzähler hatte 7184 Impulse gezählt. Von der Strecke muss man noch 100 Meter von der Hinfahrt abziehen, weil ich erst ab der Rietschelstraße gezählt hatte. Behält man das Verhältnis 371 Schritte auf 300 Radumdrehungen bei, ergibt die Schrittzählung folgende Strecke bei 2,07 m Radumfang:

300/371 x 7184 x 2,07 m =  12025 m

Das ist eine Abweichung von ca. 20 %. Grob stimmt es also.